Zusammenarbeit auf Augenhöhe entwickeln

Sicherstellung und nicht nur Anerkennung unserer Arbeit gefordert


(nmz) -
Mit ausgesprochen lebhaften Gesprächen über die gegenwärtigen Anforderungen an unsere musikalisch-pädagogische und großenteils freiberufliche Tätigkeit ging am letzten Septemberwochenende die Landesdelegiertenversammlung des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) nach mehr als fünfstündigen Beratungen zu Ende.
Ein Artikel von Gunter Sokolowsky

Mit ausgesprochen lebhaften Gesprächen über die gegenwärtigen Anforderungen an unsere musikalisch-pädagogische und großenteils freiberufliche Tätigkeit ging am letzten Septemberwochenende die Landesdelegiertenversammlung des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) nach mehr als fünfstündigen Beratungen zu Ende.

Der Landesvorstand sowie Delegierte der sieben Bezirksverbände aus Niedersachsen hatten zum Gedankenaustausch auch den Präsidenten des Bundesverbandes des DTKV, Herrn Dr. Dirk Hewig, eingeladen. Als gebürtiger Niedersachse brachte er auch seine besondere Verbundenheit zum Landesverband zum Ausdruck. „Die Autonomie aller Landesverbände wird vom Bundesverband besonders beachtet. Wir treten für Koordination und die Mitwirkung in Dachverbänden ein und leisten umfangreiche ehrenamtliche Arbeit dafür. Natürlich wird auch eine eigenständige Arbeit, etwa in der Künstlersozialkasse (KSK) oder „Jugend musiziert“ geleistet“, berichtet er.

Besonderer Schwerpunkt ist die Entwicklung einer Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) auf Bundesebene. Die Forderungen der Delegierten zum Thema „Bündnisse für Bildung“ auf Landes-und Kommunalebene ging eindeutig darauf hinaus, dass die Zusammenarbeit auf Augenhöhe (also auf gleichberechtigter Basis) erfolgen muss.

Dr. Hewig berichtete auch, das eine bundesweite Petition zum Umsatzsteuervorhaben 2013 gegen existenzgefährdende Maßnahmen sehr erfolgreich war. Wie es für 2014 weitergehen wird, sei nach der Bundestagswahl noch völlig unklar. Eine weitere Petition befasste sich mit der Sicherstellung der weiteren Existenz der KSK auf Bundesebene. Dies ist eine lebenswichtige Einrichtung für alle freiberuflichen qualifizierten Musikpädagogen, Musiker und Komponisten sowie weitere KSK-Mitglieder.

„Viele wichtige Informationen sind auf den Internetseiten des Bundesverbands und der Landesverbände gelis-tet. Rufen Sie all unsere Mitglieder und Leitungsgremien dazu auf, sich regelmäßig zu informieren. Sie kommen zu jeder Zeit, wie sie es einrichten können, an die Unterlagen“, äußerte sich Dr. Hewig. Im Zeitalter der modernen Kommunikation wie Internet und Email sei die Öffnung zu diesen Medien dringend erforderlich. Unsere Mitglieder müssen sich selbst besser informieren, regelmäßig E-Mail abrufen, auf unseren Internetseiten lesen und recherchieren.

Wir müssen den Kontakt zu unseren regionalen Abgeordneten (Stadt/Kreis/Land) so gestalten, das unsere Arbeit bekannter wird und für entsprechende Arbeitsbedingungen gekämpft werden kann. Besonders bei Strukturänderungen in der Gesellschaft fehlt zurzeit die entsprechende Achtung und Anerkennung unserer Tätigkeit. Wir selbst müssen erfolgreich kommunizieren, Kontakte entwickeln und pflegen und ganz klare Forderungen stellen.

Wir alle selbst können zum sparsamen Umgang mit Mitteln und zur schnellen Verbreitung von notwendigen Maßnahmen/Informationen beitragen, wenn wir unsere Kontaktmöglichkeiten dem Berufsverband zur Verfügung stellen. Unsere Delegierten brachten weitere Themen auf den Punkt. Einmal die Forderung nach einem „Landesmusikschulgesetz“ nach dem Vorbild von Österreich, zur besseren sozialen Absicherung der Künstler und Pädagogen. Zum anderen die Tatsache des Ehrenamtes, welchem viele Mitglieder gern nachgehen, davon aber auch nicht leben können.

Noch ist vielen unserer potentiellen „Kunden“ nicht ganz klar, dass unsere qualifizierten Dienstleistungsangebote auch ihren Preis haben. Wenn wir selbstbewusster auftreten und in breiter Anerkennung vieler anderer Berufe uns gegenseitig achten, wird sich die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit weiterhin verbessern.

So kamen auch Fragen auf, wie die Alterssicherung unserer durchschnittlich eher wenig verdienenden Kollegen eventuell verbessert werden könne.
Der Landesvorstand erhielt den Auftrag, das Thema Alterssicherung sowie die Modernisierung unseres Berufsverbands-Namens an die DTKV-Länderkonferenz und den Bundesvorstand heranzutragen.

In den Berichten der Bezirksverbände kam ganz deutlich zum Ausdruck, wie engagiert unsere Mitglieder ihre künstlerische und pädagogische Arbeit den regionalen Gegebenheiten entsprechend einsetzen und für eine hochqualifizierte Wirksamkeit sorgen.

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