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Alle Artikel kategorisiert unter »Erik Nielsen«

Menschen und Götter gefühlt ganz nahe – Brigitte Fassbaenders „Walküre“-Inszenierung in Erl

10.07.22 (Wolf-Dieter Peter) -
Was wären Festspiele ohne Wagner – und Wagner: das bedeutet in vielen Theatern Überwältigung durch die Musik aus dem Orchestergraben und fulminante Aktion auf der hochtechnisierten Bühne dahinter. Im Erler Passionsspielhaus ist dieses Verhältnis umgedreht: Hinten das Orchester auf einer hohen Tribüne, durch einen Gazevorhang zu ahnen; eine breite Spielfläche, direkt vor dem Publikum, mit sehr begrenzten technischen Möglichkeiten. Genau daraus hat die Wagner- und „Walküre“-erfahrene Brigitte Fassbaender faszinierenden Gewinn gezogen – und Ovationen geerntet.

Der Mythos in Zeiten von Corona – Manfred Trojahns jüngste Oper in Amsterdam uraufgeführt

18.03.22 (Christian Kröber) -
Wie sich die europäische Pandemie auf unser kulturelles Leben auswirkt, ist vielfach in den Feuilletons beschrieben worden. Es ist jedoch das Eine, Lebensumstände intellektuell zu verarbeiten und ein Anderes, sich ihnen auszusetzen. Der Besucher aus Deutschland, der Manfred Trojahns jüngste Oper „Euridice. Die Liebenden, blind“ an der Amsterdamer Oper erleben durfte, spürt unmittelbar Veränderungen, die die Andersartigkeit der Nach-Corona-Zeit mit sich bringen werden.

Rollenspiele zwischen Realität, Startum und Societygetue – „Le Postillon de Lonjumeau“ in Erl

30.12.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Wenn eine Arie zum Wunschkonzertschlager avanciert, ist mitunter Vorsicht geboten. So war Adams opéra comique von 1836 aus dem Repertoire gefallen – auch wegen der Anforderung an den Tenor, mehrfach mit dem hohen D zu glänzen. Doch inzwischen entdeckt Frankreich seine Operntradition und stellt wiederholt fest: das ganze Werk ist nicht von gestern. Auch die Tiroler Festspiele in Erl bewiesen das jetzt.

Waten in der Geschichte: die Münchner Staatsoper triumphiert mit Ernst Kreneks „Karl V.“

11.02.19 (Juan Martin Koch) -
Der Beginn ist grandios: Aus der riesigen Projektion von Tizians „jüngstem Gericht“ löst sich zu Karls Abdankungsmonolog plötzlich eine lebende Gestalt und beginnt zu klettern, geradewegs Tizians Himmel empor… Doch bald zerfällt das Bild, übrig bleibt ein unzusammenhängendes Mosaik rechteckiger Einzelteile.

Allzu schöne Vernichtungen – Strawinsky und Dallapiccola an der Semperoper

02.07.18 (Roland H. Dippel) -
Igor Strawinskys Opern-Oratorium „Oedipus Rex“ nach Sophokles‘ Tragödie und Luigi Dallapiccolas „Il Prigioniero“ („Der Gefangene“) sind eine ganz starke Kombination. Nach ihren Regie-Erfolgen mit Henzes „Gisela!“ und „We come to the River“ kommt Elisabeth Stöppler an die Semperoper Dresden zurück und gewinnt bei Dallapiccola eine weitaus höhere Intensität als bei Strawinsky. Ein eindringlicher, wenn auch zu runder Abend mit einem phänomenalen Solisten- und Chorensemble, angeführt von Claudia Mahnke und Lester Lynch.

Die Bilder bleiben der Musik überlassen

27.09.15 (Hans-Jürgen Linke) -
Dem landläufigen Irrtum, das ganze Theater fange erst an, wenn drinnen der Vorhang hochgehe, begegnet eine riesig aufgeblasene rosa Puppe auf dem Platz vor dem Frankfurter Opernhaus. Sie blickt ins erste Stockwerk, wo hinter der gläsernen Fassade aufgereiht das Publikum auf Stühlen sitzt. Es kann der Puppe keine Schwefelhölzer abkaufen, blickt ihr nur in die aufgemalten Augen und schaut zugleich auf die Stadt draußen, dem Ort der eisigen Gefühlskälte, von der Helmut Lachenmanns Musiktheater „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ handeln wird.

Radikales Wahrnehmungsspektakel – „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ in Frankfurt

20.09.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Helmut Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ ist die vielleicht einzige zeitgenössische Oper, der seit der Uraufführung 1997 in Hamburg sieben weitere Aufführungen folgten, zuletzt 2013 bei der Ruhr-Triennale. Und das bei einem Werk, das Narrativität ebenso verweigert wie Bilder. Zwar heißt es im Untertitel „Musik mit Bildern“, was der heute achtzigjährige Komponist aber in einem sozusagen zweiten Untertitel „Eine musikalische Handlung“ schon wieder aufhebt: denn die Handlung ist die Musik selbst.

Respektable Shakespeare-Oper – intelligentes See-Spektakel: André Tchaikowskys „Kaufmann von Venedig“ und Mozarts „Zauberflöte“ in Bregenz

22.07.13 (Juan Martin Koch) -
Es könnte der Schädel des Komponisten sein. In der goldenen Truhe wartet er auf den Prinzen von Marokko, einen der erfolglosen Aspiranten auf die Hand der umworbenen Portia. Dass André Tchaikowsky sein Kopfskelett der Royal Shakespeare Company als Requisit vermachte, ist nur ein Mosaikstein in der schillernden, auch düstere Seiten einschließenden Biografie des 1982 verstorbenen polnischen Pianisten und Komponisten. Als späte Uraufführung war nun in Bregenz seine Oper „Der Kaufmann von Venedig“ zu erleben.

Bildgewaltiges politisches Theater: Hans-Werner Henzes „We come to the River“ an der Dresdner Semperoper

14.09.12 (Michael Ernst) -
Das hat sich die Sächsische Staatsoper Dresden selbst eingebrockt: Kaum macht sie ernst mit ihrer einjährigen Hans-Werner-Henze-Hommage und startet die Spielzeit mit dessen Oper „Wir erreichen den Fluss“, da erheben sich auch schon erste Besucher und fliehen zurück ins heile Hotel. Wer länger ausgehalten hat, sah sich mit einem kraftvollen Zeitstück konfrontiert.
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