Stückl inszeniert «Holländer» im Passionsspieltheater


26.06.17 -
Oberammergau Die Bühne ist riesig, der Zuschauerraum hat beinahe 5000 Sitzplätze. Vor dieser imposanten Kulisse finden alle zehn Jahre Oberammergaus weltberühmte Passionsspiele statt. Doch auch dazwischen gibt es jeden Sommer ein Festival, dieses Jahr mit einer Wagner-Oper.
26.06.2017 - Von dpa, KIZ

Im Oberammergauer Passionstheater hat am Freitag Richard Wagners romantische Oper «Der fliegende Holländer» Premiere. Die Neuinszenierung von Passionsspielchef Christian Stückl mit mehr als 200 Sängern auf der riesigen Bühne ist Auftakt des diesjährigen Sommerfestivals im weltgrößten Freilufttheater mit überdachtem Zuschauerraum. Es dauert bis zum 4. August.

Wagner betrachtete seinen «Holländer», der dazu verdammt ist, in einem Geisterschiff als Untoter über die Weltmeere zu segeln, und nur durch die unbedingte Liebe einer Frau gerettet werden kann, als sein erstes gültiges Werk. Im Passionstheater spielt die Neue Philharmonie München, ein vorwiegend mit jungen Musikern besetztes Orchester. Es wird geleitet von dem lettischen Dirigenten Ainars Rubikis, dem designierten Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Die Titelpartie singt der ungarische Bass Gábor Bretz.

Am 13. Juli folgt eine Neuinszenierung von Wilhelmine von Hillerns Stück «Die Geierwally». Regie führt Abdullah Kenan Karaca. Er ist zweiter Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele und Hausregisseur am Münchner Volkstheater, das ebenfalls unter Stückls Leitung steht. Außerdem stehen ein Gastspiel des Volkstheaters mit Stückls Erfolgsinszenierung von «Der Brandner Kaspar und das ewig' Lebn» mit Maximilian Brückner als Boandlkramer auf dem Programm und ein Musikfestival unter dem Titel «Heimatsound» mit jungen Volksmusikformationen.

Die nächsten Passionsspiele finden 2020 statt. Dann werden wieder bis zu einer halben Million Besucher aus aller Welt zu den gut 100 Aufführungen des Spiels vom Leiden, Sterben und Auferstehung Christi erwartet. Der Zuschauerraum hat fast 5000 Sitzplätze. Auch Richard Wagner kam 1871 auf Anregung von Franz Liszt nach Oberammergau. Er soll dort zu seinen Bayreuther Festspielen inspiriert worden sein. Jedenfalls schrieb der Komponist damals in sein Tagebuch, in dem Dorf sei alles «über jede Beschreibung hinaus schön».

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