Klassik – (k)ein Auslaufmodell?

Klassische Musik auf der Suche nach ihrer Rolle im 21. Jahrhundert


(nmz) -
Als der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer seinen inzwischen zurückgenommenen Plan, keinen zweiten großen Konzertsaal in München zu bauen, auch damit begründete, dass das Publikum für klassische Musik älter und immer kleiner würde, erntete er von Seiten der Klassikanhänger einen Proteststurm. Doch sagte er, der sich gerne auf die Stimme des Volkes beruft, nicht etwas, was viele denken? Ist klassische Musik nicht wirklich ein Auslaufmodell? In der Tat klagen manche Solisten und Kammermusikensembles, dass das Publikum für klassische Musik in den letzten Jahrzehnten kleiner und immer älter geworden ist und dass weniger Konzerte mit klassischer Musik veranstaltet werden.
Ein Artikel von Edmund Wächter

Statistik: eine Frage der Interpretation

Dieser gefühlte Abwärtstrend lässt sich durch Zahlen belegen. So zeigt die statistische Erhebung des Deutschen Musikrats, dass klassische Musik 2013 nur 7,2 Prozent am Umsatz von Tonträgern und digitalen Musikprodukten beteiligt ist, dass zwischen 2004 und 2014 klassische Musik bei der Frage, welche Musikrichtung bevorzugt wird, um 1,4 Prozent in der Publikumsgunst zurückfiel und dieser Rückgang bei den 40- bis 59-jährigen besonders hoch ist, während bei den über 70-jährigen eine Zunahme von 3,6 Prozent zu verzeichnen ist. Die Zahl der Opernbesucher hat besonders stark abgenommen: 1991/92 gingen noch 7,5 Millionen Menschen alljährlich in die Oper, 2013 nur noch 3,9. Diese Zahlen belegen, dass offenbar das Klassikpublikum immer älter wird und mancher, so Roland Eberlein im Blog der Walcker-Stiftung, sieht die Gefahr, dass klassische Musik ausstirbt, wenn es die Generation der 70-jährigen nicht mehr gibt.

Doch man kann dieser Schwarzmalerei entgegenhalten, dass inzwischen Orchester, Opernhäuser und Festivals mit ihren Jugendprogrammen erfolgreich die Berührungsängste junger Menschen gegenüber Klassik abbauen. Die Wettbewerbe „Jugend musiziert“ erfreuen sich eines großen Zulaufs. Die Preisträger spielen zumeist so engagiert und musikalisch, dass sie der beste Beweis dafür sind, wie lebendig klassische Musik ist. In Großstädten bestehen lange Wartelisten bei Musikschulen, was zeigt, dass das Interesse am Erlernen eines Musikinstruments groß ist. Die Zahl der Besucher von Orchesterkonzerten stieg zwischen 2003 und 2013 von 3,7 auf über 5 Millionen!

Hat also Volker Hagedorn recht, der in der ZEIT schrieb: „Hört doch endlich auf zu jammern“? Er meint, dass das „schaurige Lied vom Tod der Klassik, die zwischen Sparmaßnahmen und Volksverblödung, zwischen Starkult und Musealität dahinsiecht, zum stets wiederholten Grundmotiv geworden ist, das vielen Leuten die Ohren verstopft“.

 

Vorurteile gegen Klassische Musik

Dass klassische Musik in die Ecke der aussterbenden Kulturformen gestellt wird, hat auch mit den Vorurteilen zu tun, mit denen sie behaftet ist: Viele glauben, klassische Musik sei schwierig zu hören und erst recht zu spielen; sie wird als elitär gebrandmarkt; sich mit ihr zu beschäftigen, erscheint als Anstrengung und Arbeit und läuft so dem Bedürfnis nach Unterhaltung, Entspannung oder nach einem emotional packenden Event entgegen.

