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Alle Artikel kategorisiert unter »Dieter Ammann«

69. Sommerliche Musiktage Hitzacker – durchgetanzt!

05.08.14 (Jutta de Vries) -
„Der Tanz war frenetisch, feurig, phantasievoll, vermessen, verschlingend, verbindend, vielgestalt, fordernd, philosophisch, verzückend … und viel zu schnell vorbei!“ Das documenta (13)-Motto von Carolyn Christov-Bakargiev, hier Musiktage-adäquat abgewandelt, passt wunderbar auf die diesjährige Veranstaltung, die nach neun ereignisreichen Tagen am vergangenen Sonntag zu Ende ging – und eigentlich ist damit auch schon alles gesagt.

Raus aus dem Saal: Neue Musik, frische Luft, Trubel

03.06.13 (Gerhard Rohde) -
Die „Tage für neue Kammermusik“ in der Ruhrstadt Witten zählen zu dem halben Dutzend Stätten, an denen die Entwicklungen in der sogenannten „Neuen Musik“ am eindringlichsten zu erfahren sind. Und nicht nur das: Junge Komponisten erhalten hier die Chance, ihre frisch komponierten Werke vorzustellen, diese im Kontext mit den Stücken der Kollegen zu vergleichen, aktuelle Tendenzen des Komponierens kennenzulernen. Wittens Kammermusiktage sind auch ein großes Labor für die Musik, eine Art Forschungsprojekt, vergleichbar Instituten in Physik, Chemie oder Medizin. Niemand käme auf die Idee, Medizinern, die eine ernsthafte Krankheit erforschen um Gegenmittel zu finden, das Geld zu kürzen oder gar zu streichen, nur weil die Ergebnisse auf sich warten lassen. Mit den Künsten in all ihren Disziplinen ist es genauso. Wer nur Mozart, Verdi und Wagner in Kopf und Ohr hat, ist irgendwie aus unserer Zeit gefallen. Ein Komponist, der wie die Genannten und noch viele andere mehr heute noch deren Musik fortschreibt, gerät unweigerlich in den Geruch des Eklektikers, nur dass seine Werke dem Vergleich mit den Vorbildern kaum standhalten. Also:„Kinder, schafft Neues“, wie schon Richard Wagner sagte.

Das Gewohnte zerstören: Die 45. Wittener Tage für neue Kammermusik – und anderes

29.04.13 (Stefan Pieper) -
„Was wäre Kunst, wenn sie nicht im Augenblick der Rezeption das Gewohnte zerstören würde“ fragte WDR-Programmchef Karl Karst in seinen einleitenden Worten für die 45. Wittener Tage für neue Kammermusik. Kammermusik darf und soll auch aus ihren Kammern heraustreten. Mit solchen Einsichten wird in Witten gerne auch mal spielerisch umgegangen.

Der Grenzgänger als Luzerner Leitmotiv

29.09.10 (Andreas Kolb) -
Komplexe Algorithmen elektronischer Musik oder Überwältigungssound einer groovenden Funk-Band? Materialfragen postmoderner Komponisten oder die gute alte Funktionsharmonik? Spektrale Strukturen oder ein durchgängiges Metrum? Neue Musik und Jazz scheinen wirklich nichts gemein zu haben. Zwischen Jazz-und Rock-Innovatoren wie Sun Ra, Ornette Coleman oder Jimi Hendrix und Komponisten wie Helmut Lachenmann, Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen liegen Welten. Eine Generation später sieht das Bild allerdings schon anders aus: Im Bereich der Neuen Musik beziehen sich Komponisten wie Tobias PM Schneid, Moritz Eggert und Heiner Goebbels explizit auch auf Jazzmusik und Improvisation. Interpreten/Komponisten wie der Saxophonist Michael Riessler, der Trompeter Michael Stockhausen oder der Posaunist Mike Svoboda sind ernstzunehmende Grenzgänger.
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