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Haydn im Fokus: das Musikfestival „Klang & Raum“ in Kloster Irsee

30.09.09 (Yvonne Petitpierre) -
Die Aufführung der Werke von Joseph Haydn gehört längst zur musikalischen Visitenkarte des sinnenfrohen Musikfestivals „Klang und Raum“. Man denke nur an die, vor Ort in den 90er-Jahren entstandene Referenzaufnahme der „Schöpfung“, dirigiert von Bruno Weil und dem Barockorcherster Tafelmusik aus Toronto. Zwischen Dirigenten und Orchester besteht eine langjährige Symbiose, die zugleich für eine hohe interpretatorische Qualität steht und dem Festival seit 17 Jahren ein treues Stammpublikum garantiert.

Wahl-Pflicht: Theo Geißler über ausgestandene und anstehende Wahlen

28.09.09 (Theo Geißler) -
Prima: Die erste Wahl ist schon mal absolviert. Mit erwarteten Ergebnissen. Parteiübergreifend spielten Musik- und Bildungspolitik beim Stimmengebuhle im Wahl-Vorfeld am allerhintersten Pult. Dass die SPD ihre profilierteste Kulturpolitikerin, Monika Griefahn, so dürftig positionierte und damit aus dem Bundestag schob, rechtfertigt aus unserer Sicht allein schon den aktuellen Zustand der Partei. [Vorabveröffentlichung aus nmz 10-09]

Musikschule drinnen und draußen: Wolfhagen Sobirey zur veränderten musikalischen Bildungslandschaft

28.09.09 (Wolfhagen Sobirey) -
Der Deutsche Städtetag empfiehlt die Entwicklung „Kommunaler Bildungslandschaften“. Bildung sei mehr als Schulunterricht. Die allgemein bildende Schule habe nicht mehr das Informationsmonopol, öffne sich zu neuen, gemeinsamen Strukturen von Schule und außerschulischen Bildungsanbietern. „Das Klassenzimmer der Zukunft hat keine Wände!“ Mehr Bildungsqualität, weniger Selektion und Ausgrenzung, mehr Chancengerechtigkeit, auch mehr barrierearme Teilhabe am kulturellen Leben sind die Ziele.

Die Grande Dame des Klavierspiels: Zum Tod der Pianistin Alicia de Larrocha

28.09.09 (Gerhard Rohde) -
Es gibt musikalische Opfer auch gewöhnlicher Art: Spanischer Bürgerkrieg und Zweiter Weltkrieg hielten die junge Alicia de Larrocha in den Grenzen ihres Heimatlandes fest, behinderten und verzögerten ihre Karriere, die vergleichsweise spät nach 1947 und dann als internationaler Durchbruch 1955 mit einer Amerika-Tournee begann. Da war die 1923 in Barcelona geborene Pianistin schon über dreißig Jahre alt.

Rückzugsgefecht: Kirsten Harms inszeniert „Die Frau ohne Schatten“ an der Deutschen Oper

28.09.09 (Peter P. Pachl) -
Richard Strauss’ im ersten Weltkrieg entstandene Märchen-Oper hat in den vergangenen Dezennien einige Aufsehen erregende szenische Deutungen – zwischen Geburtenkontrolle und Weltkriegsgräueln – erfahren. Im Vorfeld der Neuinszenierung an der Deutschen Oper Berlin erfolgte der deutliche Hinweis auf die Entstehungsphase der Oper und schien die Lesart der Intendantin in jener Richtung hin anzusiedeln.

Lauwarme Luft in der Gebläsehalle – aber mit Inbrunst: „Tamar“ bei der RuhrTriennale

25.09.09 (Frieder Reininghaus) -
Fastenbeginn: Vier Tage vor der Premiere begannen der Trompeter Markus Stockhausen und seine vier Team-Kollegen auf Nahrungs- und Genussmittel zu verzichten, da der ‚ganzheitlich’ inspirierte Kölner Tonkünstler Karlheinz Stockhausen mit seiner Improvisationsvorlage „Goldstaub“ gefordert hatte: „Vier Tage ganz allein/ Ohne Speise/ In größter Stille“ zu leben (ergänzt wird diese Anweisung durch das Gebot „Denke so wenig wie möglich“).

