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Alle Artikel kategorisiert unter »Heike Porstein«

Publikumverschreckend? „Hoffmanns Erzählungen“ von Offenbach am DNT Weimar

10.09.19 (Michael Ernst) -
Weimar feiert 2019 nicht nur 100 Jahre Bauhaus. Das Deutsche Nationaltheater widmet sich zur Spielzeiteröffnung einem ganz anderen Jubilar dieses Jahres, dem vor 200 Jahren in Köln geborenen Jakob Offenbach, der als Jacques mit seinen Offenbachiaden weltberühmt werden sollte. Doch auch seine als „seriös“ bezeichnete Oper „Hoffmanns Erzählungen“ sorgt nachhaltig für Ruhm. Auch in Christian Weises Neuinszenierung am Deutschen Nationaltheater der Klassikerstadt? Fragt sich Michael Ernst.

Der Triumph des Möglichen – Uraufführung von Ludger Vollmers Oper „The Circle“ am Deutschen Nationaltheater Weimar trifft mit ihrem Thema ins Schwarze

05.05.19 (Joachim Lange) -
Dave Eggers Roman „The Circle“ ist nicht unbedingt der literarischen Weisheit letzter Schluss. Aber der 2013 erschienene Bestseller ist so nah am Puls der Zeit, dass es fast schon beängstigend ist. Immerhin sind die 560 Seiten flott zu lesen. Und das, was die Autorin Tiina Hartmann gemeinsam mit dem Komponisten Ludger Vollmer (in Weimar seit seinem „Lola rennt“-Erfolg bestens eingeführt!) zum Libretto destilliert und was Uraufführungsregisseurin Andrea Moses und der Weimarer Operndirektor Hans-Georg Wegner als Dramaturg für die Bühne eingerichtet haben, bleibt immer in Sichtweite zum Roman. Dieser Kreis schließt sich. In der Story selbst ist das Schließen des Kreises, diese „Vollendung“ des Circle, eine Metapher für den Triumph des Möglichen, für die totale digitale Transparenz, für die (Selbst-)Aufgabe des Individuums. Joachim Lange findet es überaus gelungen.

(K)eine Revolution mit Musik – „November 1918“ am DNT Weimar raschelt

06.11.18 (Joachim Lange) -
Die aktuelle Kunstanstrengung des Deutschen Nationaltheaters Weimar ist gewaltig. Sie passt zu seinem Namen und ist im 100. Jahr der Novemberrevolution allemal zu loben. Schon, weil sie wieder einmal alle Sparten des Hauses in einem Kooperationsprojekt von Schauspiel, Musiktheater und Staatskapelle für die Theaterfassung von André Bücker und Beate Seidel mit Musik von Stefan Lano zusammenführt. Wenn es um die Aufführung einer Theaterversion von Alfred Döblins „November 1918“ geht, dann hat Weimar einen Standortvorteil. Nach dem brodelnden Vorspiel nach Kaiserreich und Weltkriegskatastrophe verdankt die wacklige erste deutsche Republik der Klassikerstadt immerhin ihren Namen.

Kleiner Mann, was nun? Mozarts „Don Giovanni“ am DNT Weimar

14.09.18 (Joachim Lange) -
Mozarts „Don Giovanni“ hat die Nachwelt mit dem Etikett „Oper der Opern“ geadelt. Und jedes Mal, wenn der notorische Verführer zur Hölle gefahren oder wie auch immer aus dem Spiel genommen wird, kommt man zu dem Schluss: stimmt. Der Ernst der Lage ist schon beim ersten Ton der machtvoll einsetzenden Ouvertüre klar. GMD Kirill Karabits bleibt bei dieser Ernsthaftigkeit. Dabei leuchte er mit der Staatskapelle die Ambivalenz der Figuren bis in die dunkelste Ecke aus. Fördert neben Komischem vor allem Abgründiges zu Tage. Selbst dann, wenn eine Hochzeitsgesellschaft ausgelassen drauflos tanzen könnte.

Des Pudels Kern: „Die Hochzeit des Figaro“ am DNT Weimar

28.01.18 (Roland H. Dippel) -
Michael Tolke wurde während der Vorbereitungs- und Probenzeit zu dieser Inszenierung am Deutschen Nationaltheater Weimar von der Realität überrollt: In „Die Hochzeit des Figaro“ geht es bekanntermaßen um das Recht der ersten Nacht, das Graf Almaviva auf seinem Landsitz wenige Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution aufgibt. Dann macht er aber bei der wirtschaftlich von ihm abhängigen Zofe Susanna massiven Druck, um ans Ziel seiner erotischen Begierden zu gelangen. Bei Mozart kommt dieser Fall nicht vor die Justiz, die Graf Almaviva schuftig instrumentalisiert. Die Figuren in der Oper nach Beaumarchais wehren sich und drehen den Spieß um. Mozart ist also nach wie vor brisant und in Weimar überdies ein trendiger Spaß mit Tiefgang.

„Hotel Karthago, Zimmer 37“: „Dido und Aeneas“, eine Erinnerungsfalle in Weimar

18.11.17 (Roland H. Dippel) -
Henry Purcells „Dido und Aeneas“ ist in der zweiten Spielstätte des Deutschen Nationaltheaters Weimar die Steilvorlage für einen spannend durchdachten, impulsiven, mitreißenden Theaterabend: Musikalische und szenische Feinarbeit über schmerzende Erinnerungen und die Sehnsucht nach erkalteter Liebe. Bravi für Alle!

Atemberaubende Klanglandschaften – Alban Bergs „Lulu“ in Weimar

Erstaunlich: Alban Bergs Oper „Lulu“ ist schon fast achtzig Jahre alt – im Deutschen Nationaltheater Weimar jedoch war dieses fraglos zum Kernrepertoire des 20. Jahrhundert gehörende Werk bislang noch nie zu erleben! Regisseurin Elisabeth Stöppler ist also die erste, die die Geschichte rund um Lulu und ihre Verehrer auf die traditionsreiche Bühne bringt.

Wenn sich die Ängste gleichen … – Andrea Moses inszeniert Webers „Freischütz“ in Weimar

09.02.16 (Joachim Lange) -
Webers Freischütz so zu inszenieren, dass er alle zufrieden stellt, ist noch schwieriger, als bei anderen Opern. Weil es immer auch um die Abgründe der deutschen Seele geht. Damals, heute und demnächst. Da kann man sich nur annähern und irgendwer ist immer unbefriedigt. In Dresden kann man davon durchaus ein Lied singen. In Thüringen gab es in den letzten Jahren einen stummfilmisch angehauchten Versuch von Philipp Stölzl in Meiningen, der Eindruck machte. In Erfurt verhob sich Dominique Horwitz gar als Opernregiedebütant an einer gründlichen Korrektur dieses dunklen Lieblingsstücks der Deutschen. Guy Montavon schließlich machte sinnigerweise die Domstufen zu einer ziemlich effektvollen Wolfsschlucht-Show.
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