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Holophonische Musik in Detmold: Stefan Lienenkämper erforscht einen virtuellen Konzertsaal

20.05.09 (Andreas Schwabe) -
Seine Musik zielt auf den Gesang. Am Ende der „frame/24”, einer „Holophonie für Altstimme und zwölf Instrumente“ des in Berlin lebenden Komponisten Stefan Lienenkämper füllt die erstklassige Stimme der Altistin Sandra Botor ganz allein den in neuem Glanz des allüberall in helles Holz und weiches Licht getauchten neuen Konzerthauses in Detmold.

Zwischen Ost und West: „Nach der Musik“ – ein sehr privater Film über Otmar Suitner

19.05.09 (Michael Ernst) -
Igor Heitzmann hat es geschafft. Silvesterkind des Jahrgangs 1971, aufgewachsen in Berlin, hat er beizeiten Klavierspielen gelernt, dann Film- und Theaterwissenschaften studiert, als Regieassistent, Übersetzer und Co-Autor gewirkt. Er ist Absolvent der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, sein dortiger Abschlussfilm eröffnete vorigen Sommer die Dokumentarfilmreihe „100 % Leben“ im Kleinen Fernsehspiel des ZDF. Nun ist dieser inzwischen mehrfach prämierte Film „Nach der Musik“ endlich auch bundesweit in den Kinos gestartet.

Abstieg in vier Folgen: das französische Ensemble „Café Zimmermann“ spielt Bach

18.05.09 (Michael Kube) -
Als im Jahr 2001 das Ensemble Café Zimmermann seine erste Bach-Produktion vorlegte, war das Erstaunen groß. Denn nicht nur mit beeindruckend frischer Spielfreude und einem angenehm direkten Klang, sondern auch durch einen kultivierten französischen Goût schienen neue Maßstäbe gesetzt zu werden. Nach acht Jahren und drei weiteren Folgen macht sich indes Ernüchterung breit.

Ferchow vor der Röhre - Hardcore gegen die Verkalkung: Young@Heart im BR

17.05.09 (Sven Ferchow) -
Es war einer der schönsten Dokumentarfilme seit langer Zeit, den der Bayerische Rundfunk am Samstagabend als Kontrastprogramm zum schauderhaften Grand Prix anbot. Der amerikanische Young@Heart-Chor mit seinen 75- bis 92-Jährigen Senioren und Greisen, der mit Rockmusik die Herzen der freilich jüngeren Zuschauer erobert, durfte bei Proben und bis zum Auftritt begleitet werden.

Verzehren mit Blicken: Manos Tsangaris’ „Batsheba“ an der Berliner Staatsoper

15.05.09 (Peter P. Pachl) -
„Eat the history!“ ist der Untertitel von Manos Tsangaris’ Oper „Batsheba“, die im Magazin der Staatsoper Unter den Linden ihre Uraufführung erlebte. „EAT!“ steht auch fett gedruckt auf dem Wegweiser des musikalischen Mitwander- und Stationentheaters, das die Zuschauer in Gruppen zu jeweils 14 oder 28 Personen nacheinander durch fünf einzelne Räume führt, um mitzuerleben, wie König David den Ehemann Batshebas an die Front schickt, nachdem er die Schöne im Bade gesehen und anschließend geschwängert hat.

Memorial Concert für Bob Rückerl

14.05.09 (Ursula Gaisa) -
Am 1. Februar ist der Musiker Bob Rückerl (bs, bcl, git) mit 52 Jahren gestorben. Rund 40 Musiker, die über viele Jahre mit ihm musikalisch und freundschaftlich verbunden waren, kommen am 19.05. beim Zeltfestival in Lappersdorf zu einem Konzert zusammen, um das in lebendiger Erinnerung zu halten, was von Bob geblieben ist: seine Musik.

Die Mädchen und der Tod: Kris Defoorts „The House of the Sleeping Beauties“ in Brüssel

13.05.09 (Frieder Reininghaus) -
Der Komponist Kris Defoort, ausgebildet als Barock- und als Jazz-Musiker, wurde zu Beginn des Jahrzehnts durch eine mit cross-over-Musik versehene Video-Kammeroper bekannt: „The Woman Who Walked into Doors“. Da ging es, wie in der zugrunde liegenden Novelle von Roddy Doyle, um die Rekonstruktion von Erinnerungen und Bewusstseinsformen einer jungen Frau aus der irischen Unterschicht, die von einem Kiez-König gewalttätig unterworfen wurde; nach dem gewaltsamen Tod dieses Typen dämmert sie aus dem Alkoholismus herauf, legt Gründe ihres kurzen Glücks und langen Elends offen.

Indie-Pop in der Krise - Festival und Branchentreff der unabhängigen Musikszene

12.05.09 (Robert Schimke - ddp) -
Leipzig - Als große Klassenfahrt des Indie-Pop hat ein führender Vertreter eines Hamburger Plattenlabels jüngst die Leipziger Musikmesse Pop Up beschrieben. Seine Würdigung gilt einem Festival mit angeschlossenem Branchentreff, das seit acht Jahren Fans, Musiker und Unternehmer aus der Welt der sogenannten Independent-Musik vereint und sich als zweitgrößte deutsche Popmusik-Messe nach der Berliner Popkomm etabliert hat.

taktlos 134: Goppel verbietet Computer-Spiele, Bohlen ist CIA-Roboter, Barenboim an der Rütli-Schule

11.05.09 (Theo Geißler) -
Computer-Spiel-Musik haben sich die letzten taktlosen bei Bayern4Klassik zum Thema gemacht. Wer verbietet was? Wer bietet was? Die Sendung kann man nachhören unter www.nmz.de/taktlos.

