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Alle Artikel kategorisiert unter »Moritz Eggert«

Auf der Suche nach der Handlung

16.06.22 (Moritz Eggert) -
Kompositionsunterricht ist oft sehr technisch. Viele Stunden verbringe ich mit Fragen der Notation, Instrumentenkunde und der Theorie – alles handwerkliche Aspekte des Berufes, die man auch in Lehrbüchern nachlesen kann. Auf YouTube kann man hunderte Videos finden, in denen einem fähige Musiker:innen die Spieltechniken ihrer Instrumente sowie tausende von Multiphonics erklären. Wenn man aber als Suchbegriff eingibt „Wie schreibe ich ein spannendes Stück Musik?“ wird man leider nicht fündig.

Auf der Suche nach der Kreativität

05.05.22 (Moritz Eggert) -
Wer in verschiedenen Ländern Informatik studiert, wird Ähnliches auf ähnliche Weise lernen. Wer dagegen ein künstlerisches Studium anstrebt, wird davon geprägt werden, wie im Studienland Kreativität vermittelt und verstanden wird. Und da gibt es dramatische Unterschiede.

Studierende und der Krieg

19.04.22 (Moritz Eggert) -
Was für ein Luxusthema, über Kompositionsunterricht in Deutschland zu schreiben in diesen Zeiten. Denn es ist unvorstellbar, dass so etwas gerade in zum Beispiel Kiew stattfindet, während Bomben einschlagen und Zivilisten für einen der sinnlosesten Kriege in der Menschheitsgeschichte abgeschlachtet werden. In der Ukraine gibt es viele Musikhochschulen, zahllose Musikstudierende, Orchester und Festivals der Neuen Musik, wie zum Beispiel das berühmte „Two Days and Nights of New Music“ in Odessa. Ist ihnen gerade nach Unterricht zumute?

Aktionismus

11.03.22 (Moritz Eggert) -
Eine meiner größten Sorgen zu Beginn der Pandemie war, dass meinen Studierenden weniger Möglichkeiten zur Verfügung stehen würden, um ihre Musik aufzuführen oder die diversen Studienmöglichkeiten zu nutzen, die so wichtig für Komponierende am Anfang ihrer Laufbahn sind. 2020 und 2021 war es auch so – Konzert- und Projektabsagen gab es zuhauf und ich versuchte wie viele andere Kolleginnen und Kollegen die Studentenschaft mittels Zoom-Unterricht und Online-Seminaren bei der Stange zu halten. Pandemiebedingt wurden Klassenkonzerte kurzerhand zu Internetprojekten umgewandelt und es entstanden zahlreiche Kompositionen für Video- und Streaming Formate.

Auf Bestellung

24.02.22 (Moritz Eggert) -
Man stelle sich Folgendes vor: Bei Wolfgang Rihm klingelt das Telefon, am anderen Ende ist ein wohlhabender Bürger der Stadt Karlsruhe. „Lieber Herr Rihm, ich bewundere Ihre Musik sehr! Wissen Sie, ich habe ein Problem – ich kann nachts nicht schlafen. Daher dachte ich mir: Können Sie mir vielleicht ein paar nicht zu aufregende Klavierstücke schreiben, die mir mein Neffe am Keyboard vorspielen kann und die mich ein wenig aufheitern könnten? Am besten einen ganzen Zyklus?“.

Warum wir komponieren

15.02.22 (Moritz Eggert) -
Der DKV ist ein Zusammenschluss von Komponistinnen und Komponisten aller Genres und Stilrichtungen, die der solidarische Gedanke einer Interessenvertretung für alle musikalisch Kreativen eint. In der immer komplexer werdenden Kulturlandschaft unserer Zeit ist mediale Präsenz zunehmend wichtig, daher wollen wir mit geeinter Stimme sprechen, wenn es um die Belange der Kreativen gegenüber der Politik oder der Öffentlichkeit geht. Um auf die spezifischen Situationen in den verschiedenen Bundesländern eingehen zu können, gibt es selbstständig agierende Landesverbände des DKV, in denen sich Kolleginnen und Kollegen intensiv mit den aktuellen Problemen selbstständiger schöpferischer Arbeit verständigen, Rat und Hilfeleistung erhalten und Anschluss finden können.

Pilzesuchen im Notenwald

22.12.21 (Moritz Eggert) -
Ich sehe es als meine Hauptaufgabe an, meinen Studierenden dabei zu helfen, ihren eigenen musikalischen Tonfall zu entdecken. Es ist dabei vollkommen unerheblich, ob mir dieser Tonfall besonders gut gefällt oder ob er mir eher fremd ist. Wenn es zur Person passt, wenn es authentisch ist, dann ist es richtig.

Musik als Erlebnis verstehen

10.12.21 (Moritz Eggert) -
„Immer wieder bekomme ich Mails, in denen Menschen ihr Leid mit der Neuen Musik klagen. Sie hätten ja alles versucht, studiert, immer wieder zugehört, Konzerte besucht… aber dennoch können sie einfach damit nichts anfangen. Sie fühlen sich ‚zu blöd‘, fühlen sich ausgeschlossen aus einer Szene, die oft in Geheimcodes spricht und ‚unter sich‘ bleibt, fühlen sich ratlos gegenüber einer Musik, die ihnen zunehmend obskur und weltfremd vorkommt…“ So leitet der Komponist und Autor Moritz Eggert im „Bad Blog of Musick“ der nmz einen Text ein, den er als ausführliche Antwort auf eine solche Zuschrift verfasst hat. Nach einem ersten Teil, in dem er die These ausführt, dass eine Musik, in der man alles „versteht“ möglicherweise gar nicht so erstrebenswert sein dürfte, wendet er sich einem weiteren grundsätzlichen Aspekt zu:

Wie hört man eigentlich „Neue Musik“?

01.12.21 (Moritz Eggert) -
Ich spreche sehr gerne mit meinen Studierenden darüber, wie die von ihnen geschriebene Musik eigentlich beim Hörer ankommt. Wird sie so gehört wie intendiert? Wird sie vielleicht auf interessante Weise missverstanden? Die Intentionen der Komponierenden sind nicht immer das, was man vordergründig wahrnimmt. Umgekehrt suchen Interessierte an Neuer Musik oft Hilfestellungen, wie man unbekannte Musik am besten zum ersten Mal anhört.

Komponieren als Chance

29.09.21 (Moritz Eggert) -
„Komponieren“ ist genau wie „Schreiben“ ein sehr schwammiger Begriff, der für Menschen vollkommen unterschiedliche Bedeutungen haben kann (was schon damit anfängt, dass auch ein Menü eine „Komposition“ sein kann und „komponiert“ wird). „Schreiben“ gibt es nicht als Studiengang an Universitäten, höchstens als Fach. Man studiert also nicht „Dichten“, sehr wohl aber „Musik erfinden“ im Hauptfach. Aber wo genau, ist kompliziert.
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