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Alle Artikel kategorisiert unter »Sally du Randt«

Rendezvous mit dem Tod – David T. Littles Kennedy-Oper in Augsburg

25.03.19 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die Amis trauen sich“ könnte salopp auch im Musiktheater festgestellt werden: „Nixon in China“, „Diva“, „Doctor Atomic“, „Marilyn“, „Frau Schindler“ – US-Komponisten greifen in ihre nähere Geschichte und wagen sich an zeitgenössisch relevante Themen. Nun also „JFK“, eine Oper über John Fitzgerald Kennedy in Augsburg. Wolf-Dieter Peter nimmt die europäische Erstaufführung ins Visier.

Vom Blendwerk der Freiheit – Smetanas „Dalibor“ in Augsburg

08.11.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Mir sind die Augen aufgegangen. Wir sagen das …, weil wir begreifen, was wir doch nicht sehen können“ schrieb Ingeborg Bachmann von Jahrzehnten. Das kann der Hintergrund für die Wahl des soeben zum 5.Staatstheater Bayerns aufgewerteten Augsburger Teams sein, ausgerechnet im Ausweichquartier im Martinipark nicht einen verkaufssicheren Repertoireklassiker anzusetzen, etwa Smetanas „Verkaufte Braut“, sondern sein tschechisch vaterländisch orientiertes, daher nicht so populäres Musikdrama „Dalibor“. Ein reizvolles Wagnis.

Deprimierende Divendämmerung – In Augsburg missglückt Rufus Wainwrights „Prima Donna“

04.02.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Grande Opéra und Primadonna und Scheitern und Comeback – alles herrlich dramatische Vorgaben für ein Werk, das „Oper über Oper in einer Oper“ bietet. In der Papierform las sich also das Augsburger Projekt reizvoll. Doch die Bühnenrealität enttäuschte.

Illusion des sicheren Lebens – Augsburgs Oper überzeugt mit „Tosca“ im Ausweichquartier

30.10.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Im Mai saßen Intendantin Juliane Votteler als Dramaturgin und Regisseur Nigel Lowery in einer Endbesprechung zur „Tosca“-Neuinszenierung in der jetzigen Spielzeit. Votteler wurde zu einer „Rauch-Probe“ auf die Bühne gerufen – und kam mit der Botschaft zurück: Das Opernhaus muss wegen längst bekannter Mängel geschlossen und generalsaniert werden (siehe Artikel in der aktuellen NMZ-Druckausgabe). Mit „Tosca“ lud die Oper nun erstmals in das Ausweichquartier Schwabenhalle auf dem Messegelände.

Fall-Analyse eines Krankheitsbildes – Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ in Augsburg

17.04.16 (Wolf-Dieter Peter) -
„Um was Gutes zu erwischen, hilft nur Eins: Im Trüben fischen“ singt die korrupte Polizei im Werk von 1934. Stalin reagierte 1935 darauf: er ging in der Pause. Kurz darauf erschien in der „Prawda“ der berüchtigte Artikel „Chaos statt Musik“ – was folgte, ist ein besonderes Kapitel von „Politik und Oper“. Doch obiger Satz und viele andere Inhalte lassen Schostakowitschs Musikdrama leider auch sehr „heutig“ erscheinen.

Musiktheater als gesellschaftlicher Krankheitsbefund –Alban Bergs „Wozzeck“ im Theater Augsburg

13.03.15 (Wolf-Dieter Peter) -
Augsburg ist immer auch „Brecht-Stadt“. Diesmal gab es dessen „Verfremdungseffekt“ in besonderer Form: die allerorten grassierende Grippe hatte Robin Adams schon in den Endproben niedergezwungen; tapfer sang er dennoch die Premiere; doch nun konnte er als Wozzeck auf der Bühne nur agieren, während Bariton Hans Gröning am Bühnenrand vom Blatt sang. Das gab dem Abend noch mehr den Charakter „Fallstudie mit expressiver Musik“.

Ein Leidens- und Hoffnungsmahnmal - Janáčeks „Jenůfa“ in Augsburg

05.10.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Als die Frankfurter Polizei im Rhein zwischen Ludwigshafen und der holländischen Grenze nach einer Kindsleiche suchen ließ, fanden die Behörden 38 tote Babys im Wasser. Das war 1899. Gewiss ist nach über 100 Jahren ein uneheliches Kind kein ausschließliches Mordmotiv mehr. Doch inhumane Moralvorstellungen gewisser Religionen oder staatliche Ein-Kind-Politik lassen das Thema nicht „vorgestrig“ werden - also eine „Jenůfa von Heute“ möglich.

Inkonsequent verquastes Theater – In Augsburgs „Lohengrin“ beeindrucken nur Dirigent und einige Sänger

05.05.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Natürlich verdiente die Sammlung aller Kräfte eines Theaters, um Wagners „Lohengrin“-Anforderungen an Chor, Solisten und Orchester zu bewältigen, zunächst einmal den rauschenden Beifall - noch dazu, wenn ein ortsansässiger Tenor sein Lohengrin-Debüt gab. Außerdem dirigierte der hochbegabte GMD Dirk Kaftan seine letzte Premiere, bevor er ans nächst größere Haus in Graz wechselt. Doch die schwachen Buh-Rufe hatten auch ihre Berechtigung.

Holländer in der Spinnfabrik: Wagners romantisches Meeresstück auf Augsburgs Freilichtbühne am Roten Tor

25.06.12 (Wolf-Dieter Peter) -
Von wegen „Kulturinfarkt“ mit „zuviel vom immer Gleichen“: Wie schon im Publikumsrenner „Die Weber von Augsburg“ in der ehemaligen Textilfabrik Dierig hat Intendantin Juliane Votteler nun das ortsansässige Textilmuseum „tim“ und seinen Direktor Karl Murr eingebunden. Schließlich spielt der zentrale Mittelakt von Wagners „romantischer Oper“ vom „Fliegenden Holländer“ in einer Spinnstube: Frauenchor, Arbeit unter Druck – und jahrelang hat dort die Kapitänstochter Senta die Frauen mit der Ballade vom „bleichen Mann“ von Enge, Stumpfsinn und Ausbeutung ein wenig abgelenkt.
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