An diesem Image sind auch die klassischen Musiker, die Vermarktung und die Vermittlung klassischer Musik nicht ganz unschuldig. Bei den „Stars“ der Klassik werden Perfektion, makellose Schönheit ihres Spiels und stupende Virtuosität in den Vordergrund gestellt. So wird klassische Musik als eine der Zirkusakrobatik vergleichbare Fähigkeit wahrgenommen, die man gerne bestaunt, aber die man sich selbst keinesfalls antun möchte.

Doch dass klassische Musik Inhalte hat, eine Sprache für Bereiche ist, die wir nur durch sie erschließen können, dass Musizieren Spaß macht, spielt in der PR eine viel zu geringe Rolle. Auch ist sie ja nicht immer „schwierig“ zu hören oder zu spielen; zu ihr zählen nämlich nicht nur Beethovens späte Streichquartette sondern auch Haydns Menuette.

 

Nicht eindeutig: Was ist „klassische Musik“?

In der Statistik des Musikrates werden „Oper, Operette, Gesang“ und „Klassikkonzerte, Sinfonien“ als zwei Bereiche aufgeführt; würde man sie zusammennehmen, wären die Zahlen schon viel besser, dann käme man nämlich auf 60,5 Prozent der Befragten, und wäre fast gleich auf mit Rock- und Popmusik oder Oldies und Evergreens. Der Begriff „klassische Musik“ ist nicht eindeutig; er wird oft unscharf und unreflektiert verwendet und entspricht vielfach nicht der im 21. Jahrhundert gelebten musikalischen Wirklichkeit.
In diesen Begriff spielen zahlreiche Vorstellungen hinein. So war in der römischen Antike ein „civis classicus“ ein Steuerzahler erster Klasse. Klassik bedeutet also eine Bewertung: Wer ihr zugerechnet wird, ist exzellent. Im historischen Rückblick werden bestimmte Werke und Epochen als „klassisch“ bezeichnet, etwa die antike griechische  Architektur 500 bis 325 v. Chr. oder die Dichtung des Hochmittelalters. Jacob und Wilhelm Grimm bezeichneten als „klassisch“, was vollkommen und mustergültig ist.

Dann wurde „klassisch“ dem Begriff „modern“ entgegengesetzt: So stellte Johann Wolfgang von Goethe das Klassische als das „Gesunde“ der zu seiner Zeit neuen Romantik gegenüber, die er als das „Kranke“ bezeichnete. „Klassik“ bedeutete also auch etwas Konservatives, eine Abwehr gegen Neues.
In der Musik gilt die Wiener Klassik als klassische Epoche. Haydn und Mozart schrieben alle Arten von Musik, von Tanzmusik bis hin zu ernster Kirchenmusik. Gerber vermerkte in seinem Musiklexikon, dass Haydns Musik „populär“ war. Mozart sagte, dass er für „alle Arten von Ohren – nur nicht für die langen“ komponierte. So wird berichtet, dass nach der „Figaro“-Premiere in Prag die Menschen auf der Straße die Melodien gesungen und gepfiffen haben. Klassische Musik war auch noch in München zu Beginn des 20. Jahrhunderts populär. So schrieb Thomas Mann in seiner Erzählung „Gladius Dei“, dass dort junge Leute auf den Straßen das „Nothung-Motiv“ aus Wagners „Siegfried“ pfiffen.

Doch im 19. Jahrhundert hatte sich die klassische Musik zur „Ernsten Musik“ weiterentwickelt, die im Konzertsaal als eine Art religiöse Erfahrung andächtig angehört wurde. Ihr wurde die Unterhaltungsmusik - etwa der Wiener Walzer oder die Operette - gegenübergestellt, die nun das Zeug zur Popularität hatte. Richard Strauss litt beispielsweise unter der Popularität seines Namensvetters Johann Strauß. Klassik galt nun als das Schwierige, Ernste.  

 

Musik in der modernen Konsumwelt

Zugleich änderte sich der Umgang mit Musik, die seit der Erfindung des Radioempfängers und Schallplattenspielers nicht mehr selbst gespielt werden muss. Heute in Zeiten des Internets ist Musik allgegenwärtig. Man benötigt nur ein Handy und einen Kopfhörer. Musik zu hören, erfordert keinerlei eigene Aktivität mehr. Sie ist vielfach zum Konsumartikel geworden.

