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Alle Artikel kategorisiert unter »Barbara Hannigan«

Ruhrtriennale: Erik Saties „Socrate“ mit Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw

22.08.17 (Georg Beck) -
Ein bukolischer Frieden liegt über dieser Performance. Ein alter Mann am Klavier, ein Junge als Umblätterer, eine Sopranistin als Sokrates-Nachruferin. Alles glüht. Dazu ein milde gestimmter, freilich nicht unironischer Komponist. Mit Erik Saties „symphonischem Drama in drei Teilen“, charmante Übertreibung für eine zurück­genommene kammermusikalische Abschiedsmusik, kehrte in die Bochumer Jahrhunderhalle nach einer kräfteraubenden Debussy-Oper wieder die Stille ein.

Ruhrtriennale: Krzysztof Warlikowski und Sylvain Cambreling machen aus Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ ein spannendes Kammerspiel

20.08.17 (Joachim Lange) -
Dass der aktuelle Intendant der Ruhrtriennale Johan Simons die letzte Jahresscheibe seiner Intendanz mit Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ einläutet, hat auch etwas von einer Referenz an den Erfinder dieser alljährlichen kulturellen Frischzellenkur für das Ruhrgebiet Gerard Mortier. Die Bochumer Jahrhunderthalle, in der diese Eröffnung mit einer vorgeschalteten Rede von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zelebriert wurde, hat sich längst als Herzstück der Ruhrtriennale etabliert. Dieses Industriearchitektur-Erbstück verdankt Mortier damit eine respektable Alterskarriere!

„Lulu ist meine Heldin“ – Barbara Hannigan ist als sensationelle Lulu in Alban Bergs „Lulu“ an der Hamburgischen Staatsoper

14.02.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Mit einem markerschütternden Schrei stirbt Lulu, ermordet von ihrem letzten Freier. Sie erhält als Requiem ein gut halbstündiges Violinkonzert. Mit diesem ebenso überraschenden wie ergreifenden Schluss endete die Premiere von Alban Bergs 1935 entstandener unvollendeter Oper „Lulu“ an der Hamburgischen Staatsoper.

Staunenswerte Vielfalt an Profilen

21.10.16 (Marco Frei) -
Beim diesjährigen Lucerne Festival wurde der Fokus auf dirigierende Frauen gerichtet. Damit glänzte das große Fes­tival erneut mit einem spannenden, inspirierten Programm. Doch auch andernorts präsentiert sich die Schweiz recht umtriebig, so etwa in Davos, Verbier oder am Sarnersee.

Wahrheitserkundungen – La 68ème édition du Festival d’Aix-en-Provence

06.07.16 (Frieder Reininghaus) -
Im vergangenen Jahr gab es beim Festival d’Aix-en-Provence Ärger und Zensureingriffe wegen vier Köpfen und Osmins Rache-Orgie „erst geköpft und dann gehangen“. Martin Kušejs Inszenierung der „Entführung aus dem Serail“ wollte zeigen, dass von religiösen Fanatikern auch 2015 enthauptet wird. Um Wiederholungsfälle weiträumig zu vermeiden, schien Festivaldirektor Bernard Foccroulle heuer auf Nummer sicher gehen zu wollen.

Kühl und bestechend

26.11.15 (Frieder Reininghaus) -
Esa-Pekka Salonen und Krzysztof Warlikowski präsentieren Béla Bartóks „Barbe-bleue“ und Francis Poulenc „La Voix humaine“ an der Pariser Oper. Frieder Reininghaus hörte eine herausragende Barbara Hannigan.

DVD-Tipps 2015/06

23.06.15 (Juan Martin Koch) -
Giorgio Battistelli: Experimentum Mundi. EuroArts 2059944 (Naxos) +++ Barbara Hannigan – Concert Documentary (Mozart, Rossini, Fauré, Ligeti). Accentus Music 20327 (Naxos)

Nymphomaniac III oder der verschwundene Charme der Bourgeoisie – In Brüssel inszeniert Krzysztof Warlikowski Mozarts Don Giovanni wie ein Nachwort auf eine übersexualisierten Welt

06.12.14 (Joachim Lange) -
Dieser „Don Giovanni“ beginnt zunächst im Theater. Der Komtur hat mit einer jungen Begleitung in der einen Seitenloge platzgenommen. In der Loge vis a vis serviert die aufgedrehte und aufgetakelte Donna Anna erst Don Ottavio ab und schaut sich dann gemeinsam mit Don Giovanni und Leporello und uns allen, einen Softporno an, in dem ein Don Giovanni in der Metro einen Kontakt knüpft, der mit Gruppensex im Hotel endet. In der Loge gibt es dazu einige, von Donna Anna ausgehenden erotischen Handgreiflichkeiten. Inklusive einer wie für zusätzlichen Nervenkitzel gezückten Pistole. Der Schuss, der sich löst, trifft den Komtur, der inzwischen empört die Loge gewechselt hatte.

Das Verstörungspotenzial eines Klassikers: Kirill Petrenko und Andreas Kriegenburg triumphieren mit Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ an der Bayerischen Staatsoper

26.05.14 (Juan Martin Koch) -
Kaum ist die Musiktheater-Biennale vorbei, bringt die Bayerische Staatsoper quasi als Kommentar zu all den dort mit eher mäßiger Strahlkraft über die Bühne gegangenen Uraufführungen Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ heraus – jenes Referenzwerk also, das meist als allererstes genannt wird, wenn es um die Möglichkeit geht, nach 1945 gültiges Musiktheater zu schaffen.

Belcanto fürs 21. Jahrhundert: George Benjamins „Written on skin“ bei den Münchner Opernfestspielen

24.07.13 (Juan Martin Koch) -
An Kent Nagano kommt man in den letzten Wochen seiner Münchner Amtszeit kaum vorbei. Gerade hat der Dirigent eine neue Aufnahme von Bruckners Achter mit seinem Bayerischen Staatsorchester vorgelegt, nun ist er bei den Opernfestspielen omnipräsent. Als letzte Premiere stand „Written on skin“ auf dem Programm, im vergangenen Jahr mit großem Erfolg in Aix-en-Provence uraufgeführt. Im Graben des Prinzregententheaters entfaltete das Klangforum Wien unter Naganos Leitung eine auf diesem Niveau selten zu erlebende Delikatesse unerhörter Klangfarben.
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