Kölner Bilderflut: Uwe Eric Laufenbergs Einstand mit Wagners „Meistersingern“

24.09.09 (Frieder Reininghaus) -
Kölns Operngänger atmeten auf. Etliche waren sogar hörbar begeistert: Uwe Eric Laufenberg, ein ‚Kölscher Jung’, war von der CDU-Administration des glücklosen Oberbürgermeisters Schramma aus der brandenburgischen Provinz in seine Heimatstadt zurückgeholt worden und hatte versprochen, das von Christoph Dammann und Peter F. Raddatz heruntergewirtschaftete Musiktheater wieder aufzupäppeln. Mit den ideologisch kontaminierten „Meistersingern“ trat er an. Und erzielte mit eifrigem, ja: übereifrigem Bemüh’n einen Achtungserfolg.

Ohne weibliche Spiritualität geht nichts: Margarethe von Trottas Hildegard-Film „Vision“

23.09.09 (Georg Beck) -
Hildegard stirbt nicht. Zumindest nicht, wenn Margarethe von Trotta ihr Leben verfilmt. In der letzten Einstellung dieser mit modernen Mitteln erzählten Heiligenlegende lässt sie ihre Heldin noch einmal ganz neuen Aufgaben entgegenreiten. Bruder Volmar, Hildegard von Bingens einziger, emanzipationsphilosophisch gesehen, vorbildlicher Streiter unter all den traurigen Exemplaren einer durch und durch verkommenen Männergesellschaft, folgt ihr dann wie ein getreuer Sancho Panza.

Kosmische Wanderungen in neuer Musik - GrauSchumacher mit neuer CD

22.09.09 (Martin Hufner) -
„Der Weltraum - unendliche Weiten“, so wurde eine bekannte amerikanische Fernsehserie aus den 60er Jahren im Vorspann aus dem Off eingeleitet. Kosmologische Fragestellungen spielten seit jeher und in den verschiedensten Kulturen auch musikalisch immer wieder eine Rolle. Und wenn Stefan George einmal „Luft von fremdem Planeten“ spürte und Schönberg auch damit einen musikalischen Ausflug in die epochale Neue Musik mit einleitete, so wundert es wenig, wenn dieses Thema auch ein Dauerbrenner in der späteren Neuen Musik wurde. Das Pianoduo GrauSchumacher erkundete den Kosmos nun mit vier Händen.

Einer Gegend die Musik geben, die sie verdient: der „Kulturwald“ 2009

22.09.09 (Juan Martin Koch) -
Der Bayerische Wald hat zwei Gesichter: Da ist einerseits eine wunderbare, weil nicht immer liebliche Landschaft, mit ihrer manchmal etwas kargen, aber stets einladenden Urtümlichkeit. Auf der anderen Seite muss man in den touristisch besser erschlossenen Gebieten aber auch viel Pseudo-Gemütlichkeit über sich ergehen lassen, Zwangsbeschallung mit entsprechend „volkstümlichen“ Weisen inklusive. Diese einmalige Gegend hat Besseres verdient, meinen mit einiger Berechtigung die Macher des Musikfestivals „Kulturwald“, das Anfang September zum zweiten Mal mit einiger Resonanz in den Wald schallte.

Und dann die Banda-Musik rückwärts: Barrie Kosky inszeniert „Rigoletto“ an der Komischen Oper

21.09.09 (Peter P. Pachl) -
Barrie Kosky, designierter Intendant der Komischen Oper Berlin ab 2012, wartete zur Spielzeiteröffnung mit einer neuen Sicht auf Giuseppe Verdis sattsam bekannte Oper „Rigoletto“ auf: Der australische Regisseur versteht sie durchaus als „komische Oper, – die schrecklich schief geht“. Ausstatterin Bettina Babidge hat eine Bühne auf die Bühne gebaut, einen abgerundeten Raum ohne Ausgänge, aber mit vielen Versenkungen, der ein Zaubertheater á la Grand Guignol ermöglicht.

Oper Wroclaw drängt mit Ausnahmewerken ins europäische Bewusstsein

21.09.09 (Michael Ernst) -
Das ist Tradition: Die neue Spielzeit wird an der Oper Wroclaw mit dem Werk eines polnischen Komponisten eröffnet. Diesmal fiel der Termin auf den 11. September. Da kam ein folklorehaltiger Moniuszko nicht in Frage, dem Symbolgehalt des Datums entsprach viel eher „Das verlorene Paradies“ von Krzysztof Penderecki.

Meisterkurs für Violine mit Christian Altenburger in Dresden

Wenn 14 junge Geiger am Samstagabend (19.9., 19.30 Uhr) im Neuen Hochschulsaal der HfM Dresden gemeinsam bei einem Konzert auftreten, haben sie ein fünftägiges besonderes Training hinter sich. Unterrichtet vom renommierten Wiener Solisten und Violinpädagogen Christian Altenburger, sind die Nachwuchsmusiker aus neun Ländern seit Dienstag an der Musikhochschule «Carl Maria von Weber» zu Gast. «Violine in Dresden» ist der zweite Meisterkurs in der Stadt, nachdem es 2007 den ersten mit Rainer Kussmaul gegeben hatte.

