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Alle Artikel kategorisiert unter »Bernhard Berchtold«

Vorwärts, der Nase nach! – Die Hamburgische Staatsoper eröffnet die Spielzeit mit Dmitri Schostakowitschs „Die Nase“

08.09.19 (Joachim Lange) -
Ja wo läuft sie denn, wo läuft sie denn hin? So ließe sich trefflich wundern. Wann führt schon mal eine Nase ein von ihrem Besitzer losgelöstes Eigenleben. Macht Karriere als Staatsrat. Treibt ihren Besitzer durch ihre Abwesenheit zur Verzweiflung. Und bringt ein wenn nicht wohl- so doch zumindest geordnetes Gemeinwesen vollkommen durcheinander. Russland respektive die Sowjetunion waren (und sind?) in der Beziehung ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Unterm Zaren bei Nikolai Gogol, der 1836 die Novelle schrieb und bei Dmitri Schostakowitsch (1930) unter dessen rotem Nachfolger. Mit der Groteske kommt man dem zaristischen wie dem bolschewistischen Russland ziemlich nahe.

Preußischer Opern-Weltcup: Spontinis „Agnes von Hohenstaufen“ am Theater Erfurt

03.06.18 (Roland H. Dippel) -
Gaspare Spontinis und Ernst Raupachs preußische Hochzeitsoper hat eine bescheidene Wirkungsgeschichte. Nach der letzten Bearbeitung 1835 wurde sie im deutschen Sprachraum überhaupt nicht mehr gespielt. Von Sammlern kultisch verehrte Mitschnitte der Aufführungen beim Maggio Musicale Firenze 1954 und 1974, 1970 beim RAI (und zuletzt 1986 in Rom) blieben wirkungslos. Die erste gedruckte Partitur der in Personalaufwand und Umfang riesigen Oper erschien erst 2001 bei Henle. Die von Riccardo Muti und Werner Schroeter betriebene Co-Produktion der Staatsoper Berlin, der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper platzte. Das Theater Erfurt wagte sich an dieses legendäre Werk, veranstaltete um die Premiere ein Symposium und mobilisierte alle musikalischen Kräfte der Stadt. Der Applaus erreichte am Ende die hohen Phonzahlen von Spontinis Partitur. Eine imponierende Kampfaufstellung mit Fragezeichen von innen und außen.

Auf dem Weg zur deutschen Oper: CD-Premiere von Otto Nicolais „Die Heimkehr des Verbannten“

10.11.16 (Peter P. Pachl) -
Der 1810 in Königsberg geborene Otto Nicolai hatte offenbar eine Vorliebe für britische Stoffe. So komponierte er als Kapellmeister am Wiener Kärntnertortheater 1837 „Rosmonda d’Inghilterra“. 1840 folgte in Turin „Il templario“. Obgleich die französische Dramenvorlage zu „Il proscritto“, Frédéric Souliés „Le proscrit“, in Grenoble spielt, ist die Handlung von Nicolais „Il proscritto“ vor dem Hintergrund der Rosenkriege in England angesiedelt. Und die bekannteste Oper dieses Komponisten, „Die lustigen Weiber von Windsor“, basiert bekanntlich auf Shakespeare.

Ein Drama auf hoher See mitten in Sachsen – Chemnitz wagt sich an Meyerbeers „Afrikanerin“

04.02.13 (Michael Ernst) -
Chemnitz traut sich was: Nicht nur, dass die selten gespielte Oper „Vasco da Gama“ („Die Afrikanerin“) von Giacomo Meyerbeer mal wieder gezeigt wird – hier bringt man die Erstaufführung der kritischen Ausgabe. Und die dauert lange fünf Stunden. Doch mindestens ebenso bemerkenswert ist die Tatsache, dass Chemnitz – vor wenigen Jahren mit einem „Ring“ in den Schlagzeilen – sein Wagner-Jahr mit einem Meyerbeer startet. Das ist mutig.
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