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Alle Artikel kategorisiert unter »Máté Sólyom-Nagy«

Vorhang auf und viele Fragen offen – Mozarts Zauberflöte in Erfurt

05.10.17 (Joachim Lange) -
Es ist pure Koketterie wenn Regisseurin Sandra Leupold im Gespräch mit dem aktuellen Theater-Magazin der Erfurter Oper einräumt, dass man es mit dem Inszenieren der Zauberflöte eigentlich nur falsch machen kann. Genau das will keiner. Weder machen noch sehen. Ob man Mozarts größten Erfolg über die Jahrhunderte hinweg nun besonders mag, oder doch mehr das DaPonte-Trio, die Entführung oder seine Seria-Opern – wirklich kaputt kriegt man die „Zauberflöte“ nicht.

Alban Bergs „Wozzeck“ in Erfurt – bemerkenswert zeitlos, latent konventionell, und doch eindringlich

01.03.17 (Dirk Wieschollek) -
Was eigentlich ist ein guter Mensch? Und wann wird einer zum Mörder? Ist der selber schuld oder sind es „die Anderen“? Was ist Moral? Hat das mit Menschlichkeit zu tun? Oder eher mit Unterdrückung? „Moral: das ist, wenn man moralisch ist!“, erklärt der Hauptmann dem armen Teufel, der ihn rasiert. Der moralische Kompass dürfte in der Zeit Büchners genauso unverlässlich gewesen sein wie in der Zeit Bergs, der Zeit zwischen den größten Menschheitsverbrechen.

Kein Sex ist auch keine Lösung – Mozarts „Così fan tutte" an der Oper in Erfurt

20.11.16 (Joachim Lange) -
Zum Schluss wird es doch noch todernst. Da wird aus Fiordiligi ein gefallener Engel. Im weißen Brautkleid. Mit großen metaphorischen Flügeln. So bricht sie zusammen. Der personifizierte Tod hatte sich eh schon immer Mal unter die auf Teufel komm raus zum Amüsieren entschlossene Gesellschaft gemischt. Sie zahlt einen hohen Preis für ihre Selbstüberwindung und die (Ent-)Täuschung in dem Spiel mit dem Treue-Test. Alle anderen sehen zu, dass sie Land gewinnen nach dem belehrenden lieto fine. Das gar keins ist. Zumindest nicht im Sinne von: jetzt sind wir alle klüger und machen so weiter. Sie flüchten, jeder für sich, in die zusammengeklappten Kulissenwände von Hank Irwin Kittel.

Theater Erfurt: Odysseus aus der Kiste

22.02.16 (Joachim Lange) -
Das Theater Erfurt arbeitet zum dritten Mal mit dem Puppentheater Waidspeicher für eine Musiktheater-Produktion zusammen: Christian Georg Fuchs inszeniert Monteverdis „Die Heimkehr des Odysseus“ für die Studiobühne – Samuel Bächli hat die musikalische Leitung.

Zwischen Patriotismus und Verzweiflung – An der Oper Erfurt wurde jetzt die Francois Fayts Oper „Das schwarze Blut“ uraufgeführt

02.12.14 (Joachim Lange) -
Die Literaturoper ist ein Genre, bei dem die bekannte Vorlage von der dazukommenden Musik mitgezogen, beflügelt, ja in eine neue Dimension gehoben werden kann. Wenn es gut geht jedenfalls. Die aktuelle alljährliche Erfurter Uraufführung muss diesmal damit fertig werden, dass die literarische Vorlage hierzulande eher selten und wenn, dann hinten im Bücherregal zu finden ist. Obwohl der Roman „Das schwarze Blut“ (Le Sang noir) von Louis Guilloux (1899–1980) aus dem Jahre 1935 im Westen und im Osten Deutschlands erschienen ist. Marcel Maréchal hat daraus ein Libretto destilliert und konnte dabei auf seine, in Frankreich in den 70er Jahre auch verfilmte eigene Theaterfassung des Romans aus den 60er Jahren zurückgreifen.
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