Klassische Musik ist freilich viel zu eindringlich, existenziell berührend und komplex, als dass sie konsumiert werden könnte. Zum Nebenbeihören sind Sounddesign oder kommerzieller Pop viel besser geeignet. Deshalb überrascht es nicht, wenn nur 7,2 Prozent der Bevölkerung Tonträger oder digitale Produkte mit Klassik kaufen, aber 30 Prozent mit Pop.

Doch auch die Mehrzahl der Konzertbesucher sucht zumindest vordergründig nicht Bildung. Erfolgreich vermarktete Musik muss heute genauso wie im Pop oder Rock einen Eventcharakter haben. Als Pavarotti begann, in gro­ßen Stadien aufzutreten, verschaffte er dem Operngesang eine neue Popularität. Viele innovative Konzertformen, von Open Air bis zum Dinnerkonzert haben sich in der Zwischenzeit entwickelt. Sie zeigen mit großen Erfolg, dass klassische Musik nicht schwierig sein muss; sie kann im Freien, manchmal verbunden mit einem Picknick, ebenso wie ein Rockkonzert bequem genossen werden und auf ihre eigene Weise unvergessliche Erlebnisse bei den Zuhörern hervorrufen.

Auch die Konzertprogramme haben sich geändert. Nicht mehr die Werke von Bach bis Brahms stehen im Zentrum, vielmehr findet häufig ein Crossover zwischen Jazz, Rock, Weltmusik und Klassik statt.  
Galt noch in meiner Jugend in Kreisen von Gebildeten zum Beispiel Jazz nicht als ernst zu nehmende Musik, sind heute alle Musikformen vom Rock bis hin zur Klassik „gesellschaftsfähig“. Klassische Musik hat also ihre Vormachtstellung eingebüßt. Sie selbst zerfällt in viele Einzelsparten, etwa Alte Musik, Barockmusik, Kammermusik und Lied, Oper, Neue Musik, elektronische Musik und vieles mehr.

Für die Programmgestalter von Klassik Radio scheint „Klassik“ vor allem der „Sound“ von Sinfonieorchester, Kammermusik, Lied, Oper, Musical oder Filmmusik zu sein. Doch eine solche oberflächliche Einordnung trifft keineswegs das Phänomen „Klassik“. Gerecht würde ihr eher eine Definition, die in Wikipedia zu finden ist: Dort wird klassische Musik als Kunstmusik bezeichnet. Klassische Musik will nämlich mehr, als nur in der Gegenwart erklingen. Für die Nachwelt wird sie in Partituren oder anderer Form festgehalten. Sie hat zumeist einen zeitlosen Werkcharakter, der nach dem Tod ihrer Autoren zukünftige Generationen in ihren Bann zieht.

 

Machtverlust und Freiheit

In seiner Keynote zum Festival „Heidelberger Frühling“ 2015 stellte Jan Brachmann für die klassische Musik „einen Machtverlust“ fest: „Nicht die Masse der Musikhörer gibt den Ausschlag für die Strahlkraft der Musik, sondern ob diese Masse tonangebend ist.“ Dieser Machtverlust, so Brachmann, ist mit einem Gewinn an Freiheit verbunden: Klassische Musik ist kein Mittel mehr der Repräsentation von Macht und Einfluss, vielmehr etwas übernehmen. Das hohe Niveau im europäischen Fußball liegt neben der minutiös durchstrukturierten Jugendarbeit auch am Medienhype, den der Fußball auslöst. Aber vielleicht sind wir gar nicht so weit weg. So sagte Giovanni Trapattoni 1996 über seine Mannschaft: „Der FC Bayern soll klingen wie eine Fuge von Johann Sebastian Bach.“

Bei meinen Privatschülern beobachte ich ganz deutlich, wie wichtig das Umfeld ist. Bei denjenigen, die aus dem kleinstädtischen und ländlichen Münchner Umland kommen, steckt oft viel mehr Drive dahinter, als bei denen aus der Großstadt. Erstere sind in Blaskapellen und Musikvereinen engagiert, treten bei jeder Gemeinde- und Schulfeier oder im Gottesdienst auf, werden vom Umfeld bewundert und sind Vorbild für den jüngeren Nachwuchs, während ich städtische Schüler habe, denen es peinlich wäre, wenn es in der Schule bekannt würde, dass sie Flöte spielen. Was das für die Motivation bedeutet, können Sie sich denken.

