Kolumne

Ein bayerischer Meilenstein für die Musikpädagogik


(nmz) -
[...] Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, die CSU- und die FDP-Fraktion haben mit der nun beschlossenen Förderung einen wichtigen Schritt gemacht [...]
Ein Artikel von Franzpeter Messmer

Die D-A-C-H-Tagung in Würzburg zur Situation freiberuflicher Musikpädagogen hat eines gezeigt: Eine Zukunft hat dieser Beruf nur, wenn er gesellschaftlich anerkannt und gefördert wird. Musikunterricht mit Qualität hat seinen Preis, den entweder begüterte Eltern zahlen oder, wenn es diese nicht oder zu wenige davon gibt, die engagierten freiberuflichen Musikpädagogen, deren Verdienst oft in der Nähe des Existenzminimums liegt.

Wenn die Gesellschaft keinen kommerziell ausgerichteten Musikunterricht will, der den Profit vor die pädagogische und künstlerische Qualität stellt, dann muss sie auch die freiberuflich arbeitenden Musikpädagogen unterstützen, die Musikunterricht mit hoher Qualität erteilen, damit diese zum Beispiel Hochbegabte fördern, Kindern aus sozial schlecht gestellten Familien Unterricht geben oder in Gebiete, wo es wenig Musikunterricht gibt, kommen können.

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, die CSU- und die FDP-Fraktion haben mit der nun beschlossenen Förderung einen wichtigen Schritt gemacht, um einen qualitativ hoch stehenden und für alle Jugendliche zugänglichen Musikunterricht zu ermöglichen. Bayern ist damit das erste Land in Deutschland, das auch freiberufliche Musiker unterstützt.

Das kann nicht hoch genug gelobt und anerkannt werden. Öffentliche Geldgeber müssen sicher sein, dass das Geld gut angelegt ist – das gehört zu ihrer Verantwortung: Die Qualität des Unterrichts durch freiberufliche Musikpädagogen muss für alle transparent und nachvollziehbar sichergestellt werden. Das wird unter anderem durch das neue Qualitätszertifikat geschehen. Dieses Zertifikat wurde gemeinsam vom Verband der Bayerischen Sing- und Musikschulen und dem Tonkünstlerverband Bayern entwickelt, um in Zeiten von Patchworkarbeitsverhältnissen die Flexibilität zwischen Musikschulen und freiberuflichem Unterricht zu erhöhen. Nun wird es außerdem bei Freiberuflern die Chance auf Förderung durch den Staat eröffnen.

Der Runde Tisch hatte auch deshalb Erfolg, da die beteiligten Verbände konstruktiv zusammen arbeiteten. Dieser neue Geist muss sorgsam gehütet werden. Nur so kann der Anfangserfolg zu einer Erfolgsgeschichte werden.

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