Nachtigall beflügelt Schule

Ein Projekt der St. Ursula Schule Hannover mit dem duo pianoworte


(nmz) -
In der heutigen Zeit sind kreative Wege gefragt, um in allgemeinbildenden Schulen das Thema „Neue Musik“ erfolgreich zu vermitteln. Denn auch die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10d der St. Ursula Schule Hannover waren zunächst der Meinung, ein weiteres Kapitel der „langweiligen Musikgeschichte“ vor sich zu haben.
Ein Artikel von Frank Schmitz

Daher wurde bereits zum wiederholten Mal vom Musiklehrer Frank Schmitz als außerschulischer Kooperationspartner das duo pianoworte gewonnen, das über vielfältige Erfahrung bei der Vermittlung zeitgenössischer Musik verfügt. Für die Verwendung des Märchens „Die chinesische Nachtigall“ nach Hans- Christian Andersen in einer Bearbeitung für Klavier und Sprecher von Heinrich Gattermeyer war insbesondere auch die Thematik „Kritik an der fortschreitenden Technisierung und Industrialisierung“ (Fachbezug zum Geschichtsunterricht) ausschlaggebend.

Nach einer ersten Experimentierphase mit verschiedenen Percussionseffekten, Flügelinnenraumklängen und Schattentheaterspiel war die Klasse gefordert, eigene Vorstellungen für eine szenisch-musikalische Umsetzung der literarischen Vorlage zu entwickeln. Dabei kamen die Schülerinnen und Schüler von selbst auf unterschiedlichste Ideen, die in verblüffender Selbstverständlichkeit jenen Kompetenzen entsprachen, die im Kerncurriculum für das Fach Musik in Niedersachsen gefordert werden: Musik mit Sprache, Bild, Szene, Film und Programm in Verbindung zu bringen.

So entstanden zahlreiche Schauspielszenen, eine pantomimische Darstellung der guten und bösen Taten, eine pirouettenhafte Kunstvogel-Szene zu einer neu komponierten Musik, eine Nachtigall-Such-Aktion im Publikum und eine perfekte Ton- und Lichtregie samt Beamer-Effekten zu verschiedenen Passagen des Gattermeyerschen Klavierparts, der mit zahlreichen Schlaginstrumenten und einer Solo-Violine instrumentiert wurde. So entstand eine lebendige Collage aus Tod, Kunstvogel, Nachtigall, einem bewegten Garten des Kaisers und einer unentschlossenen Kaiserin – eingebettet in das vom duo pianoworte erzählte Märchen. Immer wieder war für die Klasse der Anreiz gegeben, sich intensiv mit der Musik Gattermeyers auseinanderzusetzen.

Den Abschluss des vierwöchigen Projektes bildete eine Aufführung im großen Saal des benachbarten Freizeitheims Döhren vor 450 Schülerinnen und Schülern der Ursula-Schule, die mit gebannter Aufmerksamkeit das auf die Bühne gebrachte Geschehen verfolgten. Eine zweite Aufführung für Eltern und Verwandte vervollständigte das Projekt. Dieses Angebot einer außerschulischen Kooperation wurde im vorliegenden Fall von der Stiftung Edelhof Ricklingen finanziell gefördert und wird als fester Bestandteil der musikalischen Arbeit der St. Ursulaschule Hannover weiter geführt.

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