Dresdner Musikfestspiele setzen in Corona-Zeiten auf Stars


09.10.20 -
Dresden - Die Dresdner Musikfestspiele setzen in Zeiten der Corona-Pandemie nicht nur auf Stars der Klassikszene. Unter dem thematischen Motto «Dialoge» treten auch Künstler wie die Jazzer Till Brönner und Jamie Cullum, Rockmusiker Sting, die Sängerinnen Ute Lemper und Gisela João oder der senegalesische Weltmusiker Pape Diouf auf, wie die Festspiele am Donnerstag in Dresden mitteilten.
09.10.2020 - Von dpa, KIZ

Bei der 44. Ausgabe von Ostdeutschlands bekanntestem Klassik-Festival werden zudem eine Reihe von Konzerten nachgeholt, die nach der Absage der Festspiele wegen Corona in diesem Jahr nicht stattfinden konnten. Insgesamt sind vom 14. Mai bis 12. Juni 2021 exakt 64 Konzerte an 25 Spielstätten geplant.

Tragende Säule des Festivals unter Leitung von Jan Vogler bleiben aber Orchester und Solisten von Weltrang. So gastieren mit den Wiener Philharmonikern, dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Orchester des Bayerischen Rundfunks und dem London Symphony Orchestra Ensembles, die genau wie die heimische Staatskapelle Dresden in Rankings von Kritikern stets Top-Platzierungen erhalten. Eröffnet werden die Festspiele erstmals von einem Orchester aus Asien. Beim Auftritt des Hong Kong Philharmonic Orchestra spielt Vogler als Solist das Cellokonzert von Dvorák. Namhafte Gäste sind auch die Pianisten Emanuel Ax und Rudolf Buchbinder sowie Geiger Shil Shaham. Artist in Residence ist der Dirigent Daniele Gatti.

Vogler zufolge hätten die Dresdner Festspiele mit ihrer Themensetzung oft Glück gehabt und Aktualität bewiesen. In diesem Jahr sollten die Festspiele unter dem Motto «Inspiration Natur» laufen, was angesichts der Klimakrise aktuell gewesen wäre. «Wir wünschen uns gesellschaftliche Relevanz», sagte Vogler. Nicht anders sei das mit den «Dialogen» 2021. Damit wolle man auf die prominente Rolle der Musik im gesellschaftlichen Diskurs hinweisen. Musik garantiere ein Verstehen ohne Worte. In Zeiten der Corona-Pandemie sei man geradezu süchtig nach menschlichen Dialogen geworden, sagte Vogler.

«Kulturplanung in Zeiten von Covid-19 ist auch eine Frage der Einstellung», betonte der Intendant. Man plane das Festival unter Einbeziehung der derzeit geltenden Hygieneregeln. Aus diesem Grund werden vorerst nicht alle Plätze in den einzelnen Spielstätten verkauft. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) drückte dennoch ihre Hoffnung aus, dass man im Frühling 2021 in Dresden vor vollen Sälen spielen kann.

 

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