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Alle Artikel kategorisiert unter »Markus Poschner«

Eine fiktive Märchenwelt – Alban Bergs „Wozzeck“ am Theater Bremen

15.02.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
„...von dem Augenblick an, wo sich der Vorhang öffnet, bis zu dem, wo er sich zum letzten Male schließt, darf es im Publikum keinen geben, der etwas von diesen diversen Fugen und Inventionen, Suiten- und Sonatensätzen, Variationen und Passacaglien merkt – keinen, der von etwas anderem erfüllt ist als von der weit über das Einzelschicksal Wozzecks hinausgehenden Idee dieser Oper. Und das – glaube ich – ist mir gelungen.“ Der Wunsch des Komponisten Alban Berg für seine 1921 vollendete und 1925 mit einem Skandal uraufgeführte Oper ging jetzt in der Premiere am Bremer Theater am Goetheplatz großartig in Erfüllung.

Tödliche Albträume – „Peter Grimes“ von Benjamin Britten am Theater Bremen

05.10.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Es gelingt dem Fischer Peter Grimes nicht, irgendeine Kommunikation zu den Mitbewohnern seines Dorfes am Meer in Suffolk herzustellen. Und weil er so eigenartig ist, steht er zweimal unter Verdacht, seine Lehrlinge – Kinder aus dem Armenhaus – ermordet zu haben. In der Oper von Benjamin Britten wird nicht gesagt, ob das stimmt, aber der drohenden Lynchjustiz kann er nur entgehen, indem er sich umbringt – weit draußen auf dem Meer lässt er sein Boot absichtlich kentern.

Szenisches Experiment am Theater Bremen über Mozarts Entführung und Afrika

07.07.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Ränge sind nicht besetzt, das Orchester sitzt auf der Bühne, flankiert von Zuschauern, das Parkett ist weitgehend leergeräumt und vor dem auf dem Boden sitzenden Publikum steht ein riesiges Mischpult. Ein Bühnenbild gibt es nicht. Das Publikum soll sich bewegen, sich seine eigene Mischung und Sicht herstellen. Das klingt nach einer Inszenierung des leitenden Regisseurs des Theater Bremen Benedikt von Peter: ist es auch.

Nicht Carmen, Don José ist die Hauptfigur – Anna Sophie Mahler inszeniert Bizets „Carmen“ am Theater Bremen

24.03.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Jeder Regisseur, jede Regisseurin muss den Zuschauern anbieten, wer seiner/ihrer Meinung nach Carmen ist. Der Mythos Carmen, in der Vertonung von Georges Bizet die meistgespielte Oper der Welt, wurde Grundlage für Welten: die Welt der Männer, die nur zu gerne eine solche Frau betrachten, bzw. haben wollen, die Welt der feministischen Frauen, für die Carmen der Inbegriff autonomer Freiheit ist.

Bremer Musikdirektor Markus Poschner wechselt nach Linz

23.02.15 (dpa) -
Linz - Bremens Generalmusikdirektor Markus Poschner wird ab 2017 in Linz den Ton angeben. Der 44-jährige Dirigent werde das Linzer Landestheater und das Brucknerorchester musikalisch leiten, gab der Ministerpräsident von Oberösterreich, Josef Pühringer, am Sonntag bekannt. Poschner sagte, er freue sich auf die Aufgabe und nannte Linz «eine kunstbesessene und kunstentschiedene Stadt».

Das Trauma der Eva Pogner – Faszinierende Sicht auf Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Bremen

23.09.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
Dieses Mal verschwindet keine Figur wie in den letzten drei Inszenierungen Benedikt von Peters, sondern es gibt eine dazu: Nicht ganz, denn Eva aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ ist als Rolle ja da. Aber die Rolle ist rein musikalisch klein, das arme Mädchen hat nichts zu sagen. Das nutzt Benedikt von Peter in seiner Inszenierung von Wagners ebenso klarem wie abgründigem Werk: Eva ist über fünf Stunden auf der vorderen, sehr kleinen Bühne anwesend und in ihrem Gesicht und ihrer Körperhaltung spiegelt sich das ganze für sie traumatische Geschehen.

Ohne „h“, dafür aber länger und mit Kalauern – Uraufführung der Neufassung von Rein Gold an der Staatsoper Berlin

10.03.14 (Peter P. Pachl) -
Intendant Jürgen Flimm, der anstelle des erkrankten Dramaturgen die Einführung in den Premierenabend übernommen hatte, nannte die Produktion rheinisch-launig eine seiner „schändlichen Ideen“, lobte den Regisseur Nicolas Stemann als ehemaligen Schüler und prognostizierte: „Sie können auch Buh rufen, das ist erlaubt, aber sie werden es nicht tun!“ Der Hausherr hat Recht behalten.

Die scharf gelebte Kunst der Bohème –Benedikt von Peter und Markus Poschner mit neuer Lesart von Giacomo Puccinis Erfolgsoper

27.01.14 (Frieder Reininghaus) -
Benedikt von Peter inszenierte vor nicht allzu langer Zeit in Hannover Giuseppe Verdis „Traviata“ und ließ dabei die tragische Heldin der käuflichen und der unbezahlbaren Liebe allein auf der Bühne agieren. Den Rest des singenden Personals postierte er in der Weite des Zuschauerraums. Das Outsourcen einzelner Figuren und Szenen ins Parkett oder auf die Ränge ist zwar längst ein probates Theatermittel, die Reduktion des Bühnengeschehens in dieser radikalen Weise wurde freilich als denkwürdiger Coup de théâtre wahrgenommen und stabilisierte den Ruf des Regisseurs („einer der wichtigen der mittleren Generation“).

Ein Blick auf Deutschland: Sebastian Baumgarten entrümpelt Carl Maria von Webers „Freischütz“ gründlich

26.03.13 (Ute Schalz-Laurenze) -
In der Pressekonferenz zur ersten Spielzeit ging an den neuen Bremer Intendanten Michael Börgerding die Frage, wie er sich das denn überhaupt vorstelle, erst Ende März die erste „richtige“ Oper zu bringen? Denn bis dahin gab es eine Kinderoper („Wo die wilden Kerle wohnen“ von Oliver Knussen), Jacques Offenbachs Opera Bouffe „Die Banditen“, eine Videofassung von Gustav Mahlers „Dritter Sinfonie“ unter dem Titel „Mahler III“, „Mahagonny“ von Kurt Weill und mit „Wunschkonzert“ eine szenische Montage von Klavierliedern der Romantik. Nun also endlich die „richtige“ Oper: „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber, jener gewaltige Anstoß für Richard Wagner. Doch die wurde vom 1969 geborenen Ruth Berghaus-Schüler Sebastian Baumgarten derart einer sezierenden politischen Analyse unterzogen, dass es viele Buhs gab. Börgerdings Linie wird klar: Mitdenken erwartet er von einem experimentierfreudigen Publikum.

Die Bilder hinter der Musik: Mahlers III. Symphonie und ein Liederabend zu Franz Xaver Kroetz am Theater Bremen

15.02.13 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Normale“ Oper lässt in der ersten Spielzeit des neuen Intendanten des Theater Bremen Michael Börgerding auf sich warten: Erst im März gibt es Webers „Freischütz“ und im April Mozarts „Così fan tutte“. Sperrig gab es bisher „Die Sache Makropulos“ von Leoš Janáček – eine glänzende Aufführung, aber nicht gerade ein Publikumsrenner –, peinlich daneben gingen Offenbachs „Banditen“, nicht angenommen wurde „Wo die wilden Kerle wohnen“ von Oliver Knussen.
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