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Alle Artikel kategorisiert unter »Gordon Kampe«

Kleine Musik

27.12.14 (Gordon Kampe) -
Rosario, ein mittlerweile recht betagter Bergmann, hat an Weihnachten Geburtstag. Wie jedes Jahr wird ihm der Pastor gratulieren und ihm etwas schenken. Er wird aufstehen, dem Pastor ein paar Meter entgegenhumpeln und dann, wie an jedem gewöhnlichen Sonntag auch, wird er mit herrlichstem italienischem Akzent während des Vater Unsers – weil zu laut, zu schnell und stets außerhalb jeglicher metrischer Logik –, die Gemeinde völlig rausbringen. Ich sitze derweil auf der Orgelbank und freue mich heimlich über das liturgische Theater. (Und in diesem Jahr werde ich ihm das auch sagen.)

Trüffelblick

14.11.14 (Gordon Kampe) -
Ich polierte gerade meinen Markenkern, da musste ich an Trüffelschweine denken. Hat ein Schwein Trüffeln gefunden, kommt der Bauer und verkantet einen Maiskolben im Schweinemaul, auf dass die edlen Gewächse nicht gefressen werden: Eine vollkommen frustrierte Sau ist die zwingende Folge.

V-Leute

18.10.14 (Gordon Kampe) -
Wir brauchen mehr Vermittlung! … Na, noch wach? Gut! Folgendes: Neulich im Vermittlungseinsatz – Feldmans „neither“ traf auf Seniorentruppe. Und während ich so: „bla-Cage-bla-graphisch-bla“, malten mir die Damen Zahlen in die Partituren, bis eine „Bingo!“ rief.

Das Herdstipendium

31.08.14 (Gordon Kampe) -
Wenn ich vor Stille nicht schlafen kann, mich pottwalgroße Killer-Hornissen verfolgen oder ich mit Grafikern aus Kaliningrad beim Frühstück mit Müsli und Vodka sitze, dann weiß ich: Ich habe ein Stipendium und lebe meine Kreativität in „arkadischer Einöde“ aus, wie der Musikpublizist Michael Rebhahn es treffend formulierte.

Brizzelbrazzel

09.07.14 (Gordon Kampe) -
Was 1785 das Dideldudel der Albertibässe war, ist heute der zumeist mit noisigem Brizzelbrazzel begleitete YouTubeschnipsel, jedenfalls in quantitativer Hinsicht. Qualitativ heißt das nichts, denn auch mit dem Albertibass konnte man ebenso schöne (vgl.: Mozart) wie dämliche Stücke schreiben (vgl.: Sonatinen des Grauens). Gab das Begleitreadymade einst der rechten Hand die Freiheit zu virtuoser Entfaltung, gibt es den linken Gehirnhälften vieler Komponisten nun die Möglichkeit zu virtuoser Verarbeitung der rezipierten theoretischen Schriften.

4:0

05.06.14 (Gordon Kampe) -
Bei Brahmsens Barte! – Es hat sich genau so zugetragen: Als Borussia Dortmund neulich Hertha BSC mit 4:0 schlug, saß ich mit ebenso glücklichen wie sturzbetrunkenen Fans im Bord-Bistro des ICE. Und sie komponierten. Einer war auf dem Ärmel seines Pullis eingeschlafen, dessen Strickmuster sich nun auch im Borussenantlitz wiederfand. Der zu vertonende Text lautete folgerichtig: „Dein Gesicht sieht aus wie ein Teppich, Alter.“ Zeitgleich saß dort auch ein der Barockmusik zugeneigter Herr mit Zupfinstrumenten, der höflich aufgefordert wurde, seine Gitarre doch auszupacken.

Die Zunft

07.05.14 (Gordon Kampe) -
Ich bin Elektriker. Während der Ausbildung trugen wir am Revers des stets kornblumenblauen Arbeitsanzuges immer voller Stolz einen Phasenprüfer als Signum unserer Macht. Denn merke, Häuslebauer: Ob es bei Dir hell oder dunkel ist, das entscheiden die Kornblumenblauen! Diesen altmodischen Zunftstolz habe ich mit in mein Musikerdasein hinübergenommen: Ich bin Musiker. Ich kann was. Und weil das so ist, bedarf es auch keinerlei Rechtfertigungen, wofür das schräge Treiben denn nun alles gut sei.

Über die Wupper

30.04.14 (Gordon Kampe) -
Wo Elefanten aus schwebenden Straßenbahnen fallen, da wundert man sich eigentlich über nichts. Der aktuelle Wuppertaler Opernintendant hat dennoch für Aufmerksamkeit gesorgt, indem er das feste Ensemble zugunsten einer für jede Produktion neu zu verpflichtenden „Tosca-Special-Force“ abgeschafft hat.

Neues Festival

21.03.14 (Gordon Kampe) -
Das „Kleine-Ideen-Festival“ ist sowohl dezentral als auch transdisziplinär ausgerichtet und bedarf weder einer finanziellen Förderung noch einer Institution. Das Festival sind Sie. Und alles was Sie zum Mitmachen benötigen, ist einer jener winzigen runden Sticker, die Sie in jedem halbwegs gut sortierten Schreibwaren-Laden kaufen können und deren Existenz nun endlich einen Sinn bekommt. Werden Sie ab heute Intendant und bekleben Sie die Welt, was das Zeug hält. (Wenn es denn hält, vgl. dazu auch: Welthaltigkeit).

Wummern

11.02.14 (Gordon Kampe) -
Ich mag Einsen. Am liebsten die saftigen, die sich erst untenrum in den Magen bohren, bevor sie sich langsam körperaufwärts ausdehnen. Ganz schlimm hingegen ist dieses süßliche Gesäusel, dieses septolisch versetzte, am Steg schabende Genuschel, das hohe Till-Werte auf der nach oben offenen Schweiger-Skala erreichen kann.
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