Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Augsburger Philharmoniker«

„Spiel so lange, bis dir die Rolle passt!“ – Donizettis „Don Pasquale“ in Augsburg

26.05.19 (Roland H. Dippel) -
Don Pasquale ist in Augsburg gutaussehend, sympathisch und trotzdem ein Lo(o)ser. Herausragender Pluspunkt der Premiere in der Staatstheater-Ersatzspielstätte martini-Park sind die Augsburger Philharmoniker mit schwungvoller und zum Glück nicht allzu fein gezwirbelter Italianità. Corinna von Rad versetzt Gaetano Donizettis späte und dekadente Commedia dell'arte-Figuren in das Ambiente einer Show, wo man mit normgerechten Lebensmaximen viel gewinnt. Fun first. Roland H. Dippel berichtet.

Vom Blendwerk der Freiheit – Smetanas „Dalibor“ in Augsburg

08.11.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Mir sind die Augen aufgegangen. Wir sagen das …, weil wir begreifen, was wir doch nicht sehen können“ schrieb Ingeborg Bachmann von Jahrzehnten. Das kann der Hintergrund für die Wahl des soeben zum 5.Staatstheater Bayerns aufgewerteten Augsburger Teams sein, ausgerechnet im Ausweichquartier im Martinipark nicht einen verkaufssicheren Repertoireklassiker anzusetzen, etwa Smetanas „Verkaufte Braut“, sondern sein tschechisch vaterländisch orientiertes, daher nicht so populäres Musikdrama „Dalibor“. Ein reizvolles Wagnis.

Keine Lösung im Weltraum-Theater – Deutsche Erstaufführung von Dai Fujikuras „Solaris“ in Augsburg

19.05.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Bald werden sie im Alltag um uns sein: Roboter mit rasant lernender künstlicher Intelligenz und einem Aussehen nach Wunsch, Lust und Laune. Schon 1961 hat Stanislaw Lem den Planeten Solaris beschrieben, dessen Plasma Lebewesen entsprechend menschlichen Alp- und Traum- und Wunsch-Vorstellungen hervorbringen kann. Daran haben sich die Komponisten Michael Obst (1996) und Detlev Glanert (2012) versucht. Nun wagte das Theater Augsburg die in Paris uraufgeführte „Solaris“-Vertonung des Japaners Dai Fujikuras.

Deprimierende Divendämmerung – In Augsburg missglückt Rufus Wainwrights „Prima Donna“

04.02.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Grande Opéra und Primadonna und Scheitern und Comeback – alles herrlich dramatische Vorgaben für ein Werk, das „Oper über Oper in einer Oper“ bietet. In der Papierform las sich also das Augsburger Projekt reizvoll. Doch die Bühnenrealität enttäuschte.

Frauen sind die besseren Männer – Paul Abrahams Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam“ in Augsburg

10.12.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Politisch hellwache Theaterfreunde bemängeln, dass ihre doch auch dazu berufene Kunstgattung derzeit viel zu wenig hineingreift ins wirkliche Leben: wo doch Politik und die von ihr gestaltete Realität geradezu danach schreien, künstlerisch in jeder Hinsicht „vorgeführt“ zu werden. Ausgerechnet die eher abschätzig betrachtete Operette hat das immer wieder getan – und das Theater Augsburg will mit der aktualisierten Ausgabe von Paul Abrahams Fußballoperette von 1937 vieles „vorführen“.

Fall-Analyse eines Krankheitsbildes – Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ in Augsburg

17.04.16 (Wolf-Dieter Peter) -
„Um was Gutes zu erwischen, hilft nur Eins: Im Trüben fischen“ singt die korrupte Polizei im Werk von 1934. Stalin reagierte 1935 darauf: er ging in der Pause. Kurz darauf erschien in der „Prawda“ der berüchtigte Artikel „Chaos statt Musik“ – was folgte, ist ein besonderes Kapitel von „Politik und Oper“. Doch obiger Satz und viele andere Inhalte lassen Schostakowitschs Musikdrama leider auch sehr „heutig“ erscheinen.

Hollywoodeske Rollenspiele – Mozarts „Gärtnerin aus Liebe“ reist aus Augsburg direkt in die Traumfabrik von LA

19.04.15 (Wolf-Dieter Peter) -
„Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ fragt nicht erst ein aktueller Buchtitel: wann immer sich Egozentrismus blütenreich, eitel, dummdreist oder manisch austoben darf, finden sich Rollenspiele und Selbstinszenierung. Das war so in der Adelswelt des 18.Jahrhunderts und findet sich derzeit in der Pop-Szene – noch mehr in und um Hollywoods Traumfabriken.

Inkonsequent verquastes Theater – In Augsburgs „Lohengrin“ beeindrucken nur Dirigent und einige Sänger

05.05.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Natürlich verdiente die Sammlung aller Kräfte eines Theaters, um Wagners „Lohengrin“-Anforderungen an Chor, Solisten und Orchester zu bewältigen, zunächst einmal den rauschenden Beifall - noch dazu, wenn ein ortsansässiger Tenor sein Lohengrin-Debüt gab. Außerdem dirigierte der hochbegabte GMD Dirk Kaftan seine letzte Premiere, bevor er ans nächst größere Haus in Graz wechselt. Doch die schwachen Buh-Rufe hatten auch ihre Berechtigung.

Edle Familie als Kampfzone – Differenzierte Deutung von Debussys „Pelléas et Mélisande“ im Theater Augsburg

16.03.14 (Wolf-Dieter Peter) -
„Ich bin nicht glücklich“ singt die zauberhaft zwischen Realität, Trauma und Traum geisternde Kindfrau Mélisande – in der Uraufführung 1902 sollen Stimmen im überfordert verständnislosen Publikum zurückgerufen haben „Wir auch nicht!“ Davon kann im Theater Augsburg keine Rede sein.

Harmloser Hedonismus – Oscar Wildes „Dorian Gray“ mit Tanz, Text und Musik im Theater Augsburg

22.12.13 (Wolf-Dieter Peter) -
In Zeiten, in denen Jugendliche sich Schönheitsoperationen als Geburtstagsgeschenk wünschen, ist Oscar Wildes ironisch böse Entlarvung eines verabsolutierten und daher selbstzerstörerischen Schönheitskultes aktueller denn je: „Dorian Grays“, die alles darum gäben, ihre geposteten Images altern zu lassen und selbst dafür „forever young“ zu bleiben, lassen sich auf Anhieb finden.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: