Kulturelle Vielfalt sichern: Musikhochschulen retten

Der TKV Baden-Württemberg bezieht Stellung


(nmz) -
Am 15. Juli 2013 gab das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst bekannt, dass die jährlichen Kosten für die Musikhochschulen Baden-Württembergs um 5 Millionen auf 40,18 Millionen Euro gesenkt werden sollen.
Ein Artikel von DTKV

Am 15. Juli 2013 gab das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst bekannt, dass die jährlichen Kosten für die Musikhochschulen Baden-Württembergs um 5 Millionen auf 40,18 Millionen Euro gesenkt werden sollen.

Damit will man den Sparforderungen des Landesrechnungshofes nachkommen. Der Tonkünstlerverband hat mit der folgenden Pressemitteilung zu den Sparplänen Stellung genommen:

Mit großer Verwunderung haben wir die Pläne des Kultusministeriums zur Entwicklung der Musikhochschulen zur Kenntnis genommen und halten deren Umsetzung wie geplant für äußerst problematisch: 1.) Verlegung des Stud­ienganges Jazz/Pop von Stuttgart nach Mannheim; 2.) Integrierung der Pop­akademie in die Musikhochschule Mannheim (unter Wegfall von Studienplätzen im klassischen Bereich); 3.) Umwandlung der Trossinger Hochschule in eine „Musikhochschulakademie“.



Eine Verlegung des Studienganges Jazz/Pop von Stuttgart nach Mannheim hätte gravierende Folgen für das kulturelle Leben in der gesamten Region Stuttgart: Eine lebendige Jazzszene rund um die Landeshauptstadt lebt von den Studierenden der Stuttgarter Hochschule. Wenn diese Studierenden und ihre Lehrer nicht mehr da sind, wird eine vielfältige kulturelle Szene ausgetrocknet. Studierende aus Mannheim für Auftritte im Großraum Stuttgart und Umland zu engagieren, scheitert schon aufgrund der Reisekosten.
 Der Standort Stuttgart hat in seiner 25-jährigen Entwicklung bedeutende, jetzt hier lebende und wirkende Musiker hervorgebracht.

Eine Hochschule lebt von der Vielfalt der Stile und Musikrichtungen, die an ihr unterrichtet werden. Daraus Monokulturen zur „Exzellenzsteigerung“ zu machen, hat schon in der Landwirtschaft nicht funktioniert! Der Hintergrund für die Integrierung der Popakademie in die Mannheimer Musikhochschule dürfte ein finanzieller sein: Die Förderungen der Popakademie laufen mittelfristig aus. Was liegt näher, als die Popakademie auf den Etat der Musikhochschule „umzubuchen“? Damit werden aber in großer Zahl Studienplätze im klassischen Bereich wegfallen müssen, was gerade für Mannheim in der Tradition der „Mannheimer Schule“ nicht hingenommen werden kann.



Eine Musikhochschulakademie in Trossingen würde, wenn sie sinnvoll ausgestaltet wird, kein Einsparpotenzial bieten. Im Gegenteil: Wie in einer Studie der Trossinger Hochschule dargestellt, würden erhebliche Mehrkos­ten entstehen. Ein Vorteil für die dortige Region kann nicht gesehen werden, da das bisherige Angebot der Trossinger Hochschule bereits alle wichtigen Punkte, die man sich von einer Hochschulakademie verspricht, beinhaltet. Angesichts hervorragend arbeitender Landes- und Bundesakademien im Musikbereich ist der Bedarf an der Ansiedelung einer weiteren Akademie durchaus fraglich. Der Tonkünstlerverband wendet sich entschieden gegen die Kürzungs- und Konzentrationspläne des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.Der Tonkünstlerverband ist weiterhin der Ansicht, dass eine Trennung von klassischer Musikausbildung und Jazz- und Popausbildung kontraproduktiv und künstlerisch weltfremd ist. Der Vorschlag, Studiengebühren für Nicht-EU-Studierende einzuführen, sollte weiter verfolgt werden, nachdem die Studiengebühren für Deutsche im Ausland zum Teil viel höher sind als die hierzulande diskutierten.



Hier einige der Petitionen, die sich für den Erhalt der Musikhochschulen an ihren Standorten und den Erhalt des Studienganges Jazz/Pop in Stuttgart einsetzen:

https://www.openpetition.de/petitio…

http://www.petitionen24.com/rettet_die_musikhochschulen

• https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-musikhochschulen-in-ihren-regionen

https://www.openpetition.de/petitio…

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