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Alle Artikel kategorisiert unter »Rainer Nonnenmann«

Erntefestivals

01.10.03 (Rainer Nonnenmann) -

Auch die Neue Musik folgt dem Jahreszyklus: Während des Sommers schreiben die Komponisten in ihren Refugien neue Werke, dann erstellen die Verlage unter Hochdruck das Notenmaterial, welches anschließend die Musiker einstudieren und endlich im Herbst zur Aufführung bringen. Auf diese Weise wird im Oktober auf vielen Musikfestivals im In- und Ausland die musikalische Ernte eingefahren.

Quartettologie

01.09.03 (Rainer Nonnenmann) -

Die Auseinandersetzung mit der Gattung Streichquartett gilt auch noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts unter Komponisten als besondere Herausforderung. Zum einen, weil die ambitionierte Besetzung die Möglichkeit bietet, entweder in polemischer Absetzung von oder in konstruktiver Fortsetzung der altehrwürdigen, bis zu Joseph Haydn zurückreichenden Tradition eigene höchste kompositorische Ansprüche anzumelden. Zum anderen, weil sich verstärkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten ausgezeichnete Quartettformationen wie das Arditti Quartet mit einem nachgerade „uraufführungswütigen“ Eifer für die Erweiterung des Repertoires eingesetzt haben. Am Nachmittag des 13. September wird im Mozartsaal der Alten Oper Frankfurt erstmals Claus-Steffen Mahnkopfs Streichquartett „Hommage à Theodor W. Adorno“ zu hören sein.

Sommertheater

01.07.03 (Rainer Nonnenmann) -

Seit Jahren boomt die Produktion neuer Musiktheaterwerke. Den Anfang des diesjährigen Opern-Sommers macht am 6. Juli Beat Furrers „invocation“ unter der Leitung des Komponisten und in der Inszenierung von Christoph Marthaler am Züricher Theater im Schiffbau. Wie in seiner letzten Oper „Begehren“, die während der RuhrTriennale am 17. September in der Bochumer Jahrhunderthalle zur deutschen Erstaufführung gelangt, verwendet Furrer auch hier Texte von Ovid und Cesare Pavese sowie von Marguerite Duras.

„dem universum die gänsehaut beibringen“

01.07.03 (Rainer Nonnenmann) -

Eva-Maria Houben: hespos – eine monografie, Pfau Verlag, Saarbrücken 2003, 360 S., Abb., Notenbeispiele, € 30,00, ISBN 3-89727-212-1

Auf Wellen geschrieben

01.06.03 (Rainer Nonnenmann) -

Seit einigen Jahren entdecken immer mehr Komponisten die assoziativen Qualitäten von Musik. Titel, Gestik und Klanglichkeit zielen verstärkt auf außermusikalische Vorstellungen. Das Hörerlebnis soll – frei nach Immanuel Kant – ein freies Spiel von Einbildungskraft und Verstand sein, unabhängig von verbindlichen Strukturideen oder Begriffen, aber geleitet von bildlichen oder musikdramatischen Vorgaben. Bestätigt finden konnte man dies jüngst bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, zum Beispiel anhand neuer Stücke von Bernhard Lang, Emanuel Nunes und Johannes Maria Staud, die allesamt Literatur verinnerlichten und als Vorgängerwerke zu geplanten Musiktheaterwerken entsprechend „beredt“ ausfielen.

Musiktermine: Kammermusik

01.05.03 (Rainer Nonnenmann) -

Es gab eine Zeit, da wurden herkömmliche Besetzungen strikt gemieden und neue Musik nur für kleine, möglichst variable Formationen geschrieben. Aus Kostengründen und wegen des hohen Grads an Spezialisierung der Ensembles hat sich wenig daran geändert und ist die meiste neue Musik auch heute Kammermusik. Die 35. Wittener Tage für neue Kammermusik bieten vom 9. bis 11. Mai knapp zwanzig Uraufführungen neuer Werke in der Besetzung von Solo, Trio, Quartett bis zum Ensemble und kleinen Kammerorchester. Außerdem sind bei der Hälfte der Stücke Sprecher oder Vokalisten beteiligt. Die Kompositionen stammen von Arnulf Herrmann, Elena Mendoza-López, Gustav Friedrichsohn, Carola Bauckholt, Jörg Widmann, Jörg Birkenkötter, Markus Hechtle, Emmanuel Nunes, Johannes Maria Staud, Michael Jarrell, Miki Yui, Carsten Schulz, Bernhard Lang, Enno Poppe sowie von Pierre Ampère und Viktor Volt. Zudem erklingt am 4. Mai im Gare du Nord Basel erstmals ein Streichtrio von Detlev Müller-Siemens. Am 6. Mai sind im Rahmen der Reihe Musica Viva im Münchner Gasteig neue Trios für Akkordeon, Bassklarinette und Posaune von Hector Moro und Natalia Gaviola zu hören und am 12. Mai neue Ensemblestücke von Wolfgang Motz, Andrew Digby und Michael Quell in der Elisabeth Schneider Stiftung in Freiburg i.Br. Ferner uraufgeführt werden am 13. Mai Martin Christoph Redels „Was es ist“ – Lyrisches Traumbuch für Bariton und Klavier im Musikverein Wien, am 18. Mai Kurt Schwertsiks Quintett für Bandoneon und Streichquartett im Konzerthaus Wien und am 28. Mai im Rahmen des Leipziger Bachfests Otfried Büsings Kammerkantate „Abend“. Im Festkonzert zur Verleihung des Siemens Musikpreises 2003 an Wolfgang Rihm erklingt am 22. Mai im Cuvilliéstheater erstmals dessen „Stilles Stück 2“ für Bariton, Horn und Streicher.

