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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

Pikante Intrigenaffäre – Georg Friedrich Händels Oper „Agrippina“ als Polit-Schwank am Staatstheater Oldenburg

16.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Schon in der Pause gab es anhaltenden Beifall, der sich nach der Aufführung zu Ovationen steigerte– und das bei einer Spielzeit von dreieinhalb Stunden. Georg Friedrich Händels 1709 in Venedig uraufgeführte Oper „Agrippina“ versetzte schon das Uraufführungspublikum in einen Begeisterungstaumel, es folgten damals 27 Vorstellungen. Die überaus gelungene Aufführung am Staatstheater Oldenburg zeigte deutlich, dass es heute nicht nur für jedes große, sondern auch für jedes mittlere Theater absolut erforderlich ist, sich mit den aufführungspraktischen Bedingungen der Entstehungszeit auseinanderzusetzen. Wird das ernst genommen und gelingt es wie hier, dann können solche Aufführungen Festspielcharakter erreichen.

Wandern ohne Wege in Shakespeares „Globe“

05.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Beim Eintritt muss man seine Schuhe abgeben. Gegen Söckchen und eine Nummer. Im Zuschauerraum, von den üblichen Plüschsitzen leergeräumt, liegen Matratzen, Kissen, stehen winzige Dreieckshocker, normale Stühle und für die, die es doch noch brauchen, auch zwei Reihen normaler Theatersitze. Das Ganze um- und aufgebaut nach dem Vorbild des runden Shakespeare’schen „Globe“.

Puppen, überall Puppen: Verdis „Macbeth“ am Oldenburgischen Staatstheater

19.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nadja Loschky stellt in ihrer Oldenburger Inszenierung von Giuseppe Verdis „Macbeth“ die Kinderlosigkeit des Mörderpaares in den Mittelpunkt. Ute Schalz-Laurenze berichtet von der Premiere.

Wandern ohne Wege – Theater Luzern eröffnet unter Benedikt von Peter mit Luigi Nonos „Prometeo“

13.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Beim Eintritt muss man seine Schuhe abgeben. Gegen Söckchen und eine Nummer. Im Zuschauerraum, von den üblichen Plüschsitzen leergeräumt, liegen Matratzen, Kissen, stehen winzige Dreieckshocker, normale Stühle und für die, die es doch noch brauchen, auch zwei Reihen normaler Theatersitze. Das Ganze um- und aufgebaut nach dem Vorbild des runden Shakespearesschen „Globe“.

Am Ende gibt's nichts mehr zum Erlösen – Theater Bremen eröffnet die letzte Spielzeit von Markus Poschner mit Wagners „Parsifal“

13.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
So richtig Oper wie immer gibt es in Marco Štormans neuer Inszenierung von Richard Wagners letztem Oper „Parsifal“ am Theater Bremen nur im zweiten Akt: wenn der böse Klingsor seine Mädels rumschickt und besonders Kundry im Tüllkleidchen zusetzt, dass sie die Verführung Parsifals zu schaffen habe. Das Orchester sitzt im Graben und die großartige Nadine Lehner scheitert. Im ersten und im dritten Akt ist dann eher so etwas von der neuen Bremer Handschrift zu sehen, die wir seit den Arbeiten Benedikt von Peters kennen: Orchester auf der Bühne, es wird vor- und zurückgefahren, Chor aus dem Off und auf den Rängen, Rolle des Publikums als Erweiterung des Chores: hier werden wir grell beleuchtet und sind somit Teilnehmende an der Abendmahlshandlung der Gralsritter.

Georg Philipp Telemanns „Orpheus“ an der Hamburger opera stabile

11.07.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Über fünfzig Opern hat Georg Philipp Telemann geschrieben, davon ca. 25 in seiner Zeit als Direktor des Hamburger Theaters am Gänsemarkt (1721-1738). Die meisten sind verschollen, wenige fragmentarisch erhalten und von anderen gibt es nur noch Arien. Es ist also gar nicht klar, wie sein 1736 uraufgeführter „Orpheus“ aussah, den es in diesem Jahr gleich zweimal gab: die konzertante Uraufführung im Frühjahr 1736 hieß „Die wunderbare Beständigkeit der Liebe oder Orpheus“ und die ein halbes Jahr später szenisch aufgeführte Fassung „Die rachbegierige Liebe oder Orasia“.

Der Zahn in der Suppe – Peter Eötvös‘ Oper „Der goldene Drache“ in Bremerhaven

06.06.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Im Bremerhavener Stadttheater dreht sich eine runde Bühne, um sie herum sitzen hautnah gegenüber den Darstellern die Zuschauer, an einer Seite das 18köpfige Orchester. In der Oper „Der goldene Drache“ von Peter Eötvös laufen mehrere Geschichten ab, verdichtet zu 21 skizzenhaften oft nur angedeuteten Miniaturen.

Brandraketen – Massenets Erfolgsoper „Werther“ am Theater Bremen

23.05.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn das Publikum langsam den Zuschauerraum füllt, steht er schon da: Werther, Kultfigur des späten 18. Jahrhunderts im autobiographisch gefärbten Skandalroman von Johann Wolfgang von Goethe, Maßstab und Vorbild aller unsterblich Liebenden. Aber wie im Theater Bremen der Tenor Luis Olivares Sandoval das in der Regie von Felix Rothenhäusler macht, zeigt bereits, aus welchem verkorksten Psychoholz er geschnitzt ist:

Hinter die Kulissen der Gefühle geschaut – Tschaikowskis Eugen Onegin in Bremerhaven

25.04.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Es fängt in „Eugen Onegin“ am Stadttheater Bremerhaven alles so harmlos an: In Peter Tschaikowskis „lyrischen Szenen“ von 1877 feiert die russische Gutsherrenlandgesellschaft in Gegenwart des Popen das Erntefest, natürlich in der Sicht des Regisseurs und Ausstattungsspezialisten Andrzej Woron mit hunderten von roten Äpfeln in einem verzaubernden Birkenwald.

Eine fiktive Märchenwelt – Alban Bergs „Wozzeck“ am Theater Bremen

15.02.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
„...von dem Augenblick an, wo sich der Vorhang öffnet, bis zu dem, wo er sich zum letzten Male schließt, darf es im Publikum keinen geben, der etwas von diesen diversen Fugen und Inventionen, Suiten- und Sonatensätzen, Variationen und Passacaglien merkt – keinen, der von etwas anderem erfüllt ist als von der weit über das Einzelschicksal Wozzecks hinausgehenden Idee dieser Oper. Und das – glaube ich – ist mir gelungen.“ Der Wunsch des Komponisten Alban Berg für seine 1921 vollendete und 1925 mit einem Skandal uraufgeführte Oper ging jetzt in der Premiere am Bremer Theater am Goetheplatz großartig in Erfüllung.
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