 

Bühnenpräsenz und Gestaltungswille

Temperament, Ausdrucksbedürfnis, Ausdrucksfähigkeit, Inspiration, Gestaltungswille, Bühnenpräsenz, Ausstrahlung, Charisma und so weiter sind weitere entscheidende Soft Skills für eine Musikerkarriere, doch so ungreifbar, dass es schwierig ist, Kriterien dafür festzulegen und sie zum Gegenstand der Ausbildung zu machen. Sicher kann man ein bisschen nachhelfen und coachen, aber letztlich hat man’s oder hat’s eben nicht, und diese Begabungen treten in verschiedenen Entwicklungsstufen oft sehr unterschiedlich an die Oberfläche. So beobachte ich als Juror einen Flötisten, der als knapp Zehnjähriger fantastisch war und mit jugendlicher Unbefangenheit und Spielfreude die Herzen der Zuhörer und Juroren gewann. Einige Jahre später spielte er immer noch ausgezeichnet, strahlte aber ein gewisses Unbehagen aus, was nicht untypisch für einen hochaufgeschossenen, pubertierenden Knaben ist. Dann erlebte ich ihn wieder, inzwischen Jungstudent und vor dem Schulabschluss stehend. Er lieferte ein anspruchsvolles Programm beneidenswert perfekt ab, jedoch, um mit den Worten Carl Philipp Emanuel Bachs zu sprechen, wie ein „abgerichteter Vogel“ (Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen, Berlin 1753, /Das dritte Hauptsück, § 7). Selbstverständlich will er Flöte studieren, selbstverständlich will er ins Orchester – nur, wie kann man eine vorhersehbar unglückliche Karriere rechzeitig verhindern und die Weichen anders stellen, wenn der Schüler von Kindheit an auf eine Musikerkarriere konditioniert ist und auch schon soviel investiert hat, dann aber unüberwindbare Defizite offenbar werden? Man könnte sagen, das liegt nicht mehr in unserer Verantwortung. Ich meine doch und bespreche solche Fälle auch immer mit den Betroffenen und deren Eltern – auch wenn das keiner hören will, und stattdessen lieber der Lehrer gewechselt wird. 

Aber es gibt auch die umgekehrten Fälle: Schüler, die in keiner Weise auffällig sind und plötzlich mit Lust und Verve beginnen, sich mit dem Instrument und der Musik zu beschäftigen, und die es auch sehr weit bringen können, obwohl der Schub in einem Alter geschieht, das längst nicht mehr als ideal für die Basis einer musikalischen Karriere gilt.

 

Eltern, soziale Kompetenz und Empathie

Die Entwicklung der sozialen Kompetenz und Empathie halte ich für unabdingbar. Diese bleiben oft auf der Strecke, wenn sich die heranwachsenden Musiker zu sehr mit sich selber beschäftigen (müssen). Aber für die berufliche Wirklichkeit ist das wichtig: Mit wem will man Kammermusik machen? Mit wem als Kollegen möchte man bis zur Rente im Orchester spielen, bei wem möchte man Unterricht nehmen und wie ist der Kontakt zum Publikum? Da sollten wir als Pädagogen aufpassen, dass der Bereich gerade bei den Hochbegabten, die bisweilen elitäre und autistische Verhaltensformen annehmen, nicht zu kurz kommt. Wenn der Lehrer eines zukünftigen Stargeigers die Mitwirkung im Schulorchester wegen zu niedrigen Niveaus untersagt, oder dass ein Schüler nicht mit ins Schullandheim darf, weil der nächste Wettbewerb ansteht, halte ich das für zu kurz gedacht. Gerade die Einbindung der Musik ins „normale“ Leben sollte man fördern.
Die Eltern sind in der Regel für die Förderung der Kinder von entscheidender Bedeutung. Sie investieren Zeit und Geld und richten das Familienleben nach den Kindern aus. Ohne Eltern geht normalerweise gar nichts (allerdings wenn nur die Eltern wollen, geht auch nichts!).

