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Alle Artikel kategorisiert unter »Nicola Hümpel«

Wie eine Feuerschmiede – Nicola Hümpel inszeniert „Der Barbier von Sevilla“ an der Staatsoper Hannover

19.01.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
1816, das Uraufführungsjahr von Gioachino Rossinis „Der Barbier von Sevilla“, ist auch in Rom keineswegs ein gemütliches Jahr. Die napoleonischen Kriege waren vorbei, in die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden mischte sich die zensurscharfe Restauration. Michael Talke bot in Bremen vor vier Jahren eine Aufführung, in der er die Menschen in einem beispiellosen Egoismus zeigte und gleichzeitig der Absurdität und der Komik freien Lauf ließ. Dieses Stück einer Frau anzuvertrauen, die sich in ihren preisgekrönten Performances und Installationen viel mit Musik beschäftigt, war eine gute Idee der Staatsoper Hannover.

Die Leichtigkeit des Skandals – Philippe Boesmans „Reigen“ an der Oper Stuttgart

26.04.16 (Georg Rudiger) -
Ein Skandalstück ist Arthur Schnitzlers 1920 in Berlin uraufgeführte Komödie „Reigen“, die zehn sexuelle Begegnungen von Mann und Frau beschreibt, schon lange nicht mehr. Sex außerhalb der Ehe ist in Deutschland längst kein Aufreger mehr, sondern gesellschaftliche Normalität. Dennoch hat Schnitzlers ernüchternde Sicht auf die Liebe in Zeiten des Online-Datings nichts an Aktualität verloren. Dies ist am Stuttgarter Opernhaus zu erleben, wo nun 23 Jahre nach ihrer Brüsseler Uraufführung Philippe Boesmans gleichnamige Oper (Libretto: Luc Bondy) anlässlich des 80. Geburtstags des belgischen Komponisten Premiere hatte.

Tod, wo ist dein Stachel? „Das geopferte Leben“ von Hèctor Parra und „Die Befristeten“ von Detlev Glanert bei der Münchner Biennale

21.05.14 (Juan Martin Koch) -
Als umgekehrter Orfeus ist er vom Tod ins Leben zurückgekehrt. Aber dort wissen Witwe und Mutter nichts Rechtes mit ihm anzufangen. Diesen Schwebezustand hat Hèctor Parra in seiner Biennale-Oper „Das geopferte Leben“ in den Zwischenräumen von Alter und Neuer Musik angesiedelt. Ein weiblicher Tod hüllt ihn in postbarocke Koloraturen.
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