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Alle Artikel kategorisiert unter »klassische Moderne«

Aufforderung zum Kampf – In Bonn inszeniert Peter Konwitschny Othmar Schoecks selten gespielten Einakter „Penthesilea“

18.10.17 (Joachim Lange) -
Wenn es gerecht zuginge, dann müsste man gemeinsam mit „Salome“ und „Elektra" auch Othmar Schoecks (1886-1957) „Penthesilea“ nennen. Neuerdings auch Aribert Reimanns „Medea“. Alles Frauen-Monumente des Musiktheaters von erheblicher Wucht. Die ersten drei wurden in der Dresdner Semperoper uraufgeführt. Doch nur die beiden Strauss-Einakter haben sich im Kernrepertoire gehalten. Schoecks Kleist-Oper ist dort erst 2008 in einer grandiosen Inszenierung von Günter Krämer dort wieder in Erinnerung gebracht worden. Die 2010 in Wien uraufgeführte „Medea“ von Aribert Reimann müsste es, schon weil sie eine Verlängerung dieser Reihe in die zeitgenössische Moderne ist, künftig auch mal auf den Dresdner Spielplan schaffen.

Der Prinzessin und die Mausefalle – „Salome“ an der Oper Leipzig

20.06.17 (Joachim Lange) -
Die neue „Salome“, die Ulf Schirmer, Aron Stiehl und Rosalie in der Oper Leipzig herausgebracht haben, überzeugte das Premierenpublikum und war der Höhepunkt eines Richard-Strauss-Wochenendes. Joachim Lange berichtet.

Ein Scheiterhaufen als Appell –Honeggers „Jeanne d’Arc au bûcher“ an der Oper Frankfurt

16.06.17 (Michael Kube) -
Der Gegensatz konnte kaum größer sein, und doch erschien er am Ende in bedeut­samer Sinnfälligkeit: auf der einen Seite als himmlisches Vorspiel Claude Debu­ssys präimpressionistisches Poème lyrique „La Damoiselle élue“ (1893), auf der anderen das in dunkle, schmutzig-drohende Bilder getränkte Oratorium „Jeanne d’Arc au bûcher“ (1935) von Arthur Honegger. Eine direkt anfassende, ja aufrüt­telnde Doppelinszenierung durch Àlex Ollé und sein spanisch-katalanisches Kollektiv „La Fura dels Baus“.

Durch die Risse des Jahrhunderts – Mieczyław Weinbergs „Wir gratulieren“ und Erich Wolfgang Korngolds „Der Ring des Polykrates“ am Theater Heidelberg

30.05.17 (Joachim Lange) -
Bei diesem Heidelberger Opern-Doppelabend macht nicht nur die Kombination der beiden Kurzopern neugierig. Schon, weil sie aus der entlegenen Spielplangegend zwischen Ausgrabung und Entdeckung stammen. Im Falle von Mieczyław Weinbergs „Wir gratulieren“ kann sich das Theater sogar der Deutschen Erstaufführung der Originalfassung rühmen. Die Uraufführung dieses Zweiakters gab es in Moskau erst 1983. Und auch der „Ring des Polykrates“ von Erich Wolfgang Korngold aus dem Jahre 1916 zeigt keinerlei Verschleißerscheinungen wegen zu häufiger Aufführungen. Beide Komponisten gehören zu den Genies, deren Biografie von den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts geprägt und deren Werk in den Windschatten von Größen gedrängt wurde, von denen die Nachwelt (bislang zumindest) beschlossen hat, dass sie dieses Jahrhundert repräsentieren.

unüberhörbar 2017/05

19.05.17 (Hanspeter Krellmann) -
So höret meinen Gesang – Klopstock-Vertonungen von Georg Philipp Telemann und Johann Heinrich Rolle. Solisten, Leipziger Concert, Siegfried Pank. Raumklang +++ Ralph Vaughan Williams: Sinfonien­ 3 & 4. Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Andrew Manze. Onyx +++ Domenico Scarlatti: Sonatas. Angela Hewitt, Klavier. Hyperion

Vertikalreise – „Die Frau ohne Schatten“ an der Hamburgischen Staatsoper

18.04.17 (Peter P. Pachl) -
Eine Woche nach der Neuinszenierung von Strauss’ Komposition des Kunstmärchens von Hugo von Hofmannsthal durch die Berliner Staatsoper, hievte auch die Staatsoper Hamburg jene Spielvorlage, welche die Autoren gerne als pures Märchen jenseits von Deutungen gesehen hätten, auf den Prüfstand eines psychologisch ausgerichteten Regietheaters. Ein nicht immer schlüssiger, aber sehens- und hörenswerter Abend.

Wehen-Hysterie und Kinder-Gazellen – „Die Frau ohne Schatten“ an der Staatsoper

11.04.17 (Peter P. Pachl) -
Spätestens bei der Applausordnung wurde den Premierenzuschauern der Eröffnungspremiere der Festtage der Staatsoper klar, dass zumindest in der Deutung des Operntitels seitens des Inszenierungsteams ein heftiges Missverständnis vorlag, denn deren hierarchischer Aufbau gipfelte in der Kaiserin. Mit der „Frau ohne Schatten“ aber meinten Hofmannsthal und Strauss unmissverständlich die namenlos stets nur als Frau apostrophierte Gattin des Färbers.

Lack unserer selbstgewissen Zivilisation – Benjamin Brittens „Peter Grimes“ am Theater Schwerin

11.04.17 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Toni Burkhardt (38), der seit 2009 Spiel- und Oberspielleiter am Theater Nordhausen war, bestimmt seit dem Saisonanfang als Operndirektor die Geschicke des Musiktheaters am Mecklenburgischen Staatstheater, im Gefolge des Intendantenwechsels von Lars Tietje von Nordhausen nach Schwerin, der dabei – wie heute üblich – seine künstlerischen Führungsteams mitgenommen hat. Jetzt prägt Burkhardt entscheidend Konzept und künstlerische Qualität des Schweriner Musiktheaters.

„Ein kleiner Bub bei den Schafen“ – Karl Amadeus Hartmanns Simplicius Simplicissimus in Bremen

30.01.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Der kleine Simplicius Simplicissimus, der „allereinfältigste“, „ein kleiner Bub bei den Schafen“, so der Erzähler, betet in dem ihm vom Eremiten beigebrachten „Vater unser“ „Und erlöse uns von dem Reich“. Natürlich hat der 1905 geborene Karl Amadeus Hartmann das in seiner 1934 entstandenen Oper erst einmal verstecken müssen: er vergrub die Partitur im Garten seiner Schwiegereltern in seinem inneren Exil in der Schweiz.

Musikalischer Sog – „Salome“ von Richard Strauss am Theater Nordhausen

Im September diesen Jahres, also in der Spielzeit 2017/2018 feiert das Theater Nordhausen den 100. Geburtstag seines prächtigen Theatergebäudes im Herzen der nordthüringischen Kleinstadt. Wichtiger noch als dieses Gebäude selbst ist, was in ihm an Leben entsteht, Tag für Tag. Und da fällt die Bilanz hinsichtlich der Qualität der Inszenierungen der letzten Jahre durchaus positiv aus. Repertoire-Raritäten waren dort zu sehen – und selbst vor großen Herausforderungen sind die in Nordhausen künstlerisch und organisatorisch Verantwortlichen nie zurückgeschreckt. Jüngstes Beispiel: Richard Strauss‘ „Salome“!
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