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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikleben«

Umwegirrationalität

28.03.13 (Martin Hufner) -
Es ist jetzt ein Jahr her, dass ein Buch in die Kulturwelt einschlug wie ein Meteorit auf dem Mond. Es war darin von einem Kulturinfarkt die Rede. „Von allem zu viel und überall das Gleiche“ hieß es im Untertitel. Die Aufregung war groß und sie ging schnell vorbei. Die Analyse war in Teilen nicht schlecht, im Ganzen verfehlte sie ihr Ziel – handwerkliche Fehler kamen hinzu. Eine Staubwolke war es am Ende. Hätten die Autoren etwas mehr historisches Bewusstsein an den Tag gelegt, ihnen wäre etwas anderes aufgefallen.

Ein Hauch Kommuneleben auf luxuriösem Niveau

28.03.13 (Isabel Herzfeld) -
Der erste Eindruck dieser Anlage ist überwältigend. Große weiße Flächen, riesige Glasscheiben, hoch geschwungene Stahlträger und helle Holzbalken vermitteln eine Atmosphäre von Großzügigkeit, Modernität und Wohlorganisiertheit. Ein langgestrecktes Haupthaus öffnet sich zur Straße hin, Quergebäude schließen einen großen Hof ein, dem sich ein weiteres, zur Parallelstraße offenes Bauwerk anschließt. Durchgängigkeit und Geschlossenheit sind hier kein Widerspruch, die Vorbehaltlosigkeit, mit der Haus und Bewohner sich darbieten, scheint auf der Einhaltung fester Regeln zu beruhen.

Hörer und Nichthörer in der Legitimationsdebatte: Nach seiner Kritik an der „Leichtigkeitslüge“ nimmt Holger Noltze nun das Musikland Deutschland als Ganzes in den Blick

16.02.13 (Juan Martin Koch) -
Holger Noltze: Musikland Deutschland? Eine Verteidigung. Musik in der Gesellschaft. Gütersloh, Verlag Bertelsmann Stiftung 2013, 99 S., ISBN 978-3-86793-431-2, € 16,00

Cluster 2011/10

05.10.11 (Martin Hufner) -
Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Musikwelt und der Welt da draußen, in der die meisten Menschen leben: Er betrifft die Verwendung von Zeit. Der Tag mag ja 24 Stunden haben, doch ohne Schlafen wird man eher früher als später müde. Man kann also nicht den ganzen Tag nutzen, um ständig auf Achse zu sein. Alles kein Problem. Man kommt normalerweise mit allem sehr gut zurecht. Bis zu dem Tag, als ich ins Konzert gehen wollte. Ich hatte ja vergessen, dass es so etwas noch gibt.

Erkenntnis ist ein spielerischer Spaß

02.09.11 (Gerhard Rohde) -
Festival, Festival, Festival – so beschrien französische Zeitungen vor 50 und mehr zurückliegenden Jahren die wachsende Flut musikalischer und theatralischer Festivitäten allüberall im Lande, vor allem natürlich im sonnigen Süden, wo höchstens der Mistral einmal für unangenehme nächtliche Kälte sorgte. Inzwischen hat sich die Festivalitis über alle Länder, Landschaften, malerischen Ortschaften verbreitet. Musik im Freien, auf Burgen und Schlössern, in Scheunen und Kuhställen ziehen die Massen magisch an. Und jede Kritik in einer Zeitung ist eine kostenlose Werbung fürs Städtchen oder die Region. Alles verständlich, aber auch gut?

Eine Musikstadt braucht einen Musiksaal

29.09.10 (Gerhard Rohde) -
München ist eine Musikstadt. Mit zwei großen Operntheatern und drei großen Orchestern. Und einem Konzertsaal, dessen Akustik den Musikern, auch vielen Zuhörern nicht gefällt: In der Gasteig-Philharmonie. Die Stimmen mehren sich, dass München endlich einen für eine Musikstadt adäquaten Konzertsaal benötigt. Der Chefdirigent des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons, schwingt sich zum Wortführer auf. Unterstützung findet er in musik- und kunstliebenden Kreisen des Münchner Bürgertums, sofern diese sich noch für die Bedeutung eines musikalischen Lebens in einer Bürgergemeinde verantwortlich fühlen. Was wäre zu tun?

Im neuen Zweistromland der Neuen Musik

08.07.09 (Gerhard Rohde) -
Seit unendlich vielen Jahren möchte die Stadt Frankfurt erreichen, dass sich die umliegenden zum Teil sehr finanzstarken Gemeinden (Beispiel: Eschborn) an den Kulturausgaben für die diversen Frankfurter Kunsttempel beteiligen, genannt seien nur die Museen, die Theater, die öffentlich geförderten Musikinstitutionen. Begründung: Frankfurt erbringt diese Leistungen nicht nur für die eigenen Bürger, sondern für die gesamte Region. Die ablehnende Haltung der angesprochenen Orte gipfelte in dem Argument, Frankfurt sollte doch froh sein, wenn die „umliegenden Theaterfreunde“ überhaupt nach Frankfurt kämen und Eintritt bezahlten, sonst wären Theater und Konzertsäle höchstens halbvoll.

Überfälliges endlich angesprochen

06.09.08 () -

Anti-Schamane

01.07.07 (Gerhard R. Koch) -
Keineswegs selten wird Dirigenten – und gerade von arglosen Bewundern – die Frage gestellt: Was machen Sie eigentlich tagsüber? Dahinter verbirgt sich die obligate Vorstellung vom charismatischen Künstler-Genie, das abends vors Orchester oder ans Opernpult tritt und, von höheren Mächten geleitet, „Sternstunden“ bewirkt. Als Ur-Modell fungiert hier in der Regel der Schamane, das animistische Ritual: Der jenseitig umwölkte Priester bewirkt durch pure Magie, Handbewegungen, murmelnde Beschwörungen und musikinstrumentale Zutaten sehnlichst erwartete Wunder – etwa Regen nach langer Dürre oder Heilung von Schwerkranken. Zum Wunder aber gehört das Vertrauen auf das Wunder – die unio mystica von Geisterwelt, auserwähltem Vermittler und gläubigem Kollektiv. Verbal-semantische Kommunikation, rationaler Diskurs, skeptisches Hinterfragen kultischer Prozeduren spielen da keine Rolle, ja sind regelrecht tabu.

Präsentation des Musikalmanachs 07/08

Seit nun 20 Jahren erscheint der Musik Almanach des Deutschen Musikrats, das große Standard-Nachschlagewerk für das Musikleben in Deutschland. Anlässlich der Neuauflage 2007/08 präsentierte der ConBrio Verlag auf der Frankfurter Musikmesse das 1.500 Seiten schwere Buch mit detaillierten Informationen zu Tätigkeiten, Arbeitsergebnissen und Leistungsstrukturen von über 10.000 Einrichtungen aus allen Bereichen der Musikkultur, statistischem Material und Aufsätzen namhafter Autoren.

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