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Alle Artikel kategorisiert unter »Martin Wright«

Ein gruslig-kulinarisches Theaterfest – Giacomo Puccinis „Turandot“ an der Staatsoper Oper Berlin

19.06.22 (Dieter David Scholz) -
Das erst zwei Jahre nach Puccinis Tod, 1926 (von keinem Geringeren als Arturo Toscanini) in Mailand uraufgeführte Werk, frei nach dem Stück des venezianischen Dramatikers Gozzi, die letzte und unvollendete Oper Puccinis, zu der Franco Alfano den Schluss nachkomponierte, bleibt bis heute unglaubwürdig, rätselhaft und doch faszinierendes Fragment, ein Stück des Nicht mehr und Noch nicht zwischen Verismo und Faschismus, Operette und Filmmusik, Hollywood und Gabriele D’Annunzio.

Verblendet: Calixto Bieitos „Lohengrin“-Interpretation an der Berliner Staatsoper

02.12.21 (Joachim Lange) -
„Publikumspremiere“ – das ist auch so ein Begriff, den wir Corona verdanken und auf den man gerne verzichtet hätte. Die Premiere der Neuinszenierung von Richard Wagners „Lohengrin“ an der Berliner Staatsoper Unter den Linden fand schon am 13. Dezember 2020 statt. Es war allerdings eine gestreamte (Peter P. Pachl hat sie hier am 14. Dezember 2020 ausführlich besprochen). Damals schaute man schon deshalb zumindest mal rein, weil Roberto Alagna hier die Rolle singen sollte, vor der er 2018 in Bayreuth kurz vor der Premiere die Flucht ergriffen hatte.

Musikalisch hochkarätig – Mozarts „Le Nozze di Figaro“ an der Berliner Staatsoper

03.04.21 (Peter P. Pachl) -
Ein neuer Da Ponte-Zyklus unter GMD Daniel Barenboim steht für die Staatsoper Unter den Linden ins Haus. Die „Figaro“-Neuinszenierung war am Gründonnerstag 2021 als Premiere über Mezzo TV live zu erleben, und sie bleibt als Aufzeichnung vorerst weiterhin abrufbar. Dabei ist es noch keine sechs Jahre her, seit Jürgen Flimm, der vorige Hausherr der Staatsoper Berlin, Mozarts Opera buffa gleichermaßen gekonnt wie ungewöhnlich lokalisiert in Szene gesetzt hat; unter Gustavo Dudamels zündender musikalischer Leitung war die turbulente Produktion ebenfalls im Fernsehen übertragen worden und anschließend 90 Tage online abrufbar.

Separatvorstellung – „Lohengrin“ an der Berliner Staatsoper Unter den Linden

14.12.20 (Peter P. Pachl) -
„Einsam in trüben Tagen“, so erzählt Elsa vor Gericht, habe sie im Gebet die Eingabe gehabt, dass ihr ein glänzender, reiner Ritter erscheine; diesen wolle sie zum Streiter für sich wählen – heute würde man sagen: als Anwalt für ihren Prozess. Die Geschichte vom angeblichen Mord Elsas an ihrem Bruder Gottfried, Wagners erste, noch verhalten hintergründige, musikdramatische Auseinandersetzung mit dem Thema Inzest zwischen Geschwistern, Tabu und Trauma, schien der richtige Stoff zu sein für den Regisseur Calixto Bieto, der in seinen früheren szenischen Arbeiten gern eigene kindliche Erfahrungen und Traumata zu verarbeiten pflegte. Doch wenig Vergleichbares bot sein Regiedebüt an der Staatsoper Unter den Linden – als eine einsame Premiere in trüben Tagen.

