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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

Die Enkelgeneration: Neuentdeckungen der historischen Aufführungspraxis beim Musikfest Bremen 2010

20.09.10 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nicht immer ragt das nun 21 Jahre alte Musikfest Bremen derartig profiliert heraus wie dieses Jahr. Zwar hatte der Intendant Thomas Albert – auch Professor für Barockgeige an der Hochschule für Künste – das Konzept mit dem Anspruch aufgebaut, die Spitze der historischen Aufführungspraxis anzubieten, doch das wurde gelegentlich sehr verwässert. Umso erfreulicher ist die Strenge des Profils dieses Jahr.

Unverzichtbare Wissenschaft

07.09.10 (Ute Schalz-Laurenze) -
Annette Kreutziger-Herr/Melanie Unseld (Hrsg.): Lexikon Musik und Gender, Bärenreiter, Kassel u.a. 2010, 610 S., Abb., € 89,00, ISBN 978-3-7618-2043-8

John Cage in Halberstadt: der neunte Klangwechsel und eine Klangtafel für Heinz Klaus Metzger

29.07.10 (Ute Schalz-Laurenze) -
Im Magazin der Süddeutschen Zeitung gibt es eine Kolumne mit dem Titel: „Das Beste aus aller Welt“. Dazu gehörte nach Meinung des Autors Axel Hacke vor kurzem auch die „Aufführung“ des längsten Musikstückes der Welt, das Orgelstück „Organ 2/ASLSP“ (1987) von John Cage. Es ist dem großen Organisten Gerd Zacher gewidmet, der es 1987 mit einer Dauer von 29 Minuten uraufgeführt hat.

Abstrus, irreal und skurril: Bernd Redmanns „Die Gehetzten“ in Bremen

23.03.10 (Ute Schalz-Laurenze) -
Kann man nach einem solchen Abend die Frage nach der Gattung Oper überhaupt noch stellen? Der 1965 geborene Musikwissenschaftler, Musiktheoretiker und Komponist Bernd Redmann machte für seine erste Bühnenarbeit den (nicht vorhandenen) Sinn des Lebens und den (nicht vorhandenen ) Sinn der Kunst zum Thema, sein Text ist eine Farce. Klischees und Binsenweisheiten werden ironisch aneinandergereiht, es gibt keinen Inhalt, es gibt keine Geschichte.

Der Blick auf den Klang – zur Tagung „The Look of the Sound“ in Bremen

15.03.10 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Was nutzt es, wenn es musikologisch richtig ist und der Film ist Scheiße?“ fragte kraftvoll der Regisseur Uli Aumüller in der Tagung „The Look of the Sound“ in Bremen, die die Galeristin Katrin Rabus nun zum sechsten Mal ausrichtet. Vier Tage lang wurden Filme unterschiedlichster Art gezeigt, vier Tage lang wurde mit den zehn anwesenden Regisseuren, Redakteuren, Musikwissenschaftlern diskutiert und produktiv gestritten über das, was der Film im Unterschied zur Musik kann und was nicht, vier Tage lang lockerten Live-Konzerte die Atmosphäre auf.

Es prickelt und brodelt, von Mainstream keine Spur

01.02.10 (Ute Schalz-Laurenze) -
Ungefähr 20 Schülerinnen und Schüler sind im Halbrund auf der Bühne, haben Trommeln, Musikinstrumente und elektronische Geräte bei sich. Dann folgt ein Film, in dem eben diese Schüler von Erinnerungsstücken – Schmuck, Steine, Klamotten – aus verschiedenen Reisen erzählen. Man lernt sie ein wenig kennen, ehe sie das eigentliche Thema des Abends betreten, die „Voids“ des jüdischen Museums in Berlin, dessen philosophisch und politisch gedachte Architektur durch Daniel Libeskind seit seiner Eröffnung 1999 weltberühmt geworden ist. „Void“, das sind im Museum die fünf Leerräume, die unterschiedlich gestaltet sind und zu unterschiedlichem Gedenken anregen. Eines heißt „Gefallenes Laub“, auf dem Boden liegen blättergroße Metallplatten, in die Gesichter gelocht wurden (eine Idee des israelischen Künstlers Menashe Kadisman).

„Ihr seid ja wunderbar verrückt!“ Die vierten Hamburger Klangwerktage

05.12.09 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Toller geht’s nicht - Ihr seid ja wunderbar verrückt!“ hatte einer ins Gästebuch zu der geheimnisvollen Ramklangkomposition „Troposphères“ von Sascha Lino Lemke in den Labyrinth-ähnlichen Kreisen in der Kampnagelfabrik in Hamburg geschrieben. Den schriftlichen Ausbruch kann man gerne für Konzeption und Durchführung des sechstägigen Festivals übernehmen.

Dem Genuss der Oberfläche widerstehen: Siemens-Preisträger Klaus Huber im Gespräch

15.05.09 (Klaus Huber) -
Der Schweizer Komponist Klaus Huber erhält am heutigen 15. Mai 2009 in München mit dem Ernst von Siemens Musikpreis den größten europäischen Preis dieser Art. Huber ist 1924 in Bern geboren, war von 1973 bis 1990 Professor für Komposition in Freiburg im Breisgau und hat mit seinem Institut für Neue Musik weltweite Wirkung auf Schüler und vor allem Strukturen für das Lernen von Komposition gehabt: die von ihm entwickelte Ausbildungsmethode in der engen Verbindung von Theorie und Praxis ist ein bis heute gültiges Unterrichtsmodell. Ein Interview aus der März-Ausgabe der nmz.

Loderndes dramatisches Feuer – Mozarts „Idomeneo“ am Staatstheater Hannover

05.02.09 (Ute Schalz-Laurenze) -
Was für eine Exposition! In wenigen Strichen legt Wolfgang Amadeus Mozart in seinem 1781 uraufgeführten „Idomeneo, Re di Kreta“ eine Welt der menschlichen Emotionen bloß, die von vornherein eine vordergründige Haupt- und Staatsaktion der in mythologischer Antike spielenden Geschichte verlässt. Die von den Griechen gefangene trojanische Prinzesson Ilia liebt Idamante, den Sohn des Besetzerkönigs Idomeneo. Und der Regisseur Philipp Himmelmann interessiert sich nicht für die Aktualisierung der Geschichte selbst als vielmehr für die Absolutheit der Gefühle.

Den Frieden komponieren? Ein wissenschaftlich-praktisches Symposium in Bremen

22.01.09 (Ute Schalz-Laurenze) -
Seit es Kunst gibt, seit es Musik gibt, gibt es auch die Kommentierung des Tagesgeschehens, der Politik. Sei es in Trauer- und Jubelritualen als Auftragswerke in früheren Jahrhunderten, sei es als persönlicher Kommentar der Künstler ab dem 19. Jahrhundert. Wie eine Musik des Friedens klingen kann, ob und wie sie existent sein könnte ohne eindeutige textliche Grundlage, ob und wie sie wirken kann, das wurde drei Tage an der Hochschule für Künste erörtert: in sieben Vorträgen und drei Konzerten.
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