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Alle Artikel kategorisiert unter »Marc Albrecht«

Korngolds „Das Wunder der Heliane“ an der Deutschen Oper Berlin

19.03.18 (Peter P. Pachl) -
Die Wiederbegegnung mit jeder Opernpartitur, welche der Komponist nach seinem Wunderkind-Welterfolg „Die tote Stadt“ als knapp Dreißigjähriger komponierte und zu seinem „Meisterwerk“ erklärte, wirkt in der musikalisch hochkarätigen Wiedergabe unter Marc Albrecht so, als seien dem Komponisten seine Ohrwürmer im vorangegangenen Werk peinlich und als trachte er nun, polyphon und kontrapunktisch weiter gereift und mit instrumentatorischer Meisterschaft, stets das gesamte Instrumentarium gegeneinander antreten zu lassen und zugleich durch Vermeidung echter Melodien beweisen zu müssen, den Anschluss an die Moderne nicht verpasst zu haben.

Keith Warner inszeniert Hans Werner Henzes „Elegie für junge Liebende“ im Theater an der Wien

06.05.17 (Frieder Reininghaus) -
Ziemlich still ist es geworden um das Werk des 2012 in Dresden verstorbenen deutschen Tonsetzers Hans Werner Henze. Doch das ist ein fast ‚natürlicher‘ Vorgang: Seit den goldenen Wirtschaftswunderjahren Henzes kämpfen drei neue Komponisten-Generationen um mediale Aufmerksamkeit. Das Theater an der Wien hat sich jetzt an die „Elegie für junge Liebende“ erinnert.

Gedämpfte Gewalt, gewaltige Musik – Verdis „Macbeth“ in Amsterdam

06.04.15 (Frieder Reininghaus) -
Frieder Reininghaus hat sich Verdis „Macbeth“ an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam angesehen. Eine nicht ganz entschlossene Inszenierung von Andrea Breth, die die „konservativen Erwartungen an gediegene Theaterproduktionen“ erfülle; herausragend, neben dem Chor der Niederländischen Nationaloper, das Dirigat von Marc Albrecht, den unser Kritiker als Nachfolger der Kapelle der Deutschen Bank in Berlin ins Gespräch empfiehlt.

Sehnsucht nach einer verblichenen Hotelkultur – Andrea Breth aktiviert Sergej Prokofjews Oper „Der Spieler“ in Amsterdam

09.12.13 (Frieder Reininghaus) -
Die Idee, Fjodor Dostojewskijs „Igrok“ mit Musik zu bedenken, soll Sergej Prokofjew bereits 1914 in London gekommen sein und dem Impresario Sergej Diaghilew kommuniziert haben. Der aber wollte lieber eine neue Ballett-Komposition, da „die Oper tot“ sei. Der junge Pianist und Komponist war jedoch der Meinung, dass diese totgesagte Gattung aus den Geistern der commedia dell‘arte Carlo Goldonis und Carlo Gozzis (sowie deren temporärem Zeitgenossen Mozart) zu einem neuen (postromantischen und postveristischen) Leben zu motivieren sei.

Nachwagnerischer „neuer Parsifal“: Franz Schrekers „Der Schatzgräber“ unter Marc Albrecht auf CD

30.10.13 (Peter P. Pachl) -
Mit der ohne Vorbild frei erfundenen Handlung einer männermordenden Jungfrau als Reinkarnation der mythischen Ilse vom Ilsenstein, einer in ihrem Besitz befindlichen, geraubten Schmucksammlung der Königin und dem fahrenden Sänger und Schatzgräber Elis als ihrer positiv besetzten, männlichen, Imago, hatte Schreker seinen anhaltendsten Bühnenerfolg errungen. Die Produktion der 1920 in Frankfurt uraufgeführten Oper „Der Schatzgräber“, mit der im Vorjahr die Saison an der Nederlandse Opera eröffnet worden war, erschien jetzt bei Challenge Classics auf CD.

Mehr oder minder poetisch gequält: Bernd Alois Zimmermanns „Soldaten“ am Züricher Opernhaus

23.09.13 (Frieder Reininghaus) -
Wie York Höllers Hauptwerk „Der Meister und Margarita“, das vor einer Woche die Opernsaison in Hamburg eröffnete, könnte die einzige Oper von Höllers Lehrer Bernd Alois Zimmermann nun definitiv ins Repertoire einziehen. Größere Häuser scheinen „Die Soldaten“, die 1965 im Vorfeld der Kölner Uraufführung unter Leitung von Michael Gielen für unspielbar gehalten wurde, nun durchaus und bravourös zu bewältigen – im vergangenen Jahr stellten dies die Salzburger Festspiele mit den Wiener Philharmonikern und Ingo Metzmacher unter Beweis, nun die in moderne Kampfanzüge gesteckten Züricher Philharmoniker unter dem in Offizierskluft befehlsgebenden Marc Albrecht. Für die Inszenierung hatte der Intendant Andreas Homoki den für seinen Hang zum Martialischen bekannten Calixto Bieito verpflichtet.

Wünschelrutengänger in Amsterdam: Franz Schreker selten gespielte Oper „Der Schatzgräber“ an der Nederlandse Opera

02.09.12 (Frieder Reininghaus) -
In der von Albert Lortzing herrührenden Traditionslinie und im Zuge der sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelnden Gesamtkunstwerkidee Franz Schreker verfasste Franz Schreker als Komponist die Libretti selbst. Seine Oper „Der Schatzgräber“ wurde durch einen Urlaubsaufenthalt in Siebenbürgen abgeregt. Dennoch spielt ihre Handlung im kerndeutschen Mittelalter – halb auf märchenhaften Höhen, halb in den Untiefen von teils tödlich verlaufenden Sexualkonflikten.
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