Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Bremen«

Hector Berlioz‘ „La Damnation de Faust“ in Bremen

21.03.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn man in den Zuschauerraum kommt, ist Faust längst da, er ist einer von uns. Auf einem Steg, mitten in das Foyer hineingebaut, irrt der weißgekleidete Rothaarige unsicher umher und es ist von vornherein klar: mit dem Goethe‘schen Intellektuellen und dessen Sinnsuche hat dieser hier nichts zu tun. Es ist mit einem kleinen Bonsai-Baum im durchsichtigen Rucksack der eher depressive Versager von Hector Berlioz, der seiner „dramatischen Legende“ den Titel „La Damnation de Faust“ gegeben hat.

Tanzfestival in Bremen will mit Vielfalt Grenzen einreißen

15.03.17 (dpa) -
Bremen - Choreografen aus der ganzen Welt setzen sich in Bremen mit Identität und Herkunft auseinander. Zum Tanz-Festival wurden diesmal vor allem Frauen der Choreografenszene eingeladen. Mit dabei: Germaine Acogny, die als Mutter des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes gilt.

Zu Unrecht erworben: Bibliothek gibt Wagner-Buch zurück

01.03.17 (dpa) -
Bremen - Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen gibt ein zur NS-Zeit unrechtmäßig erworbenes Buch mit Briefen Richard Wagners zurück. Das teilte die Bibliothek am Dienstag in Bremen mit. Das 420 Textseiten starke Buch aus dem Jahr 1915 enthalte Briefe des Komponisten an seine Muse Mathilde Wesendonck.

Musik, die unter die Haut geht und ins Hirn dringt

03.02.17 (Gisela Nauck) -
Mit dem rätselhaften Titel „Das Maul ist der Text“, dessen Urheber Hans-Joachim Hespos sein soll, lud die „projektgruppe neue musik bremen“ am letzten Novemberwochenende vorigen Jahres (25. bis 27. November) zu ihrer 19. Konzerttagung ein. Dieser so treffende Begriff – Konzerttagung – wurde zu meinem Bedauern zwar schon vor Jahren gegen den Allerweltsbegriff Festival ausgetauscht. Das Konzept aber, Musik – immer „auf der Höhe der Zeit“ – zu hören und dieses Hören durch Vorträge sowie moderierte Gesprächsrunden gedanklich zu vertiefen, wurde beibehalten. Zum Glück. Der Titel blieb zwar trotz dieser Verzahnung von Hören und Wissenserweiterung ungeklärt. Aber das Programm machte auch diesmal wieder klar: Es geht in Bremen nicht schlechthin um zeitgenössische Musik, sondern um das Zeitgenössische in der Musik.

Über die Unsicherheit menschlicher Existenz

Vergeblich warten die Menschen im 20. Jahrhundert, in ihrer Existenz vereinzelt und seelisch leer, auf Erlösung aus ihrer Misere. Das ist die beunruhigende Quintessenz im Poem „The Was­te Land“ (Das wüste Land) des anglosächsischen Dichters und Dramatikers T.S. Eliot (Literaturnobelpreis 1948), seine skeptische Erkenntnis der condition humaine zu Beginn der Moderne. Diesem Sujet hat das Metamorphosen Musiktheater bei einem Konzert im Oktober 2016 im Sendessal Bremen klangästhetische Konturen historischer und eigener Provenienz hinzugefügt.

„Ein kleiner Bub bei den Schafen“ – Karl Amadeus Hartmanns Simplicius Simplicissimus in Bremen

30.01.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Der kleine Simplicius Simplicissimus, der „allereinfältigste“, „ein kleiner Bub bei den Schafen“, so der Erzähler, betet in dem ihm vom Eremiten beigebrachten „Vater unser“ „Und erlöse uns von dem Reich“. Natürlich hat der 1905 geborene Karl Amadeus Hartmann das in seiner 1934 entstandenen Oper erst einmal verstecken müssen: er vergrub die Partitur im Garten seiner Schwiegereltern in seinem inneren Exil in der Schweiz.

bremen guitar art 2017

14.01.17 () -
Die Hochschule für Künste (HfK) Bremen richtet das nächste internationale Gitarrenfestival aus: „Die Lange Nacht der Gitarren“, Meister- und Förderkurse für Musikstudierende und solche, die es werden wollen, Gitarren- und Notenausstellung und Workshops. Anmeldungen jetzt freigeschaltet.

Tonkünstler leibhaftig

14.01.17 () -
Einmal im Jahr öffnen Bremer Konzerthäuser, Kirchen und Theater ihre Tore für ein seit 67 Jahren bundesweit einmaliges Festival: In der Bremer Hausmusikwoche konzertieren renommierte Bremer Musikerinnen und Musiker mit Nachwuchskünstlern. Stars nehmen Schüler unter ihre Fittiche und bringen in über 60 (!) Konzerten Kammermusikalisches und Bombastisches, Raritäten und Evergreens, Bekanntes und Unerhörtes zu Gehör.

Ein schönes und ein trauriges Gefühl

29.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Im September 2015 fand im Sendesaal Bremen das international viel beachtete und begeisternde Einstandskonzert des „Syrian Expat Philharmonic Orches­tra“ (SEPO) statt. Grund genug, gut ein Jahr später zu fragen, was aus der Initiative geworden ist.

Wie eine Feuerschmiede – Michael Talke zeigt am Theater Bremen mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ politisches Theater

23.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn in Giacchino Rossinis berühmtester Oper „Il Barbiere di Siviglia“ der intrigante Gesangslehrer Don Basilio seine üble, lebensberatende Verleumdungsarie singt, wenn er mehrfach zu verstehen gibt, dass er für Geld alles macht, wenn Doktor Bartolo meint, nur aus seiner Position heraus sich alles erlauben zu können, wenn der Barbier in dieser Art von Gesellschaft seine unmissverständlichen Geschäfte macht und wenn das arme, aber kluge Mündel Rosina ins Haus eingesperrt ist, dann ist deutlich, wo und wann wir uns befinden: 1816 in einer Zeit, in der jegliche Idee der vergangenen Revolution vorbei ist, und im Gegenteil aus einer freien Gesellschaft eine geworden ist, in der jeder nur noch dem eigenen Vorteil hinterher rennt.
Inhalt abgleichen