Faust und Holocaust – Berlioz’ „La damnation de Faust“ an der Berliner Staatsoper

06.06.17 (Peter P. Pachl) -
Obgleich Terry Gilliams Inszenierung bereits vor sechs Jahren in London herauskam und anschließend in Palermo und Antwerpen zu sehen war, löste die deutsche Erstaufführung dieser internationalen Koproduktion in Berlin heftige Proteste aus und zog Verrisse in den Tageszeitungen nach sich. Die szenische Revue über die größte Dämonie des 20. Jahrhunderts erntete in der dritten Aufführung Lacher und widerspruchslos begeisterten Schlussapplaus.

Wenig packend – Beethovens „Fidelio“ an der Berliner Staatsoper im Schillertheater

04.10.16 (Peter P. Pachl) -
Harry Kupfers Inszenierungen waren immer für eine Überraschung gut. Warteten sie doch mit ungewöhnlichen Konzepten auf, und boten, ob diese aufgingen oder scheiterten, allemal spannende Musiktheaterabende. Den „Ring des Nibelungen“ gestaltete Kupfer in Bayreuth gemeinsam mit Daniel Barenboim in einer optimalen Kooperation, die an der Staatsoper unter den Linden mit einem gemeinsamen kompletten Wagner-Zyklus fortgesetzt wurde (allerdings, dem Bayreuther Aufführungskanon gemäß, nur mit Wagners letzten zehn Bühnenwerken).

Nur mit abgestandenem Spreewasser gekocht

21.12.15 (Peter P. Pachl) -
„La Traviata“ an der Staatsoper im Schillertheater. Eine möglicherweise der Verdi-Neuproduktion zugrunde liegende Absicht, mit der biederen szenischen Umsetzung der „Traviata“ seien alle konservativen Opernbesucher vorweihnachtlich zufriedengestellt, schlug fehl – wie sich dies am mageren Schlussapplaus nach der Premiere der Staatsoper im Schillertheater ablesen ließ.

Alles in der Wolfsschlucht – Michael Thalheimers Inszenierung von Webers „Der Freischütz“ an der Berliner Staatsoper

19.01.15 (Peter P. Pachl) -
Carl Maria von Webers 1821 am Königlichen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführte Oper um einen vor Prüfungsangst sich den höllischen Mächten verbündenden Jägerburschen, triumphierte seinerzeit mit „Schlagern“, wie dem Jungfernkranz- und dem Jägerchor, war aber auch richtungweisend, insbesondere durch die musikalische Zeichnung des Dämonischen und Grauenvollen. Die Neuinszenierung im Berliner Schillertheater hat die gesamte Handlung an den Ort des Schreckens, in die Wolfsschlucht, verlegt.

Opern-Tanztheater – Sasha Waltz inszenierte „Tannhäuser“ an der Berliner Staatsoper

13.04.14 (Peter P. Pachl) -
Die Neuinszenierung des „Tannhäuser“ an der Staatsoper Berlin katapultiert sich in die Reihe der spannendsten und zwingendsten jüngsten Wagner-Interpretationen. Die Inszenierung der Choreographin Sasha Waltz, in der tief lotenden, allerdings extrem gedehnten Interpretation von Daniel Barenboim, spaltet das Publikum der Staatsoper im Schillertheater. Was manche Besucher „widerlich“ finden, ist insbesondere die intensive Deutung des Ortes der „höllischen Lust“, die für eine der musikalisch kühnsten Szenen des Musiktheaters im 19. Jahrhundert hier bei den Venusberg-Choreographien von Bejart bis Neumeier anknüpft.

René Magritte im Spiel-Baukasten – Philipps Stölzls Inszenierung von Giuseppe Verdis „Il Trovatore“ an der Staatsoper Berlin

30.11.13 (Peter P. Pachl) -
PR-technisch hochgekocht, wurde die Neuinszenierung des „Trovatore“ mit den Gesangsstars Anna Netrebko und Placido Domingo mit Spannung erwartet, aber nur partiell eingelöst. Philipp Stölzl als Regisseur und Bühnenbildner (letzteres zusammen mit Moritz Reinhardt) siedelt die krude Handlung von Verdis beliebtester Oper in einem Spielbaukasten an.
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