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Alle Artikel kategorisiert unter »Jonathan Stockhammer«

Trance stellt sich nicht ein – „Satyagraha“ von Philip Glass an der Komischen Oper Berlin

29.10.17 (Peter P. Pachl) -
Barrie Kosky scheint wieder einmal ein Coup gelungen zu sein: während die Inszenierungen an der Komischen Oper Berlin, selbst die Operetten, gewöhnlich einen Widerstreit der Meinungen auslösen, erreichte die jüngste, ausnahmsweise an keinem Sonn- sondern bereits an einem Freitag stattgefundene Premiere einhelligen Jubel. Außer durch Gastspiele – etwa die Rekonstruktion von Bob Wilsons „Einstein on the Beach“ im Haus der Berliner Festspiele – war Philip Glass zuvor auf keiner Opernbühne Berlins zu erleben.

Modulation impossible! – Philip Glass‘ Oper „Satyagraha“ in Basel

29.04.17 (Georg Rudiger) -
Die große Zeit der Minimal Music ist vorbei. In den 80-er Jahren wurde Philip Glass‘ Opernerstling „Einstein on the beach“ auf europäischen Bühnen rauf und runter gespielt als tonaler Kontrapunkt zur atonalen Musik der herrschenden Avantgarde. Im heutigen „Anything goes“ haben die endlosen Wohlfühlharmonien ihren subversiven Charakter verloren. Sie betten weich, statt sich mit Penetranz in die Gehörgänge zu bohren. Sie entwickeln kaum Sogwirkung, sondern drehen sich im Kreis.

Bitte nicht diese Stacheldrahtmusik! – Die Düsseldorfer Tonhalle kuratiert sich ein „Schönes Wochenend“-Festival

23.02.17 (Georg Beck) -
Düsseldorf, im Februar – „Einfach fühlen“ empfiehlt das Logo der städtischen Tonhalle. Was man bei „Music. Mix. Mashup“ gefühlt hat, war vor allem eine tiefe Verunsicherung. Wie tief diese inzwischen sitzt, signalisiert ein chronisch gewordener Marketingsprech, mit dem dieser landeshauptstädtische Jahres­beitrag zur Deutung, Sichtung, Förderung der Gegenwartsmusik um Aufmerksamkeit heischt. Hauptsache, keinen Trend verpassen! Hauptsache, flott rüberkommen! Was natürlich nicht ohne Kollateralschäden abgehen kann. Damit der „Schönes Wochenende“-Music-Mixer ans Laufen kam, hatten Kunst, Kunstübung die Rolle des Futtermittel-Lieferanten zu übernehmen. Undankbar.

11 Fragen an Jonathan Stockhammer

03.11.16 (Jonathan Stockhammer) -
Der amerikanisch-deutsche Dirigent Jonathan Stockhammer ist innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit gefragten Orchesterleiter geworden. Er studierte Politikwissenschaft und Sinologie, Komposition und Dirigieren, war Assis­tent von Esa-Pekka Salonen in Los Angeles und lebt heute in Berlin. Er ist ein so charmanter wie mitreißender Anwalt für Neues und Außergewöhnliches, ebenso daheim im klassisch-romantischen Kernrepertoire wie in der Moderne und im zeitgenössischen Repertoire.

Nach langer Zeit nachgeholt – Gottfried von Einems Oper „Jesu Hochzeit“ am Ossiacher See und Bertolt Brechts Koloman-Wallisch-Kantate an der Mur

07.08.16 (Frieder Reininghaus) -
Zwei Landpartien. Die aktuelle führt zum Carinthischen Sommer. Das Kärntener Festival orderte in den 1970er Jahren beim damals erfolgreichen österreichischen Opernkomponist ein neues Stück. Gottfried von Einem hatte 1947 die Büchner-Oper „Dantons Tod“ zu den nach den Jahren der NS-Kontaminierung wiedereröffneten Salzburger Festspielen beigesteuert und 1953 am selben Ort den „Prozeß“ (nach Kafka). 1971 beglückte er die Wiener Staatsoper mit dem „Besuch der alten Dame“ und schloss, gestützt auf Friedrich Dürrenmatts Libretto, zur politisch-gesellschaftlichen Gegenwart auf. Im Ossiacher Stiftshof sollte dann vor vier Jahrzehnten „Jesu Hochzeit“ herauskommen – aus gegebenen Umständen eine Kirchenoper.

Lichter, Autos, Menschen und Maschinen

14.06.16 (Theo Geißler) -
Eine Dampflokomotive schnauft durch Waldflecken, Laubenpieper-Kolonien und triste Vorstädte ins Zentrum Berlins, zum Anhalter Bahnhof. In zeitgenössischem Schwarz-Weiß und seit Jahren ungewohntem Vier-zu-Drei-Format. Walther Ruttmanns Stummfilm „Sinfonie einer Großstadt“ wurde 1927 von der Zensur – man erfährt nicht, was weggeschnitten werden musste – in einer 66-Minuten-Fassung freigegeben.

Schwetzingen: Uraufführung der Oper „Koma“ von Händl Klaus und G.F. Haas bei den SWR-Festspielen

28.05.16 (Frieder Reininghaus) -
Das Musiktheater rückt dem Koma zu Leibe – jenem Zustand, in dem die tief Weggetretenen und in den meisten Fällen schon definitiv Entschlafenen auch durch starke äußere Stimuli wie Liebes- und Schmerzreize, durch chemische Keulen oder laute neue Musik nicht mehr geweckt werden können. Für die ungemütliche Annäherung an den „letzten Schlaf“ sorgen der österreichische Autor Händl Klaus und der Komponist Georg Friedrich Haas in der Idylle des Schwetzinger Schlossparktheaters. Zum dritten Mal begaben sie sich in die Grenz- und Grauzonen von schwerbeschädigtem Leben und mehr oder minder schrecklichem Sterben.

„Neben Shakespeare etwas Breakdance“ – 35 Jahre Basel Sinfonietta

27.04.16 (Christian Kröber) -
Auch wenn die literarische Welt in diesen Tagen den 400. Todestag des englischen Dichters feiert, stammt die Schlagzeile aus dem Juni 1992, als Basel Sinfonietta noch mit ein wenig Radau auf sich aufmerksam machen musste. Doch diese Zeiten sind vorbei. Und aus der Idee des jungen Trompeters Ruedi Lindner und seinem Studienkollegen, dem Bassisten und Dirigenten, Joel Jenny, ein basisdemokratisches Orchester zu gründen, ist nach 35 Jahren ein in der Schweiz und dem europäischen Ausland anerkanntes Spezialensemble mit Schwerpunkt auf das Zeitgenössische geworden.
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