Angekommen - Peter Konwitschny will Leipziger Opernhaus neues Profil geben

17.09.09 (Angelika Rausch - ddp) -
Vor einem Jahr kehrte der vielfach ausgezeichnete Opernregisseur Peter Konwitschny nach langer Abwesenheit in seine Heimatstadt Leipzig zurück, um am Opernhaus den Posten des Chefregisseurs zu übernehmen. In Erinnerung an den Wende-Herbst 1989 wird er Anfang Oktober dort Luigi Nonos Revolutions-Oper «Al gran sole» auf die Bühne bringen. Über seine neue künstlerische Heimat Leipzig, den langen Schatten seines Vaters Franz Konwitschny und zur Aufführung passende Klingelzeichen sprach ddp-Korrespondentin Angelika Rausch mit dem 64-jährigen Regisseur in Leipzig.

Ödipus aus der Sicht eines Weltbürgers: Eindrücke vom 19. Enescu Festival in Bukarest

17.09.09 (Boris Michael Gruhl) -
Wenn der Sommer ausklingt, die größeren und kleineren Musik- und Opernfestivals zu Ende gehen, in den Konzertsälen und Opernhäusern die neue Saison beginnt, dann lädt alle zwei Jahre, von Ende August bis Ende September, das Enescu-Festival ein zu einem Besuch der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Seit 1958 findet dieses Musikfest statt, benannt nach Rumäniens größtem und bekanntestem Komponisten, dessen Werk eher übersichtlich ist.

An der Schwelle der Moderne - die 23. „Raritäten der Klaviermusik“ in Husum

16.09.09 (Isabel Herzfeld) -
Klein aber fein ist es geblieben und wartet doch mit so manchem Superlativ auf: Das „beste Publikum der Welt“ sei nicht in Salzburg oder Bayreuth, nicht in New York oder Tokio, sondern im kleinen Husum zu finden, verlautete Tastenstar Marc André Hamelin vor drei Jahren zum 20. Jubiläum der “Raritäten der Klaviermusik”. Inzwischen hat sich endlich zum ernst genommenen Kulturevent an der Nordseeküste gemausert, was lange Zeit ein Geheimtipp unter Klavierfreaks war.

Christian Lillinger hat seinen Platz unter den deutschen Jazz-Drummern gefunden

16.09.09 (Gottfried Schalow) -
Hyperactive Kid hieß seine erste Gruppe und manchmal ist Christian Lillinger auch noch das nervöse Kind, ständig auf der Suche nach etwas mehr oder weniger Brauchbarem, das sein Spiel belebt und - gewollt oder nicht gewollt - ihn vor allem optisch ins Licht rückt. Es kann dann schon mal eine Autohupe oder eine Kinderrassel sein, zum Beispiel mit Daniel Erdmann, Gebhard Ullmann und Johannes Fink in der Free-Jazz-Gruppe E & U-Mann.

Das LJBO Sachsen - Deutscher (Blas)-Orchesterklang mit globaler Wirkung

15.09.09 (Norman Grüneberg) -
Das Landesjugendblasorchester Sachsen ist ein Auswahlorchester, das besonders begabten Musikerinnen und Musikern im Alter von 14 bis 27 Jahren die Möglichkeit bietet, in zwei Projektphasen pro Jahr, anspruchsvolle sinfonische Bläsermusik unter professioneller Anleitung zu erarbeiten. In den beiden Projektphasen 2009 hat das Orchester Tonaufnahmen für den Musikverlag Rundel produziert. Über die Orchesterarbeit und die Verlagsproduktion sprach Norman Grüneberg mit dem Musikverleger Thomas Rundel.

Da capo inbegriffen – Zwei Aufführungen von Pierre Boulez’ „Répons“ in Luzern

09.09.09 (Andreas Kolb) -
Fünf Jahre ist es inzwischen her, dass Pierre Boulez eine Art „Meisterschule“ für 130 hochbegabte junge Musiker aus der ganzen Welt als ein neues Gefäß im Rahmen des Lucerne Festivals gründete. In täglichen Proben, Workshops und Lektionen erwerben Instrumentalisten jedes Jahr drei Wochen lang das Rüstzeug für die Interpretation von Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Am 5. September gab es als ersten Höhepunkt der Lucerne Festival Academy 2009 zwei Aufführungen von Pierre Boulez’ „Répons“ am selben Abend.