Da gibt es die Eltern, für die der Musikunterricht durchaus dazu gehört – man möchte ja nichts versäumen – der aber doch eher als lästig (noch ein Termin in der Woche!) oder gar als störend empfunden wird. Wenn beispielsweise – wie gar nicht selten – das Üben erledigt sein soll, bevor der Vater oder die alleinerziehende Mutter gestresst von der Arbeit heimkommen, wird jede Leistungsbereitschaft bereits im Keim erstickt.
Ich unterrichtete eine neunjährige Schülerin, die nach einem Jahr weit überdurchschnittliche Fortschritte gemacht hatte und das trotz höchstens sporadischen Übens. Ich habe der Mutter empfohlen, die Tochter daran zu erinnern, sich möglichst täglich mit der Flöte zu beschäftigen. Daraufhin meldete die Mutter ihre Tochter vom Unterricht ab mit der Begründung, sie wollte eigentlich, dass es nur Spaß machen solle. „Nur Spaß“ – das höre ich oft. Aber „nur Spaß“ macht auch keinen Spaß. „Nur Spaß“ ist die beste Ausrede für nichts wollen.

Erfreulich ist es natürlich, wenn Musik zum Familienleben gehört, wenn in der Familie und im Freundeskreis musiziert wird und wenn der Kreis dann auch auf Schule, Kirchengemeinde, Vereine und so weiter erweitert wird. Wenn Eltern ihren Kindern qualifizierten Instrumental- oder Gesangsunterricht ermöglichen und den Werdegang als wichtigste Bezugspersonen mit Interesse begleiten, dann ist das ein fruchtbarer Boden für die Entwicklung hochbegabter Kinder. Im Einklang mit dem Lehrer wird man dann auch vernünftige Wege der Förderung finden.

Diese Familien werden aber seltener. Eine gewisse Kulturferne hält auch in bürgerlichen und Akademiker-Kreisen Einzug, die ja bis in die ersten Nachkriegsgenerationen die Kulturträger waren. Dass hier gerade der Faden reißt, wurde mir im Gespräch mit einer jungen Schülerin über Beethoven deutlich. Bis ich darauf kam, dass sie einen „Hund namens Beethoven“ aus der Fernsehserie meinte, redeten wir lange aneinander vorbei. Dass Beethoven etwas mit Musik zu tun hat, verwunderte sie, meinte aber, ihre Großeltern hätten noch so CDs und die gingen auch in so Konzerte … Wenn es an musischer Grundbildung, an Hörerlebnissen, am Aufwachsen mit Musik mangelt, sind wir Lehrer auch hilflos bei einer weitergehenden Förderung. Da müsste schon beginnend in den Kitas über Grund- und weiterbildende Schulen etwas Grundsätzliches passieren, um die Defizite auszugleichen.

Schlimm ist es mit Eltern, die überzeugt sind, die neue Anne-Sophie Mutter geboren zu haben. Für sie ist nichts zu teuer, nichts zu weit, nichts zuviel … Wettbewerbe, Meisterkurse, Vorspiele, Zweitlehrer … obwohl wir versuchen sollten, eine Überförderung zu vermeiden, neigen wir Lehrer oft dazu, diese zu unterstützen, denn endlich haben wir einen Schüler, der übt, Fortschritte macht, präsentationsfähig ist und unseren Ruf als Lehrer mehrt. Dem Wunsch der Eltern folgend kann das beim Kind gut gehen – mindestens bis zum Einbruch der Pubertät, dann oft mit den vorher genannten Folgen und häufig irreparablen Schäden.

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