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Alle Artikel kategorisiert unter »Martin Wright«

Faust und Holocaust – Berlioz’ „La damnation de Faust“ an der Berliner Staatsoper

06.06.17 (Peter P. Pachl) -
Obgleich Terry Gilliams Inszenierung bereits vor sechs Jahren in London herauskam und anschließend in Palermo und Antwerpen zu sehen war, löste die deutsche Erstaufführung dieser internationalen Koproduktion in Berlin heftige Proteste aus und zog Verrisse in den Tageszeitungen nach sich. Die szenische Revue über die größte Dämonie des 20. Jahrhunderts erntete in der dritten Aufführung Lacher und widerspruchslos begeisterten Schlussapplaus.

Wenig packend – Beethovens „Fidelio“ an der Berliner Staatsoper im Schillertheater

04.10.16 (Peter P. Pachl) -
Harry Kupfers Inszenierungen waren immer für eine Überraschung gut. Warteten sie doch mit ungewöhnlichen Konzepten auf, und boten, ob diese aufgingen oder scheiterten, allemal spannende Musiktheaterabende. Den „Ring des Nibelungen“ gestaltete Kupfer in Bayreuth gemeinsam mit Daniel Barenboim in einer optimalen Kooperation, die an der Staatsoper unter den Linden mit einem gemeinsamen kompletten Wagner-Zyklus fortgesetzt wurde (allerdings, dem Bayreuther Aufführungskanon gemäß, nur mit Wagners letzten zehn Bühnenwerken).

Nur mit abgestandenem Spreewasser gekocht

21.12.15 (Peter P. Pachl) -
„La Traviata“ an der Staatsoper im Schillertheater. Eine möglicherweise der Verdi-Neuproduktion zugrunde liegende Absicht, mit der biederen szenischen Umsetzung der „Traviata“ seien alle konservativen Opernbesucher vorweihnachtlich zufriedengestellt, schlug fehl – wie sich dies am mageren Schlussapplaus nach der Premiere der Staatsoper im Schillertheater ablesen ließ.

Alles in der Wolfsschlucht – Michael Thalheimers Inszenierung von Webers „Der Freischütz“ an der Berliner Staatsoper

19.01.15 (Peter P. Pachl) -
Carl Maria von Webers 1821 am Königlichen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführte Oper um einen vor Prüfungsangst sich den höllischen Mächten verbündenden Jägerburschen, triumphierte seinerzeit mit „Schlagern“, wie dem Jungfernkranz- und dem Jägerchor, war aber auch richtungweisend, insbesondere durch die musikalische Zeichnung des Dämonischen und Grauenvollen. Die Neuinszenierung im Berliner Schillertheater hat die gesamte Handlung an den Ort des Schreckens, in die Wolfsschlucht, verlegt.

Opern-Tanztheater – Sasha Waltz inszenierte „Tannhäuser“ an der Berliner Staatsoper

13.04.14 (Peter P. Pachl) -
Die Neuinszenierung des „Tannhäuser“ an der Staatsoper Berlin katapultiert sich in die Reihe der spannendsten und zwingendsten jüngsten Wagner-Interpretationen. Die Inszenierung der Choreographin Sasha Waltz, in der tief lotenden, allerdings extrem gedehnten Interpretation von Daniel Barenboim, spaltet das Publikum der Staatsoper im Schillertheater. Was manche Besucher „widerlich“ finden, ist insbesondere die intensive Deutung des Ortes der „höllischen Lust“, die für eine der musikalisch kühnsten Szenen des Musiktheaters im 19. Jahrhundert hier bei den Venusberg-Choreographien von Bejart bis Neumeier anknüpft.

René Magritte im Spiel-Baukasten – Philipps Stölzls Inszenierung von Giuseppe Verdis „Il Trovatore“ an der Staatsoper Berlin

30.11.13 (Peter P. Pachl) -
PR-technisch hochgekocht, wurde die Neuinszenierung des „Trovatore“ mit den Gesangsstars Anna Netrebko und Placido Domingo mit Spannung erwartet, aber nur partiell eingelöst. Philipp Stölzl als Regisseur und Bühnenbildner (letzteres zusammen mit Moritz Reinhardt) siedelt die krude Handlung von Verdis beliebtester Oper in einem Spielbaukasten an.
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