Statement der Koalition der Freien Szene zu Mindestlöhnen in künstlerischen Berufen


28.07.14 -
Mit Befremden hat die Koalition der Freien Szene Berlin zur Kenntnis genommen, dass der Deutsche Bühnenverein in einer Pressemitteilung vom 10.07.2014 fordert, die deutschen Bühnen von der Pflicht, an alle Beschäftigten den Mindestlohn von 8,50€ zu zahlen, auszunehmen. Die Tatsache, dass in dieser Pressemitteilung die prekäre Situation der Freien Szene zur Begründung dieser Forderung dient, zwingt die Koalition der Freien Szene zum Widerspruch.

Es ist unbestritten, dass viele Akteure der Freien Szene, freiberufliche Künstler, in äußerst prekären Verhältnissen leben müssen: Diese Tatsache kann die deutschen Bühnen allerdings nicht von ihrer Verantwortung entbinden, gesetzliche Mindeststandards einzuhalten.

Die Koalition der Freien Szene fordert eine angemessene finanzielle und strukturelle Ausstattung der künstlerischen freien Szene in Deutschland, die es zumindest ermöglicht, eine Verbesserung der Lebenssituation vieler freiberuflicher Künstler zu erreichen und die darüber hinaus der gestiegenen Bedeutung der Freien Szene gerecht wird.

Prekäre Verhältnisse dürfen nicht gegen äußerst prekäre Verhältnisse ausgespielt werden. Der gesetzliche Mindestlohn muss in allen künstlerischen Bereichen unstrittige Selbstverständlichkeit sein.  

Sprecherkreis der Koalition der Freien Szene

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