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Alle Artikel kategorisiert unter »Nathalie Mittelbach«

Wie ein Sog – Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ am Theater Bremen

13.05.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Man kann das schon nachvollziehen: Gustav Mahler, Alexander Zemlinsky, sogar Anton Webern bescheinigten dem jungen Erich Wolfgang Korngold, ein Genie zu sein. Man kann aber auch nachvollziehen, dass der nach Amerika emigrierte Komponist, der dort erfolgreich als Filmkomponist arbeitete, nach seiner Rückkehr nach Europa 1949 keine Chancen mehr hatte und tief enttäuscht nach Amerika zurückging, wo er 1957 starb. Jetzt hatte seine 1920 uraufgeführte und an achtzig Bühnen nachgespielte Oper „Die tote Stadt“ am Theater Bremen eine bejubelte Premiere.

Lulus Utopie – Marco Štorman inszeniert am Theater Bremen Alban Bergs „Lulu“

29.01.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Der Regisseur Marco Štorman mag nicht, dass Alban Bergs „Lulu“ ein Opfer ist. Das ist zwar nicht neu, aber 2019, im Jahr „einer aufregenden Debatte über Geschlechterrollen und -Definitionen“ (Štorman) will er mit unglaublicher Energie und Folgerichtigkeit in der 1937 uraufgeführten Oper gar eine Utopie darin sehen, dass gegenseitiges Unverständnis doch überwunden werden kann – wie auch immer.

Tödliche Sehnsucht – Strawinskys „The Rake‘s Progress“ am Theater Bremen

29.05.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Das Ende wird vorausgenommen: in der Inszenierung von Michael Talke am Theater Bremen fällt der (Anti-)Held Tom Rakewell in der Irrenanstalt tot um, erst dann rollt das Geschehen an, was dann mit derselben Szene endet. Diese Kreisbewegung charakterisiert bestens Talkes Annäherung an „The Rakes Progress“ von Igor Strawinsky, das 1951 in Venedig unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde.

Wie eine Feuerschmiede – Michael Talke zeigt am Theater Bremen mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ politisches Theater

23.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn in Giacchino Rossinis berühmtester Oper „Il Barbiere di Siviglia“ der intrigante Gesangslehrer Don Basilio seine üble, lebensberatende Verleumdungsarie singt, wenn er mehrfach zu verstehen gibt, dass er für Geld alles macht, wenn Doktor Bartolo meint, nur aus seiner Position heraus sich alles erlauben zu können, wenn der Barbier in dieser Art von Gesellschaft seine unmissverständlichen Geschäfte macht und wenn das arme, aber kluge Mündel Rosina ins Haus eingesperrt ist, dann ist deutlich, wo und wann wir uns befinden: 1816 in einer Zeit, in der jegliche Idee der vergangenen Revolution vorbei ist, und im Gegenteil aus einer freien Gesellschaft eine geworden ist, in der jeder nur noch dem eigenen Vorteil hinterher rennt.
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