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Alle Artikel kategorisiert unter »Daniel Prohaska«

Bitter-Süßes vom Broadway – Bernsteins „On the Town“ im Münchner Gärtnerplatztheater

27.04.19 (Wolf-Dieter Peter) -
28.Dezember 1944 – das Premierendatum des ersten Bernstein-Musicals macht nachdenklich: im Deutschen Reich wurde das fanatisch-pathetische Durchhalte-Machwerk „Kolberg“ mit seiner unerträglichen Kriegsverklärung im Schneideraum fertiggestellt und dann am 30.Januar 1945 uraufgeführt; gleichzeitig wurde im New Yorker Adelphi Theatre bereits vier Wochen lang der Lebenshunger von drei US-Navy-Matrosen auf 24 Stunden Landurlaub bejubelt – und lief mit 463 Aufführungen weit über das Kriegsende hinaus.

Jahresend-Weltreise oder Drei Hochzeiten und kein Todesfall – Paul Abrahams „Viktoria und ihr Husar“ an der Komischen Oper Berlin

31.12.18 (Peter P. Pachl) -
Alljährlich gegen Jahresende gibt es in der Komischen Oper Berlin eine halb-szenische Produktion. Zunächst für fünf Jahre dem Komponisten Emmerich Kálmán gewidmet, steht seit der vorigen Spielzeit ein fünfteiliger Zyklus mit selten zu hörenden Operetten von Paul Abraham an. Nach dem „Märchen im Grandhotel“, folgte nun Paul Abrahams wohl bekanntester Operettentitel, „Viktoria und ihr Husar“.

Starke Frau als Anti-Kriegerin – „Der tapfere Soldat“ von Oscar Straus im Münchner Gärtnerplatztheater

17.06.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Einen Krieg verliert man immer“ hat Leo Tolstoi so kurz wie prägnant wie entlarvend in jener Epoche festgestellt, in der George Bernard Shaw (1895) und Oscar Straus (1908) sich mit dem Thema „Helden“ auf dem Theater befasst haben. Wenn Peter Konwitschny in unseren kriegerischen Tagen die Operettenfassung interpretiert, war Besonderes zu erwarten.

Eros thanatos um eine Witwe – Lehárs Erfolgsoperette zum 152-jährigen Jubiläum des Münchner Gärtnerplatztheaters

04.11.17 (Wolf-Dieter Peter) -
„Als sich um neun Uhr die Türen endlich auftaten, drängte die Masse mit so vehementer Kraft vorwärts, dass es der Schutzmannschaft nur unter Aufbietung aller Energie gelang, größeres Unheil zu verhüten. Kinder, die in Gefahr schwebten, erdrückt zu werden, mussten über die Köpfe hinweggezogen werden und mancher zerrissene Anzug, manch’ ruiniertes Kleid zeugten von dem Kampf um Billets, der am Gärtnerplatz getobt.“ Derartige Zeitungsmeldungen wie anlässlich der 150.Vorstellung von Lehárs „Lustiger Witwe“ am 15.April 1907 gibt es nun am 4.November 2017 nicht.

Dunkel getönte Ringelspiel-Oper – Johanna Doderers „Liliom“-Vertonung am Münchner Gärtnerplatztheater uraufgeführt

06.11.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Giacomo Puccini wollte – und durfte nicht: Ferenc Molnár lehnte die Vertonung seines Sprechtheater-Welterfolg „Liliom“ ab. Verfilmungen stimmte er ab 1930 zu und nach langem Drängen auch der Musical-Fassung von Rodgers&Hammerstein als „Carousel“ am Broadway 1945. Nach Molnárs Tod 1952 verweigerte der nach ihm benannte Trust allen Kompositionsanfragen die Rechte. 2011 durfte John Neumeier zur Musik Michel Legrands eine Ballettfassung kreieren. Nach langen Verhandlungen bekam erfreulicherweise das Staatstheater am Gärtnerplatz die Zustimmung zur Vertonung.

Operette zum Mitdenken – Paul Abrahams „Viktoria und ihr Husar“ in München

17.06.16 (Wolf-Dieter Peter) -
„Sibirien – Tokio – Petrograd – Puszta“ – klingt nach Revue. Einer, in deren buntem „Exotismus“ und gepflegten Botschaftsetagen auf der Bühne sich das von der Weltwirtschaftskrise gebeutelte Großstadtpublikum die eigenen Probleme „wegtheatralisieren“ ließ.

Herrlich aufgehendes Liebes-Puzzle

10.02.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Stephen Sondheims „Lächeln einer Sommernacht“ erwies sich im Münchner Gärtnerplatztheater als zeitloser Klassiker: menschlich wahr, musiktheatralisch pfiffig und auch noch geistreich. All diese Qualitäten, die 1973 den Mainstream des Broadway überragten, brachten Regisseur Joseph E. Köpplinger, Dirigent Andreas Kowalewitz und ein typengenaues Ensemble zum Leuchten – ein umjubelter Erfolg.

Sonnig-spritziger Bühnen-Regen – „Singin’ in the Rain“ am Münchner Gärtnerplatztheater

25.04.15 (Wolf-Dieter Peter) -
Okay, Gene Kellys Regen-Tanz-Nummer und Donald O’Connors „Make ’Em Laugh“-Artistik sind seit 1952 unwiederholbare Solitäre des Musicalfilms und machen „Singin’ in the Rain“ zum besten Tanzfilm neben „West Side Story“. Doch jeder eingehend interessierte Freund des Tanzfilms weiß um die x-fache Wiederholung bei der Aufzeichnung, um raffinierte Schnitte, wirkungssteigernde Kamerawechsel, ja um die langsamere Aufzeichnung und das beschleunigte Hineinkopieren von „Fit as a Fiddle“ und das Nachsynchronisieren des Step-Tanz-Geklackers – während auf der Theaterbühne einzig das „Hier und Jetzt“ gilt.

Verwechslungskomödie im Zeitalter der Smartphones – Offenbachs „Pariser Leben“ an der Volksoper Wien

22.02.15 (Frieder Reininghaus) -
Frieder Reininghaus stattete der Volksoper Wien einen Besuch ab und sah nur Bahnhof in Yves-Klein-Blau. „Das Offenbachsche Ideal, durch Gelächter der Vielen menschliche Unzulänglichkeiten der hochgestellten Einzelnen zumindest einzudämmen, ist von einer Wirklichkeit desavouiert worden, von der die Theatermacher in Wien keine Notiz nehmen.“

A wundabara Schmäh – Münchens Gärtnerplatztheater begeistert mit fast reinem „Wiener Blut“

27.11.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Das menschliche Blut ist ja ein raffiniert zusammengesetzter Stoff. Mitunter werden einzelne Komponenten oder Züge betont: „heißblütig“, „blaues Blut“, „südländisch“, „kaltblütig“ bis hin zu „blutleer“. Dass das auch musikalisch funktioniert, bewies Adolf Müller, als er aus bekannten Johann Strauß-Melodien ein Arrangement schuf, dem Bühnen-Blut-Profis wie Victor Léon und Leo Stein ein pulsierendes Handlungsgerüst einzogen.
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