Spurensuche als „Capell-Compositrice“ - Rebecca Saunders und die Sächsische Staatskapelle

08.09.09 (Michael Ernst) -
Nach Isabel Mundry und Bernhard Lang ist nun die 1967 in London geborene Komponistin Rebecca Saunders ausgewählt worden, eine Spielzeit lang als „Capell-Compositeur“ an der Sächsischen Staatskapelle zu wirken und damit nicht nur eine bis auf Heinrich Schütz zurückgehende Tradition der vor 460 Jahren gegründeten Kapelle fortzusetzen, sondern vor allem auch, um deren Repertoire aktiv mitzuprägen. Zur Saisoneröffnung erklang als Uraufführung das Stück „traces“, eine musikalische Spurensuche für Kammerorchester.

7000 Musikfans erleben in Haldern musikalische Kontraste und ländliche Idylle

08.09.09 (Stefan Pieper) -
Da lässt sich einer nicht beirren, weder von unsensiblem Gerede im Publikum, noch von der Unruhe, die von draußen durch die dünnen Wände des Spiegelzeltes herein dringt: Gravenhurst alias Nick Talbot ist sich in seinen Balladen auf bezwingende Weise selbst genug. Weit reicht sein Atem in den empfindsam introvertierten Phrasen. Auch sein Gitarrenspiel geht einen bezwingenden, nichts dem Zufall überlassenden Weg. Verinnerlichte Emotionen und Lyrik in der Musik – das sind seit jeher große Themen beim Halderner Popfestival im ländlichen Idyll der niederrheinischen Landschaft.

Axel Köhler feiert Bühnenjubiläum und wird neuer Direktor der Oper in Halle

07.09.09 (Boris Michael Gruhl) -
Landestheater Halle, Theater des Friedens, so hieß das Dreispartenhaus in der Händelstadt, dessen Inszenierungen nicht nur im Rahmen der jährlichen Händelfestspiele überregional wahr genommen wurden. Zu Beginn der Spielzeit 1984/85 hatte am ersten Wochenende im September auch hier ein vielerorts gespieltes liebenswertes-ironisches musikalisches Lustspiel seine Premiere, dessen doppelbödige Pointe, dass der große Lauf der Welt sehr oft von kleinen Schwächen abhänge, gerne lächelnd auch in der DDR bestätigt wurde.

Digitaler Glanz für Beatles-CDs - Authentische Wiedergabe der Analogaufnahmen

06.09.09 (Markus Peters - ddp) -
Köln - Spielfreudig, dynamisch, aber nicht ganz frei von kleinen Fehlern, so muss es sich angehört haben, als die Beatles 1963 ihr Debüt-Album «Please, Please Me» in den Londoner Abbey Road-Studios aufgenommen haben. Die Neuausgabe der gesamten regulären Beatles-Studioaufnahmen, die am Mittwoch (9. September) weltweit veröffentlicht wird, soll an diesen Originalsound des Quartetts aus Liverpool so nah wie bislang nie zuvor heran kommen.

Kraftvoll-Schöpferisch dem Leben begegnen - Komponist Hans Jürgen Wenzel gestorben

05.09.09 (Alexander Keuk) -
Wie erst jetzt bekannt wurde, ist bereits am 8. August der Komponist und Dirigent Prof. Hans Jürgen Wenzel nach langer, schwerer Krankheit in Halle/Saale verstorben. Erst im Mai dieses Jahres wurde sein 70. Geburtstag mit einem Konzert aus 33 Jahren Kinder-Komponisten-Klasse an der Martin-Luther-Universität Halle gewürdigt.

Nichtsignifikante Töne – Kaija Saariahos „Laterna Magica“ in Luzern

04.09.09 (Ute Büchter-Römer) -
Licht, die Faszination des Lichts als Farbe in der Musik, Klangfarbe in der Bewegung. Farbe, Licht, Klang als Teil des naturhaften Klingens: „Das milde, gefährliche, traumhafte, lebendige, tote, klare, diesige, heisse, heftige, kahle, plötzliche, dunkle, frühlingshafte, einfallende, nach außen dringende, gerade, schräge, sinnliche, bezwingende, giftige, beruhigende, helle Licht. Das Licht“, das sind die Worte des 2007 verstorbenen schwedischen Regisseurs Ingmar Bergmann, die der Komposition „Laterna Magica“ der finnischen Komponistin Kaija Saariaho zugrunde liegen.
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