Passionen

01.04.03 (Rainer Nonnenmann) -

Seit dem Frühbarock haben Komponisten den Leidensweg Jesu Christi immer wieder mit exzessiver Chromatik, Seufzersekunden, Kreuz- und harten Tritonus-Gängen gepflastert. Ob sie sich dieser Sprache auch heutzutage noch bedienen oder zu neuen Ausdrucksformen finden, ist nun in der Zeit vor Ostern anhand einiger Uraufführungen zu erleben. Im Rahmen des Festivals „PSALM“ kommt am 5. April im Dom der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Graz die Passion „Leiden und Tod unseres Herrn und Heilands Jesus Christ“ für Alt- und Bass-Solo, Doppelchor und Instrumentalensemble des Wiener Orgelprofessors und Komponisten Michael Radulescu zur Uraufführung. Am darauf folgenden Sonntag, den 13. April führt Thomas Daniel Schlee in Neuss zusammen mit dem dort ansässigen Kammerorchester unter der Leitung von Joachim Neugart sein opus 52 „Der Kreuzweg unseres Herrn und Heilandes“ zum ersten Mal auf. Nicht im engeren, aber zumindest weiteren Sinne zum Thema gehört auch Manfred Trojahns „Requiem“, dessen Neufassung am 18. April in Leipzig mit dem Orchester des MDR unter Howard Arman erstmals zu hören sein wird.

Maerzmusik

01.03.03 (Rainer Nonnenmann) -

Zum zweiten Mal findet in Berlin als Nachfolgeveranstaltung der Musik-Biennale vom 13.–23. März die „Maerzmusik“ statt. Veranstaltet wird das „Internationale Festival für aktuelle Musik“ von der Berliner Festspiel GmbH – ein Bereich der Kulturverwaltungen des Bundes in Berlin – in Verbindung mit mehreren Rundfunkanstalten, Ensembles, diplomatischen Vertretungen, ausländischen Ministerien, der Siemens Musikstiftung und über die Stadt verteilten Spielstätten: Philharmonie, Konzerthaus, Hebbel Theater, KulturBrauerei, Sophiensäle, Friedrichwerdersche- und Sophienkirche. Mit dem Begriff „aktuelle Musik“ zielt der künstlerische Leiter Matthias Osterwold auf die Vielfalt im Spektrum zeitgenössischer Musik, also neben komponierter neuer Orchester- und Kammermusik auch auf experimentelles Musiktheater, Klangkunst, intermediale Arbeiten, Performances, Fluxus-Aktionen, Installationen, Hörspiele, Filme, Ausstellungen und die junge digital-elektronische Musikszene, die jeweils spät am Abend in der „Sonic Arts Lounge“ im Haus der Berliner Festspiele zusammenkommt, wo tagsüber am 21./22. März das Symposion „Material Re Material“ (remix & copyright) stattfindet.

Uraufführungen

01.02.03 (Rainer Nonnenmann) -

Verfremdung, Maskierung, Verstellung können urmusikalische Motive sein. Sie haben nicht notwendig etwas gemein mit Pappnase, Büttenrede, Tusch, Bützche, Funkenmarie, Marsch- und Tanzmusik, wie sie in der sogenannten fünften Jahreszeit wieder die Rheinländer und andere Frohnaturen umtreiben.

Musikjahre

01.12.02 (Rainer Nonnenmann) -

Mit dem endenden Jahr wird es Zeit zum Bilanzieren. Für 1993 machte der Dichter Oscar Pastior folgende Rechnung auf: „Beim Hören von Musik wird im Ohr Zeit freigesetzt: das Ohr produziert Freizeit. Auf dieser Erkenntnis beruht das Ohren-Leasing, ein blühender Dienstleistungszweig. Die also mit Hilfe von Leihohren erzeugte Freizeit kann gespeichert werden, etwa auf Band. [...] Allein im Vorjahr wurden im Weltmaßstab Freizeitreserven im Umfang von 350.000 Musikjahren zurückgelegt – man bedenke!“

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