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Alle Artikel kategorisiert unter »Stéphanie Müther«

Achtung: Betreten auf eigene Gefahr! – In Bayreuth schließt sich der neue Nibelungen Ring mit der „Götterdämmerung“

06.08.22 (Joachim Lange) -
Es war ziemlich klar, dass die Zuschauer im Festspielhaus an die eh schon lange „Götterdämmerung“ am Ende des neuen Rings noch einen vierten Aufzug dranhängen würden. Das hat hier Tradition. Höflicher Applaus wäre ein Fehlschlag. Ein Unisono-Bravo wahrscheinlich auch. Eigentlich ist Pro und Contra das Angemessene, wenn ein Ring als Herausforderung funktioniert soll. Da der Vierteiler immer nur komplett vergeben wird, kommt man in den Pausen zwischen den 16 Stunden Wagner auch ins Gespräch. Über weite Teile von Valentin Schwarz’ Interpretation als Familiensaga im Kurzserienformat ließ sich also trefflich streiten, vor allem rätseln.

Wotan – Allein zuhaus: Peter Konwitschny startet in Dortmund mit der „Die Walküre“ in seinen Ring

22.05.22 (Joachim Lange) -
Der Auftakt seines Ring-Projektes in Dortmund zeigte den Regie-Altmeister Peter Konwitschny von der besten Seite und in Hochform. Im szenischen Detail und der Personenführung hochsouverän, musikaffin wie nur wenige, und eben auch fündig bei der Suche nach dem Menschlichen selbst beim göttlichen Personal.

Leipziger „Lohengrin“-Lollipop, lohnend?

03.11.20 (Roland H. Dippel) -
Das Spannendste an dieser gekürzten Fassung von „Lohengrin“ ist seine Vorgeschichte, die mindestens bis zum letzten „Tannhäuser“ der Oper Leipzig im Jahr 2018 zurückreicht. Schon steht der Termin der „Lohengrin“-Vorstellung im Paket „Wagner 22“ mit allen Wagner-Dramen in chronologischer Reihenfolge nach Entstehung fest: 30. Juni 2022. Aber das wird ein schon wieder anderer „Lohengrin“ sein als die wegen des Teil-Lockdowns vom 7. auf den 1. November vorverlegte Premiere.

WNDRLND ist abgebrannt – „Lohengrin“ am Theater Chemnitz

27.01.20 (Michael Ernst) -
Chemnitz pflegt seine Wagner-Traditionen mit einem ebenso originellen wie sehens- und hörenswerten „Lohengrin“ – aber fast ohne Romantik, dafür mit viel Rummel. Als Resultat ist ein Stück Welttheater entstanden, meint unser Rezensent Michael Ernst.

Siegfrieds Schlittenfahrt – Wagners Götterdämmerung an der Oper Chemnitz

02.12.18 (Michael Ernst) -
Wie eiskalt ist der Wagner hier. Mit den ersten Takten der „Götterdämmerung“ in Chemnitz erleben wir ein Gefrieren aller Gefühle. Nicht etwa, weil die Robert-Schumann-Philharmonie unter ihrem spanischen Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo unterkühlt musizieren würde – im Gegenteil: hier wird heißblütig aufgespielt, dennoch ausgewogen klangstark, wohlbedacht dosiert und bestens begleitet. Eiskalt ist der Ort dieses Weltuntergangs-Szenarios von seinem Anfang bis zum frostigen Ende.

Alban Bergs „Wozzeck“ in Erfurt – bemerkenswert zeitlos, latent konventionell, und doch eindringlich

01.03.17 (Dirk Wieschollek) -
Was eigentlich ist ein guter Mensch? Und wann wird einer zum Mörder? Ist der selber schuld oder sind es „die Anderen“? Was ist Moral? Hat das mit Menschlichkeit zu tun? Oder eher mit Unterdrückung? „Moral: das ist, wenn man moralisch ist!“, erklärt der Hauptmann dem armen Teufel, der ihn rasiert. Der moralische Kompass dürfte in der Zeit Büchners genauso unverlässlich gewesen sein wie in der Zeit Bergs, der Zeit zwischen den größten Menschheitsverbrechen.

Bunt in Weimar: „Die Meistersinger von Nürnberg“

14.11.16 (Roland H. Dippel) -
Die Staatskapelle Weimar und das Deutsche Nationaltheater haben einen neuen Generalmusikdirektor: Der gerade vierzigjährige Ukraine Kirill Karabits gab dort seinen Musiktheater-Einstand mit Wagners „Meistersingern von Nürnberg“. Wer hat schon den Joker eines Starts mit diesem Spitzenwerk? Dessen erste Premiere feierte man allerdings bereits im Mai 2016 im Theater Erfurt, dort kam das Großprojekt der beiden Theater mit dem Philharmonischen Orchester Erfurt und der Thüringen Philharmonie Gotha heraus. Auf der Bühne – zur „Festwiese“ auch in den Zuschauerräumen – traten da schon die von Andreas Ketelhut und Markus Oppeneiger prima präparierten Opernchöre zusammen an. Diese Leistungsschau kann sich sehr gut hören und auch sehen lassen.

Brittens „The Turn of The Screw“ in Erfurt: Schlicht und düster

04.10.16 (Roland H. Dippel) -
Dass Benjamin Brittens geniale und vieldeutige Kammeroper von großen Bühnen immer wieder in ein kleines Ambiente wie das Studio des Theaters Erfurt zurückfindet, ist legitim. Zum Beispiel nach der aufgeheizten Deutung Claus Guths, der für das Berliner Schillertheater die traurigen Sexualnöte der Gouvernante mit dem fast erwachsenen Zögling zum Horrortrip machte - oder nach den unausgesetzt bösen Nachtvisionen an der Oper Tel Aviv. Das Erfurter Produktionsteam entschied sich für eine objektivierende Darstellung der 1954 in Venedig uraufgeführten Oper nach Henry James‘ Novelle „The Turn of The Screw“. Die flirrend-erotischen Phantasien zum Werk kommen durch diese deutschsprachige Aufführung dennoch nicht zum Stillstand.

Die Geister, die sie riefen … – Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ an der Oper Erfurt

31.05.16 (Joachim Lange) -
In Thüringen sind diese „Meistersinger“ ein Politikum der etwas anderen Art. Jenseits aller inhaltlichen Sprengkraft hat das Zustandekommen speziell dieser Inszenierung kulturpolitische Brisanz. Die Koproduktion zwischen den Häusern in der Thüringer Landes- und der deutschen Klassikerhauptstadt erinnert per se an die jahrelangen, immer wieder neu entfachten Diskussionen, über deren Zusammenlegung. Was noch jedes Mal mit einem Riesenzoff endete. War jetzt bei den Chören und der Besetzung die (naheliegende) Kooperation in Erfurter live zu erleben, so wird bei der Übernahme nach Weimar im November die dortige Staatskapelle (die Nummer eins der Thüringer Orchester) und ihr Generalmusikdirektor Kirill Karabits im Graben übernehmen. Was dann doch die Grenzen der Fusionsambitionen mehr als verdeutlicht.
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