Apps and Downs

Ein Workshop über neue Techniken im instrumentalpädagogischen Alltag


(nmz) -
Bach wird immer Bach bleiben, andererseits gibt es für den musikpädagogischen Alltag ständig Neuerungen, mit denen man sich auseinandersetzen sollte. Eine technologische Grundneuerung ist die moderne Kommunikationstechnik, insbesondere das Smartphone mit alle seinen Möglichkeiten als mobiler Kleincomputer.
Ein Artikel von Stefan Lindemann

Dreh- und Angelpunkte sind dabei kleine Miniprogramme für bestimmte Anwendungen, die man auf seinem Smartphone laden respektive applizieren kann, eben die so oft erwähnten Applikationen, kurz: Apps. Auch für unseren Tätigkeitsbereich gibt es viele Apps, laufend kommen neue hinzu. Hier einen Überblick zu haben, ist fast unmöglich, geschweige denn umfassende Erfahrungen hinsichtlich der Tauglichkeit im Alltag.

Umso sinnvoller, wenn sich aus dem Kollegenkreis jemand diese Mühe gemacht hat und dieses Wissen dann weitergibt. Die Geigenkollegin Talía Baños vom DTKV Bremen hat zu diesem Thema eine Weiterbildung an der UdK Berlin belegt und die dort gewonnenen Erkenntnisse in ihrer eigenen Unterrichtspraxis überprüft und angewandt.

Am 17. September 2016 hat sie ihre Erfahrungen bei einer gemeinsam vom DTKV Bremen und der Musikschule Bremen veranstalteten Fortbildung weitergegeben. In den Räumen des Martinsclub Bremen saßen 25 Kolleginnen und Kollegen mit ihren Smartphones, Tablets und Laptops und bekamen einen umfassenden Überblick über fachbezogene Apps sowohl für iOS als auch Android: Notenlesen, Rhythmusübungen, Gehörbildung, Stimmungsgeräte, Metronom, Übeprotokolle, mehrspurige Aufnahmemöglichkeiten, Tempoveränderungen für Playback und vieles mehr wurde vorgestellt und – ganz wichtig – aus der Praxis für die Praxis bewertet. Denn so viele Apps es auch gibt, so viel Schrott ist auch dabei.

Ergänzt wurde die Vor- und Darstellung durch konkrete praktische Übungen mit einzelnen Apps. Gerade Neulingen in dieser Thematik wurde dadurch eine sehr alltagsnahe Einführung gegeben. Die Dozentin konnte kompetent das breite Tableau der Themen vermitteln, aus dem Kreis der Teilnehmer kamen viele Ergänzungen aus der je eigenen Praxis, und bei technischen Problemen wurde innerhalb der Gruppe schnell und unkompliziert geholfen.

Zum Abschluss gab es noch eine engagiert- kritische Debatte mit der Quintessenz, dass Apps im Unterrichtsalltag kein Allheilmittel seien, sondern nur ein Werkzeug neben vielen im Instrumenten- und Methodenkoffer darstellten. Der Erfolg ihrer Anwendung liegt demnach in der Anwendungskompetenz der Pädagogen.

Wegen der großen Nachfrage und der hohen Zufriedenheit der Teilnehmer werden der DTKV Bremen und die Musikschule Bremen im Herbst 2017 wieder einen derartigen Workshop anbieten.

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