Schubert und Schumann - Dresdner Musikfestspiele eröffnet [update, 20.5.]


18.05.19 -
Dresden - Mit einem gefeierten Konzert des eigenen Orchesters haben am Donnerstagabend die diesjährigen Dresdner Musikfestspiele begonnen. Dabei wurde vor allem Sänger René Pape (Bass) für seine Interpretation von Liedern Franz Schuberts in seiner Heimatstadt bejubelt. Erst nach einer Zugabe ließ ihn das Publikum im Kulturpalast von der Bühne.
18.05.2019 - Von dpa, KIZ

Das 2012 eigens für das Festival gegründete Ensemble renommierter Musiker für Alte Musik aus Europa sowie der Chefdirigent Ivor Bolton erhielten beim romantischen Festivalauftakt viel Beifall für Robert Schumanns «Frühlingssinfonie».

«Es ist eine Zeit des Genusses, aber auch der Begegnung, des Miteinanders und des Austauschs», sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Dresden wolle mit der Bewerbung als Europas Kulturhauptstadt 2025 die Weichen für «eine neue Kultur des Miteinanders» stellen. «Der große Reichtum Europas ist die Vielfalt, sie beflügelt den Austausch.»

Die Dresdner Musikfestspiele wollen im 42. Jahrgang ihren Ruf als kreatives Festival erneut unter Beweis stellen. Bis zum 10. Juni sind beim bekanntesten ostdeutschen Klassikfest 56 Aufführungen in diversen Spielstätten der Elbestadt geplant. Die Festspiele, bei denen schon vor dem Fall der Mauer viele Stars aus dem Westen auftraten, schlagen mit dem Motto «Visionen» einen Bogen zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus.

«Das Bauhaus als Labor für ein besseres Leben war Ideenschule und Experimentierfeld nicht nur für das moderne Design, sondern auch für das Zusammenleben in der Gesellschaft», schrieb Intendant Jan Vogler im Programmheft. Der Cellist, der in den kommenden drei Wochen auch als Solist in Dresden zu erleben ist, schaut dabei weit über den musikalischen Tellerrand. Auch Jazz und Rock werden geboten.

Zum Finale will Vogler mit dem Bluesgitarristen Eric Clapton auf die Bühne treten und ein paar seiner Songs auf dem Cello begleiten. Zu den Gästen in diesem Jahr gehören unter anderem die Wiener Philharmoniker, Pianist Yefim Bronfman, Cellist Yo-Yo Ma und Geigerin Anne-Sophie Mutter.

 

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Birmingham-Orchester erntet Beifallsstürme bei Festival in Dresden

Dresden (dpa) - Das City of Birmingham Symphony Orchestra hat mit seiner Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla die Dresdner Musikfestspiele erobert. Für das Konzert im Kulturpalast der Elbestadt erhielten die Briten und ihre aus Litauen stammende Chefin am Freitagabend tosenden Applaus des Publikums. Dabei war das Orchester, das in seiner fast 100-jährigen Geschichte namhafte Dirigenten vor sich hatte, ziemlich zum Improvisieren gezwungen.

Pianistin Yuja Wang hatte ihren Auftritt als Solistin bei Prokofjews Klavierkonzert Nr. 5 Anfang dieser Woche absagen müssen. Doch auch ihr Ersatz, die Geigerin Patricia Kopatchinskaja, die mit Tschaikowskis Violinkonzert zunächst aushelfen wollte, konnte aus familiären Gründen nicht nach Dresden kommen. So sprang ganz kurzfristig der amerikanische Pianist Kit Armstrong ein. Er interpretierte Robert Schumanns Klavierkonzert und wurde dafür mit Bravo-Rufen bedacht.

Schon zu Beginn konnte das Orchester bei György Ligetis «Concert Românesc» seine Klasse beweisen. Auch bei der abschließenden 2. Sinfonie von Brahms wurden das Orchester und einzelne Musiker für ihre solistischen Leistungen wie Popstars gefeiert. Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla lud das Publikum ein, das Orchester aus Birmingham auf seiner derzeitigen Europa-Tour weiter zu begleiten und dann auch im kommenden Jahr auf der Insel beim 100. Geburtstag mitzufeiern.

 

[update, 20.5.]

Ein Cellokonzert, drei Komponisten - viel Beifall für Uraufführung

Dresden (dpa) - Drei auf einen Streich: Die Dresdner Musikfestspiele haben am Samstagabend für eine Rarität gesorgt. Nach der Uraufführung des Cellokonzertes «Drei Kontinente» wurden gleich drei Komponisten auf die Bühne des Kulturpalastes gebeten. Der Cellist und Festspielintendant Jan Vogler hatte das Stück bei drei Tonschöpfern in Auftrag gegeben. Nico Muhly (USA), Sven Helbig (Deutschland) und Zhou Long (China) schrieben je einen Satz für das halbstündige Werk. Am Ende gab es langen Beifall. Am Pult des WDR Sinfonieorchesters stand dessen designierter Chef Cristian Macelaru.

Vogler wollte mit dem Auftragswerk eine Botschaft verknüpfen. Denn der musikalische Austausch zwischen Kontinenten und insbesondere zwischen Europa, Amerika und Asien ist ihm wichtig. Viele würden zwar ein globalisiertes Leben führen, aber nicht viel über die Kultur der anderen wissen, hatte er unlängst in einem Interview gesagt. Auch in seinem persönlichen Leben spielt ein Dreiklang eine Rolle: «Ich bin Deutscher, lebe in Amerika und bin mit einer Chinesin verheiratet. Die Anregungen aus diesen ganz verschiedenen Kontinenten bereichern mein Leben, das wollte ich in musikalischen Ausdruck verwandeln», schrieb er im Programmheft.

Zu Beginn spielte das WDR Sinfonieorchester das Stück «Field Guide» von Gabriella Smith - ein musikalischer Ausflug auf eine Wiese voller Insekten. Beim Finale erklang Beethovens «Eroica» - das Orchester präsentierte sich in allen Gruppen in Bestform und wurde bejubelt.

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