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Alle Artikel kategorisiert unter »Paul Dessau«

Entfesselte Bilderflut: Die „Verurteilung des Lukullus“ von Paul Dessau und Bertolt Brecht in Stuttgart

03.11.21 (Joachim Lange) -
An ihrem Titel sollt ihr sie erkennen – so könnte man ein bekanntes Bibelzitat auf diese Oper übertragen. Was Paul Dessau (1894-1979) und Bertolt Brecht (1898 – 1956) als „Verhör des Lukullus“ am 17. März 1951 in Ostberlin vor einem politisch handverlesenen Publikum als geschlossene Premiere vorstellten, sollte nach dem Willen von Funktionären der Staatspartei eigentlich ein Eklat werden, um einen offiziellen Grund zu haben, das Stück nicht herauszubringen. Mit einer dialektischen Pointe, die von Brecht erfunden sein könnte, wurde die Aufführung aber zum Erfolg.

Ensemble Zafraan erreicht in der digitalen Konzertreihe „UA Berlin“ die 1930er-Jahre

16.03.21 (Roland H. Dippel) -
Eine Hommage der besonderen Art: In zwangsläufig digitalen Konzerten durchstöbert das Ensemble Zafraan zu seinem zehnjährigem Jubiläum die Musikgeschichte Berlins auf Haupt- und Nebenstrecken seit 1900. Dazu gibt es Uraufführungen für kleine Besetzungen. Ein digitaler Besuch im „b-flat“ in Berlin-Mitte.

unüberhörbar 2020/04

Mark Andre: Riss I–III. Ensemble Modern, Ingo Metzmacher +++ Paul Dessau: Chamber Music. Ensemble Avantgarde +++ Katharina Deserno: Suites & Roses. Werke für Violoncello solo von Violeta Dinescu und Johann Sebastian Bach +++ The Life. The Light. The Way. Händel – Sacred Arias. Franz Vitzthum, Countertenor; L’Orfeo Barockorchester, Julian Christoph Tölle

Der Drache ist tot, es lebe der Drache – „Lanzelot“ von Paul Dessau und Heiner Müller in Weimar überwältigt

24.11.19 (Joachim Lange) -
Es hat Vorteile, dass man die Bühnenmaße der neue Oper Erfurt so gewählt hat, dass sie mit denen des Deutschen Nationaltheaters in Weimar kompatibel sind. Gegen die Allergie der Bürgerschaften, was diverse Fusionsabsichten betrifft, hat das zwar nichts genützt. Aber sinnvoll und technisch problemlos bei Großprojekten kooperieren kann man dadurch allemal. Das war bei den „Meistersingern“, vor drei Jahren so. Und es ist so bei der jüngsten Neuproduktion von Paul Dessaus Oper „Lanzelot“ nach einem Libretto von Heiner Müller, die jetzt in Weimar Premiere hatte. (In Erfurt dann ab 16. Mai 2020).

Deutsches Nationaltheater und Theater Erfurt inszenieren Oper «Lanzelot»

18.10.18 (dpa) -
Weimar/Erfurt (dpa/th) - Zum Gedenken an 100 Jahre deutsche Demokratie und Verfassung planen das Deutsche Nationaltheater (DNT) Weimar und das Theater Erfurt ein gemeinsames Projekt. Für die Spielzeit 2019/20 wollen die Häuser die Oper «Lanzelot» von dem auch in der DDR erfolgreichen Komponisten Paul Dessau und dem Dramatiker Heiner Müller (Libretto) inszenieren, wie das DNT am Mittwoch mitteilte.

Schostakowitsch-Tage Gohrisch: Vom Kleinod zur Großtat

30.06.16 (Michael Ernst) -
Was haben Ludwig van Beethoven und Hanns Eisler mit Dmitri Schostakowitsch zu tun? Auf den ersten Blick sicherlich nichts, beim genauen Zuhören jedoch eine ganze Menge. Den Beweis dafür traten am letzten Juni-Wochenende die Internationalen Schostakowitsch-Tage Gohrisch an, die 2010 gegründet worden sind und auch in ihrem – ganz und gar nicht verflixten – siebenten Jahr enormen Zuspruch aus aller Welt erfahren durften.

Der Solitär und seine Gegenwelten

02.02.16 (Gerhard R. Koch) -
„cresc ...“ ist der Titel eines Festivals Neuer Musik, das 2011 in Frankfurt lanciert worden ist, und der durchaus Heterogenes assoziieren lässt. Denn schon der Begriff des crescendo signalisiert Mehrdeutiges: nicht nur das Anwachsen der Dynamik, sondern auch generell die Steigerung über das Gewohnte hinaus – ganz gewiss nicht im Sinne des „Deutschland!“-Rufers in der Wüstenei der nationalvergessenen Moderne, Botho Strauß, und seines „anschwellenden Bockgesangs“. Crescendieren kann aber auch in und über die Extreme, also auch Grenzen, führen, sie sprengen. Doch der Anfang des italienischen Terminus läßt sich in angelsächsischer Phonetik auch als „crash“ interpretieren, als Zusammenprall, Einstürzen, abrupte Konfrontation von Gegensätzen. Zudem spricht man von „Crash“-Kursen, etwa zum komprimierten Erlernen von Sprachen.

Deutschland – ein Elend: Das „Deutsche Miserere“ an der Oper Leipzig

15.02.11 (Michael Ernst) -
Leipzigs Oper war schon immer mal und immer mal wieder für ihre Uraufführungen berühmt, jetzt hat sich dort eine Szenische Erstaufführung zugetragen, von der viel zu erwarten gewesen sein sollte. Vielleicht sogar ein erschütterndes Theatererlebnis. Gut 70 Jahre nach dem von den Nazis initiierten Skandal zum „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (UA 1930 in Leipzig) ist das „Deutsche Miserere“ jedoch eine herbe Enttäuschung geworden. Der inszenatorische Annäherungsversuch blieb weit hinter den Dimensionen der Vorlage zurück.

Szenische Erstaufführung: Brechts / Dessaus „Deutsches Miserere“ an der Oper Leipzig

07.02.11 (PM - Oper Leipzig) -
Bertolt Brechts und Paul Dessaus Antikriegsoratorium „Deutsches Miserere“ provoziert Nachdenken über deutsche Geschichte, schärft die Sinne für Gegenwärtiges und Künftiges. An der Oper Leipzig wird das beeindruckende Werk nun erstmals szenisch umgesetzt – als „Versuch über die Möglichkeit zu trauern“. Regisseur Dietrich W. Hilsdorf, Bühnenbildner Dieter Richter und Kostümbildnerin Renate Schmitzer setzen ihre bewährte Zusammenarbeit auch bei dieser Ausnahmeproduktion fort, die musikalische Leitung liegt in den Händen des argentinischen Dirigenten Alejo Pérez.

Annäherungen an einen „gläubigen Sozialisten“

29.03.10 (Stefan Amzoll) -
Matthias Tischers Schrift zeigt: Hier will einer wirklich allseitig erkennen, erfassen und nicht die ohnehin fortgesetzte Delegitimierung der DDR lediglich bebildern. Der Autor, agil, lernfähig, kritisch, hat wohl am meisten an Paul Dessau selbst gelernt. So rüttelt Tischer an ehernen Prinzipien wie dem Paradigma des Totalitarismus, das mehr verdecke als es freilege. Musikologie, Historiografie und sonstige Disziplinen hätten – hüben wie drüben – unter den Bedingungen der Ost-West-Konfrontation ihren Tribut zollen müssen.
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