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Alle Artikel kategorisiert unter »Selçuk Hakan Tirasoglu«

In einer Welt der Phantasie – Im Staatstheater Meiningen wird Achim Freyers „Zauberflöte“ bejubelt

19.06.22 (Joachim Lange) -
Auffallend oft gab es in letzter Zeit wieder Bühnenbilder für Opernproduktionen, die nicht mit nihilistischer Leere bis zur Brandmauer und Secondhand-Kostümen der allgemeinen Tristesse der Welt von heute in bekannten oder auch unbekannten Werken der Vergangenheit nachspürten. Vielleicht ein Indiz für ein wachsendes Bedürfnis nach Kunst als Gegenwelt? Und nicht nur als Analyse- oder Diskursbeitrag der besonderen Art. Wer weiß.

Vokaler Glanz vor romantischer Kulisse – In Meiningen inszeniert der Ex-Intendant „Lohengrin“

23.04.22 (Joachim Lange) -
Was Richard Wagners „Lohengrin“ betrifft, so liegt Meiningen nicht nur geographisch ungefähr auf dem Weg zwischen Weimar und Bayreuth. In Weimar sorgte Franz Liszt 1850 für die Uraufführung der romantischen Nie-sollst-du-mich-befragen-Oper. Da war Wagner den Obrigkeiten noch verdächtig und quasi auf der Flucht vor der sächsischen Polizei. Als ein Vierteljahrhundert später mit des bayrischen Königs und des Reichskanzlers Hilfe sein Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth stand, er zum Überkomponisten seines ganzen Jahrhunderts aufgestiegen war, gehörte „Lohengrin“ natürlich zu den Stücke, die der Meister sich selbst durchgehen ließ und für den Werkekanon der Festspiele vorsah.

Im Stehen sterben – Markus Lüpertz malt in Meiningen eine Oper: Puccinis La Bohème

12.12.21 (Joachim Lange) -
Die Rechnung ging auf. Und sie hatten auch noch Glück. Wie jedes Theater, dem (außerhalb von Sachsen) gegenwärtig eine Premiere gelingt, war auch in Meiningen allein schon die Tatsache, dass der Vorhang hoch ging, ein kleiner Triumph. Über die Pandemie. Aber auch über eine Politik, die Theaterdichtmachen mit effektiver Virusbekämpfung verwechselt.

Willkommen in Pop-up-Arkadien: Vivaldis „La fida ninfa“ am Theater Regensburg

30.10.19 (Juan Martin Koch) -
Ein barocke Pastoraloper mit über drei Stunden Spiellänge – das könnte ganz schön zäh werden. Das Theater Regensburg trat mit Antonio Vivaldis „La fida ninfa“ (1732) die Flucht nach vorn an, kürzte beherzt und fand ein modernes Setting, das dennoch Raum für poetische Weltflucht bot. Juan Martin Koch floh gerne mit.

Abigaille stellt sie alle in den Schatten: Giuseppe Verdis „Nabucco“ am Theater Regensburg

16.09.18 (Juan Martin Koch) -
Als erste Opernpremiere der neuen Spielzeit ging am Theater Regensburg Giuseppe Verdis „Nabucco“ über die Bühne. In der enttäuschenden Inszenierung von Rares Zaharia glänzte vor allem eine Sopranistin als heimliche Protagonistin. Juan Martin Koch berichtet:

Ein kitschiges Herzkissen für Antonio Smareglia: „La Falena“ im Staatstheater Braunschweig

17.04.16 (Peter P. Pachl) -
Die rare, dank dem Staatstheater Braunschweig ermöglichte Begegnung mit Antonio Smaregilas dreiaktiger Oper „La Falena“ macht die Geistesverwandtschaft des Komponisten zu James Joyce, der Smareglia bewunderte, nachvollziehbar. Denn selten sonst wird in der Oper mit so viel Wortreichtum und mit einer solchen Vielfalt von Modulationen und Tonmalerei so viel Assoziatives ausgesagt, aber zugleich so wenig an Aktion transportiert – nimmt man einmal Richard Wagners „Handlung in drei Aufzügen“ aus; der „Tristan“ allerdings stand mit seiner unendlichen Melodie Pate für jenes „Theater der Poesie“, das der 1854 im heute in Istrien liegenden Pola geborene Komponist als Gegenbewegung zum Verismo entwickelt hat.
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