Theaterkooperation: Wagners “Ring" von 2010 bis 2013 in Halle und Ludwigshafen auf der Bühne


10.08.10 -
Unter dem Begriff “Oper für alle" finden sich von München bis Berlin zahlreiche Veranstaltungen, die Opernproduktionen auf Großleinwänden “fürs Volk" präsentieren. Dass dieser Wahlspruch jedoch als Motto eines außergewöhnlichen Wagner-Projektes - fernab von Public Viewing - seine inhaltliche Entsprechung findet, ist bislang einzigartig.
10.08.2010 - Von PM, KIZ

Das ehrgeizige Projekt der beiden Städte Ludwigshafen am Rhein und Halle an der Saale sticht nicht nur wegen seines inhaltlichen Konzeptes hervor, mit dem Regisseur Hansgünther Heyme und Dirigent Karl-Heinz Steffens Neuland betreten, sondern auch aufgrund der ungewöhnlichen Konstellation, zwei Städte mit einer gemeinsamen Opern-Produktion in diesem Umfang zu vernetzen.

In einer Gemeinschaftsproduktion der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, des Theaters im Pfalzbau Ludwigshafen sowie der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz wird Richard Wagners Opern-Tetralogie “Der Ring des Nibelungen" von 2010 bis 2013 in Ludwigshafen und Halle auf die Bühne kommen. Möglich wird diese Zusammenarbeit durch das künstlerische Schaffen von Karl-Heinz Steffens, der sowohl Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz als auch der Staatskapelle Halle und darüber hinaus Künstlerischer Leiter der Oper Halle ist. Mit ihrer Interpretation des “Rings" wollen Heyme und Steffens zu den revolutionären Wurzeln von Wagners eigener Operntradition zurückkehren.
Diese Aufführung des “Rings" soll, wie es auch Wagners ursprünglichen Vorstellungen entspricht, ein “Kunstwerk für alle" werden. Daraus erwächst für Steffens und Heyme auch der Anspruch, Grenzen zu überwinden und ein breites Publikum anzusprechen. “Anhand von Wagners Werk, dem deutschen Hauptwerk der Kunst des Musik-Theaters im 19. Jahrhundert, nehmen wir eine provokante Haltung dem Material gegenüber ein. Wir suchen die Texte aufzubrechen und wieder hervorzuholen, was da gemeint war und auf ein Heute beziehbar ist. Aufzuscheinen hat eine Vision von einer so ganz anderen, besseren Welt", erklärt Hansgünther Heyme.

Karten für “Das Rheingold" in Ludwigshafen sowie in Halle, aber auch für den gesamten Zyklus, sind bereits im Vorverkauf erhältlich. Bei einer Bestellung der gesamten “Ring"-Tetralogie wird eine Ermäßigung von 20 Prozent gewährt.

Die Premieren der einzelnen Teile finden im Wechsel in der Oper Halle und im Theater im Pfalzbau Ludwigshafen statt. Bislang bekannte Termine:

- „Das Rheingold“, 5. November 2010 Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, Freitag, 19. November 2010 Oper Halle
- „Die Walküre“, 23. September 2011 in Halle
- „Siegfried“ am 28. April 2012 in Halle, am 26. Oktober 2012 in Ludwigshafen
- „Götterdämmerung“ am 30. November 2012 in Ludwigshafen

Ab dem 17. August 2010 finden Sie alle Informationen unter www.ring2013.de

Der Kartenvorverkauf hat begonnen!

Online über www.theater-im-pfalzbau.de/service/… sowie www.buehnen-halle.de.

Theater- und Konzertkasse Halle
Tel. 0345 - 20 50 222
E-Mail: theaterkasse@buehnen-halle.de

Theaterkasse im Theater im Pfalzbau
Tel. 0621/504-2558
E-Mail: pfalzbau.theaterkasse@ludwigshafen.de

 

Wie durch Fluch er mir geriet, verflucht sei dieser Ring!

Eleonore Hefner, Stadträtin und Kulturpolitische Sprecherin in Ludwigshafen:

Die SPD- Fraktion formulierte im Kulturausschuss ihre Bedenken bezüglich des Kostenumfangs und der Finanzierung. Auch sind die Auswirkungen auf die Gesamtplanungen des Theaters sicher nicht unerheblich: Bleiben genug Mittel für das restliche Programm?

Fraglich ist auch, ob diese Inszenierung für Ludwigshafen unverzichtbar ist, ob sie gar ein Mittel gegen sinkende Zuschauerzahlen im Theater ist. Zur verabredeten „Zukunftsvision“ der Metropolregion und der vereinbarten Zusammenarbeit passt sie nicht. Mannheim hat eine ausgewiesene, traditionsreiche Wagnerbühne (und auch die entsprechenden Mittel). Muss man hier aus Prestigegründen in Konkurrenz treten?
Verwundert reibt man sich die Augen. Was treibt die Stadtspitze, was will die Kulturdezernentin? Wo finden wir im Rhein das Gold, damit auch Ludwigshafen sein Haus Wahnfried bekommt? Möge Alberichs Fluch uns nicht treffen:

Wie durch Fluch er mir geriet, verflucht sei dieser Ring!
Gab sein Gold mir Macht ohne Maß,
nun zeug’ sein Zauber Tod dem, der ihn trägt!
Kein Froher soll seiner sich freun;
keinem Glücklichen lache sein lichter Glanz!
Wer ihn besitzt, den sehre die Sorge,
und wer ihn nicht hat, den nage der Neid!
Jeder giere nach seinem Gut,
doch keiner genieße mit Nutzen sein!”

http://spdnet.sozi.info/rlp/ludwigs…

Anmerkung: Fünf Straßenbahnhaltestellen weiter wird am Mannheimer Nationaltheater ein weiterer Ring geschmiedet, ebenso in Frankfurt.


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