Kolumne

Damit Musik jung bleibt – Eckart Rohlfs zum 85.


(nmz) -
Im vergangenen Dezember feierte Eckhard Rohlfs seinen 85. Geburtstag. Für ihn stand immer die Jugend im Zentrum seiner Arbeit, und er ist bis heute in seiner Offenheit jung geblieben.
Ein Artikel von Dr. Franzpeter Messmer

Seine Lebensleistung für das Musikleben in Deutschland ist außerordentlich. Er war 1950 Mitbegründer der Jeunesse musicales Deutschland, 1952 der nmz, 1963 des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und 1970 der Europäischen Union der Musikwettbewerbe für die Jugend. Als Bundesgeschäftsführer führte er den Wettbewerb „Jugend musiziert“ von den Anfängen zu einer der wichtigsten Institutionen für musikalische Jugendarbeit unserer Zeit. Darüber hinaus prägte er als Redakteur der nmz, als Autor von Büchern wie dem „Handbuch der Musikberufe“ oder als Mitherausgeber des „Musik- Almanachs“ das musikalische und musikpolitische Denken vieler Jahrzehnte. Heute ist er das musikalische Gedächtnis für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er beschrieb in seinem großen Artikel in der nmz die Entwicklung von „Jugend musiziert“ und zeigte, was heute viele vergessen haben, dass „Jugend musiziert“ zum Tonkünstlerverband gehört und eines seiner wichtigsten Projekte für breitenwirksame Nachwuchsförderung war und ist. Darüber hinaus hat er uns Heutigen ein Beispiel gegeben, wie wir uns für die Musik engagieren können und müssen. Bescheiden und zurückhaltend im Auftreten widmete er sich seinen Ideen und Zielen mit hoher Sachkenntnis und großer Beharrlichkeit. Musikpolitik war für ihn sicherlich auch Gremien- und Verbandsarbeit, vor allem aber, das als richtig Erkannte in die Tat umzusetzen: nicht nur reden, sondern handeln. Ihm gelang es, „Jugend musiziert“ zu einer großen bundesweiten Organisation aufzubauen und ihr in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute eine positive Resonanz zu sichern. Projekte musikalischer Basisarbeit müssen leider mangels ausreichender Finanzmittel hauptsächlich durch idealistischen Einsatz verwirklicht werden. Eckhard Rohlfs hat in der schwierigen Zeit nach dem Krieg, in welcher der wirtschaftliche Aufbau im Vordergrund stand, durch sein Engagement junge Menschen für das eigene Musizieren begeistert. Wir sind ihm dafür zu größtem Dank verpflichtet, und vor allem ist er für uns ein wichtiges Vorbild: auch wir müssen alles tun, damit Musik jung bleibt!

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