Jugend musiziert – der Film

Ein lebendiger Dokumentarfilm rund um den Wettbewerb


(nmz) -
Das ganze letzte Jahr feierte „Jugend musiziert“ auf allen Wettbewerbsebenen 50. Geburtstag (die nmz berichtete). Weil sich der Wettbewerb im Laufe eines halben Jahrhunderts zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte und einer Institution mit enormer Ausstrahlungskraft entwickelte, darf es ruhig noch ein wenig weiter gehen mit dem Jubiläum. Denn momentan ist der erste umfangreiche Dokumentarfilm zu „Jugend musiziert“ im Entstehen, der Anfang April Premiere feiern wird.
Ein Artikel von N.N.

nmzMedia, das Filmteam der neuen musikzeitung, ist der Initiator und Produzent des Filmprojekts, die beiden Filmemacher Katharina Herkommer und Jörg Lohner zeichnen auch inhaltlich dafür verantwortlich. Sie sind spezialisiert auf Reportagen und Dokumentationen aus dem Kulturbereich und haben sich bundesweit, vor allem in der Musikwelt einen Namen gemacht.

Vom Regionalentscheid bis zum Bundeswettbewerb

Noch nie sammelte ein Filmteam so umfangreich Aufnahmen, teils über mehrere Jahre hinweg. Dieses dokumentarische Material, das Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen über Monate auf ihrem Weg durch den Wettbewerb begleitet, bildet den Kern des Films.

Da sind zum Beispiel Cosima und Constantin, zwei Geschwister, die in der Duowertung für Klavier und ein Streichinstrument teilnehmen. Da ist Christoph, ein Regensburger Domspatz, bei dem sich schon mit elf Jahren alles um die Musik dreht, und der gleichzeitig sowohl im Fach Orgel als auch am Klavier antritt. Oder Henrike und Jann, Abiturienten aus Nordrhein-Westfalen, die schon seit Jahren ein Duo mit Gesang und Klavier bilden.

Wie kommen ganz „normale“ Kinder auf die Idee, sich monatelang mit eiserner Disziplin auf einen einzigen kurzen Auftritt vorzubereiten? Empfinden Sie Konkurrenzdruck, und wenn ja, was treibt sie an, sich diesem freiwillig zu stellen?

Welche Rolle spielen dabei die Erwartungen der Erwachsenen – der Lehrer, der Eltern? All diese Fragen stellen sich die Filmemacher und stellt sich damit auch der Film.

Interviews mit Stars und Machern

Außerdem lässt die Dokumentation die „Macher“ des Wettbewerbs zu Wort kommen, wie zum Beispiel den 84-jährigen „Mister ‚Jugend musiziert‘“ Eckart Rohlfs, der von vielen nur der „Erfinder“ des Wettbewerbs genannt wird und der dessen Bundesgeschäftsstelle 33 Jahre lang bis 1996 leitete. Ebenso treten ehemalige Teilnehmer vor die Kamera, die heute in der Klassikwelt ganz oben stehen: etablierte Künstler und junge Berühmtheiten wie der Geiger Frank Peter Zimmermann, die Bratschistin Tabea Zimmermann, der Pianist Igor Levit und der Cellist Benedict Klöckner, die jeweils von ihren ganz persönlichen Erinnerungen an „Jugend musiziert“ erzählen. Mit den ehemaligen Teilnehmern werfen die Filmemacher auch Themenfelder auf, die über den Tellerrand von „Jugend musiziert“ hinausreichen: Die Profimusiker denken über den Sinn von Wettbewerben nach, sprechen über Leistungszwang und gesunden oder ungesunden Ehrgeiz, über Erfolge, Misserfolge und musikalische Freundschaften.

Crowdfunding als Weg der Finanzierung

Um den Film umsetzen zu können, entschied sich nmzMedia für eine ungewöhnliche Form der Finanzierung: Eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion, also eine Kampagne zur Schwarmfinanzierung über das Internet, brachte neben der bereits bestehenden Unterstützung durch den Deutschen Musikrat weitere Partner und Sponsoren wie den Verband Deutscher Musikschulen, die Deutsche Stiftung Musikleben, die GEMA oder die Sparkassen-Finanzgruppe mit an Bord. Insgesamt beteiligen sich mehr als 150 Institutionen und Verbände, Unternehmen und Privatpersonen an der Finanzierung. Gemeinsam sorgten sie mit ihren kleineren oder größeren Beträgen der Unterstützung dafür, dass „Jugend musiziert – der Film“ nun Wirklichkeit und demnächst im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird. 

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