Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Moritz Eggert«

Import/Export

15.03.23 (Moritz Eggert) -
Eines der spannendsten Dinge für mich als Lehrer ist, vom Kompositionsunterricht aus anderen Ländern zu hören. Ich bin sehr froh, dass Studierende aus der ganzen Welt zu uns kommen und frage sie immer wieder darüber aus, wie musikalische Stile und Trends in ihren jeweiligen Ländern wahrgenommen und diskutiert werden. Dabei fällt auf, dass sie oft erstaunt sind, dass der Unterricht in Deutschland nicht so von einer Hardliner Avantgarde-Ästhetik dominiert wird, wie sie es aus der ausländischen Perspektive vermuteten und von ihren Lehrern vermittelt bekamen. Das geht so weit, dass mich Studierende manchmal fragen: „Darf ich wirklich auch intuitiv komponieren? Kann ich auch ohne ein Kompositionssystem arbeiten?“. Sie waren sich sicher, dass das in Deutschland nicht „erlaubt“ ist.

Ausgleichende Gerechtigkeit

07.02.23 (Moritz Eggert) -
Man kann guten Gewissens sagen, dass die Situation für junge Komponistinnen noch nie so gut war wie im Moment. Wenn ich mir die Karrieren meiner ehemaligen Studentinnen anschaue, kann ich sehen, dass sie stets Unterstützung, Förderung und Aufmerksamkeit erfahren. Alle ihre Karrieren sind erfolgreich. Daher rate ich den Anfängerinnen unter ihnen (die gelegentlich an den Erfolgschancen eines künstlerischen Berufes zweifeln) immer guten Gewissens, weiterzumachen. Denn was sollte ihnen im Weg stehen?

Das zweite Talent

11.01.23 (Moritz Eggert) -
Vor kurzem schrieb ich hier über das „wichtigste“ Talent (Selbstdisziplin), wenn es ums Komponieren oder überhaupt um einen künstlerischen Beruf geht. In einem Leserbrief regte sich Widerstand gegen diese Behauptung – wäre nicht Begabung an sich das wichtigste Talent? Nun, wenn man sich anschaut, wie weniger begabte Menschen mit reiner Willenskraft oft weiterkommen als begabte und weniger ambitionierte Menschen, so würde ich weiterhin bei meiner These bleiben, vor allem, weil man davon ausgehen kann, dass Studierende, die überhaupt die Prüfung an einer Musikhochschule bestanden haben, auf jeden Fall grundsätzlich „begabt“ sind.

Wofür kämpfen wir? Und gegen wen?

07.12.22 (Moritz Eggert) -
Mein Stammfriseur ist Albaner, erst seit einigen Jahren in unserem Land und ganz sicherlich nicht jemand, der regelmäßig ins Theater oder in die Oper geht. Er ist auch kein typischer „Kulturkonsument“, liest weder FAZ noch SZ und hat ganz sicher noch nie von Alexander Kluge gehört. Trotzdem oder vielleicht sogar deswegen kann ich mich mit ihm immer wunderbar unterhalten.

Das Schwierige am Komponieren

10.11.22 (Moritz Eggert) -
Warum ist es so schwer, wirklich interessante und originelle Musik zu erfinden? Hier der Versuch einer Antwort:  Fürs Komponieren braucht man eine solide Mischung aus handwerklichem Können und der Fähigkeit, einerseits existierende musikalische Sprachen, Schriften und Techniken zu kennen und neu interpretieren oder amalgamieren zu können, dabei aber immer wieder ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen, die das schon Bekannte entweder grundsätzlich verändern oder zumindest interessante neue Impulse geben.

Das wichtigste Talent

20.10.22 (Moritz Eggert) -
Man kann davon ausgehen, dass alle, die irgendwann nach einer Prüfung an einer Hochschule oder Akademie landen, grundsätzlich talentiert sind. Aber das wichtigste Talent kann man nicht prüfen, man kann es nur erahnen. Ich halte es für das wichtigste aller Talente, denn ohne dieses Talent sind alle anderen Talente nutzlos. Was mag das für ein Talent sein, das die Grundvoraussetzung für eine beständige Karriere ist (als Lehrende wünschen wir uns nichts sehnlicher, als dass die Karrieren unserer Studierenden beständig sind, dass sie ihre Träume erfüllen und am Ziel ihrer Ambitionen ankommen)? Die Antwort ist leider sehr langweilig: Selbstdisziplin.

Die besten Bücher für den Kompositionsunterricht

12.09.22 (Moritz Eggert) -
Als eine meiner wichtigsten Aufgaben als Lehrer sehe ich es an, meine Studierenden zum Lesen und damit zum eigenständigen Denken anzuregen (auch wenn dies im Zeitalter von TikTok und Instagram immer mehr aus der Mode zu kommen scheint). Folgende Bücher spielen daher in meinem Unterricht eine wichtige Rolle und können von mir bedingungslos sowohl Lehrenden als auch Studierenden wärmstens empfohlen werden:

Dürfen Professoren alles?

03.07.22 (Moritz Eggert) -
Die meisten Musikhochschulen schreiben sich inzwischen stolz auf die Fahnen, sie hätten aus der #metoo-Diskussion gelernt. Sie verkünden, dass Machtmissbrauch in keiner Form bei ihnen geduldet wird und „nein“ auch wirklich „nein“ heißt. Doch wie wirksam sind diese Ankündigungen, wenn den Täter*innen weiterhin kaum Konsequenzen drohen?

Auf der Suche nach der Handlung

16.06.22 (Moritz Eggert) -
Kompositionsunterricht ist oft sehr technisch. Viele Stunden verbringe ich mit Fragen der Notation, Instrumentenkunde und der Theorie – alles handwerkliche Aspekte des Berufes, die man auch in Lehrbüchern nachlesen kann. Auf YouTube kann man hunderte Videos finden, in denen einem fähige Musiker:innen die Spieltechniken ihrer Instrumente sowie tausende von Multiphonics erklären. Wenn man aber als Suchbegriff eingibt „Wie schreibe ich ein spannendes Stück Musik?“ wird man leider nicht fündig.

Auf der Suche nach der Kreativität

05.05.22 (Moritz Eggert) -
Wer in verschiedenen Ländern Informatik studiert, wird Ähnliches auf ähnliche Weise lernen. Wer dagegen ein künstlerisches Studium anstrebt, wird davon geprägt werden, wie im Studienland Kreativität vermittelt und verstanden wird. Und da gibt es dramatische Unterschiede.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: