Hauptbild
Dr. Patrizia Bieber im Unterricht mit Schülerin. © Foto: privat

Dr. Patrizia Bieber im Unterricht mit Schülerin. © Foto: privat

Banner Full-Size

Fortbildungskurse Trossingen & Nachklang Workshop Unterrichten mit Weitblick

Untertitel
Fünf Meisterkurse und Workshops 2026
Vorspann / Teaser

Die diesjährigen Fortbildungskurse finden von 4. bis 7. Juni 2026 an der Bundesakademie für musikalische Ju­gendbildung in Trossingen statt. An­geboten werden Meisterkurse und Workshops in den Fächern Klavier (Prof. Sae-Nal Kim), Gesang (Prof. Thomas Heyer), Violine (Prof. Stefan Hempel), Trompete (Prof. Wolfgang Bauer) und Querflöte (Prof. Tatjana Ruhland). 

Alle Infos, den Link zur Online-An­meldung (bitte bis 13. April 2026) so­wie ein Flyer zum Download unter www.dtkv-bw.de 

Publikationsdatum
Paragraphs
Text

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns zudem die erfreuliche Nachricht, dass der DTKV-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzende im Tonkünst­lerverband Baden-Württemberg Prof. Hans-Peter Stenzl in den Vorstand der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen gewählt wurde. Zur neuen Vorsitzenden wur­de Angela Bauer bestimmt, Thomas Kronenberger übernimmt weiterhin das Amt des stellvertretenden Vorsit­zenden. Als neue Beisitzerinnen und Beisitzer wurden zudem Jeanne Kom­pare-Zecher und Robert Weis-Banasz­czyk gewählt. Christina Schäfer und Josef Offele wurden in ihren Ämtern als Beisitzer bestätigt. Der DTKV ist Mitglied im Trägerverein der renom­mierten Bildungseinrichtung und en­gagiert sich seit vielen Jahren aktiv für die Förderung musikalischer Bil­dung in Deutschland. Wir gratulieren allen Gewählten und wünschen viel Erfolg in bewegten Zeiten. 

 

Nachklang Workshop Unterrichten mit Weitblick 

Entwicklungsprozesse im Geigenunterricht ganzheitlich betrachtet 

Was sind Kinder in welchem Alter überhaupt im Stande zu leisten? Wie unterstützen wir sie in der Anfangs­phase des Instrumentalunterrichts entwicklungspsychologisch betrach­tet am besten? Warum ist es proble­matisch, einen Schüler mit „Toll, du hast einfach schnelle Finger!“ zu loben oder einer Schülerin problemlösende Vorschläge zu machen? In dem Work­shop „Unterrichten mit Weitblick – Ent­wicklungsprozesse im Geigenunter­richt ganzheitlich betrachtet“ mit Dr. Patrizia Bieber wurde kritisch nachge­fragt. Der Veranstaltungsraum im Mu­sentempel Karlsruhe wird ehrenamt­lich vom Förderverein Musentempel e.V. getragen und ist eng mit Mitglie­dern des Tonkünstlerverbandes Ba­den-Württemberg verknüpft. 

Auf Basis wissenschaftlicher Er­kenntnisse wurden spieltechnisch-musikalische Lernprozesse bei Grund­schulkindern eingehend unter die Lupe genommen und daran anknüpfend er­örtert, wie Lehrkräfte im Instrumental­unterricht agieren sollten, damit Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ge­stärkt und in ihrem Lernverhalten mo­tiviert werden. Nach einer kurzen Ein­führung in die Entwicklungspsycholo­gie ging es ins Detail. Im Bereich der kognitiven Entwicklung von Grund­schulkindern stellte sich vor allem die Beschäftigung mit Metakognition als hochinteressant und für unser instru­mentalpädagogisches Tun als relevant heraus. Neue Erkenntnisse mündeten in die Skizze eines kleinen Reflexions­tagebuchs für Schüler:innen zur Förde­rung metakognitiver Fähigkeiten. Da­nach ging es weiter mit der beim Mu­sizieren auf faszinierende Weise ablau­fenden Sensomotorik und neuronalen Prozessen, deren Verstehen schnell zu dem Schluss führte: „Bloß nichts falsch einprogrammieren!“. Der Bereich Emo­tion und Motivation rundete den Vor­mittag schließlich ab und schloss mit einer eingehenden Betrachtung von Feedback und verbalen Äußerungen von Lehrkräften, die zu manchem Aha- Moment führte. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der praktischen An­wendung und hielt wundervolle kleine, inspirierende Lehrproben-Einheiten be­reit, die spontan sowohl von der Work­shop-Leiterin als auch von engagierten Teilnehmenden gestaltet wurden. 

Viel Selbstreflexion war den Tag über angesagt und jede:r der Teilnehmenden ertappte sich wohl bei der ein oder an­deren routinierten Handlung, die bei genauerem Hinsehen selbstgesteuertes Lernen eher unterbindet oder aber dem sich im Grundschulalter wesentlich for­mierenden Selbstkonzept einen Dämp­fer verpasst. Nach einem fröhlichen, er­eignisreichen Tag und viel neuem Input, waren sich alle einig: Wir machen uns viele Gedanken über Inhalte und Metho­den, aber nicht-sichtbare Prozesse im Instrumentalunterricht schauen wir uns viel zu selten an. Dabei sind sie mögli­cherweise sogar wichtiger als all das, was sich so einfach von außen beobach­ten lässt. 

Print-Rubriken