Die mittlerweile berüchtigten Nachrichten findet man anschließend webbig: Ja, Thomas Goppel lässt "warcraft" bajuv-arisieren, Dieter Bohlen ist ein Roboter:

Glaubwürdige Hommage an Brigitte Reimann: Moritz Eggerts „Linkerhand“ in Hoyerswerda

11.05.09 (Boris Michael Gruhl) -
„Linkerhand“, die Uraufführung der Oper von Moritz Eggert, frei nach dem Roman von Brigitte Reimann, mit dem Libretto von Andrea Heuser, unter der musikalischen Leitung von Eckehard Stier, in der Regie von Sebastian Ritschel, wurde zum Abschluss der 44. Lausitzer Musikfesttage in der ausverkauften Lausitzhalle Hoyerswerda gestern Abend sehr erfolgreich aufgenommen.

„Reet Petite“ im Zwiebelfeld: Soul-Sänger und Gitarrist James Hunter im Gespräch

08.05.09 (Claus Lochbihler) -
Mehr Retro war nie. Jedenfalls nicht im Soul. Und keiner klingt so retro wie der Engländer James Hunter, der sogar von Soul-Nerds immer mal wieder für Sam Cooke auf bislang unentdeckten Aufnahmen gehalten wird. Vor seinen Auftritten in Köln (9. Mai) und München (10. Mai) sprach Claus Lochbihler mit dem Sänger und Gitarristen, den Van Morrison das „bestgehütete Geheimnis des britischen Soul und R&B“ genannt hat.

Bad Boy No. 3 ist online: Arno Lücker über sinnfreie Werktitel und das Steinewerfen im Glashaus

07.05.09 (jmk) -
Nun ist auch der dritte Bad Boy in den Blog-Ring gestiegen. Aus seiner von Handwerkern zerbohrten Wohnung meldet sich Darmstadt-Rebell Arno Lücker erstmals im Bad Blog of Musick zu Wort. Seine Thesen: 1. Werktitel sind überschätzt, 2. Das Glashausnichtmitsteinewerfargument zieht nicht mehr, 3. Pro Pianissimo, die Initiative zum Schutz ästhetischer Erfahrungen, muss schleunigst in Gang gebracht werden

Entfremdung statt Nähe: Barbara Hendricks mit einer Schubert-Maxi-CD

07.05.09 (Michael Kube) -
Vor einigen Jahren haben die „Majors“ mit Traditionen gebrochen. Da wurden Verträge mit etablierten Interpreten aufgekündigt oder einfach nicht verlängert. Man wollte sich konzentrieren – auf den Markt, auf das Marketing und auf einträgliche Renditen. Die Rechnung ging nicht wirklich auf. Viele Künstler fanden bei kleineren, inhaltlich engagierten Unternehmen ein neues Zuhause, andere gründeten gleich ein eigenes Label. So auch Barbara Hendricks. Eine ihrer neuen CDs ist Schubert-Liedern gewidmet.

Schwebebahnen: Jirí Kyliáns „Zugvögel“ bei der Festwoche des Bayerischen Staatsballetts

06.05.09 (Wolf Loeckle) -
Zugvögel zwischen diversen Welten sind wir alle irgendwie. Und insofern nimmt uns Jiry Kylián unter dem Titel „Zugvögel“ alle mit auf seine Lebensrückschau gewissermaßen; die er in München zelebriert, als vorletzter Station einer Reise, die ihn dann in der niederländischen Heimat das dezidierte Finale in Szene setzen lässt – vor dem Umstieg in eine andere Aktivität, über die gerätselt werden kann.

Schiefgelaufen: Wie sich Bayerns Musikratspräsident Thomas Goppel wieder einmal in Szene setzen wollte

05.05.09 (Theo Geißler) -
Die nmz hat an dieser Stelle im Spätherbst vergangenen Jahres den Mitgliedern des Bayerischen Musikrates vorsichtig die Frage gestellt, ob es angebracht sei, einen ausgemusterten Polit-Profi zum Präsidenten eines Kulturverbandes zu küren. Ex-CSU-Kulturminister Thomas Goppel wurde – vielleicht ein bayerisches Phänomen, über das es noch zu spekulieren gilt – mit überwältigender Mehrheit gewählt. Nachdem ein halbes Jahr später innerbayerisch von Goppels vermuteten „Führungs-Qualitäten“ faktisch nicht viel zu spüren ist, fand es der begnadete Selbstdarsteller wohl an der Zeit, wenigstens bundesweit einmal laut zu bellen. Ein grandioser Fehl-Alarm, wie sich herausstellt. Zunächst zu den Fakten:

Utopia lässt grüßen: Händels „Teseo“ an der Stuttgarter Staatsoper musikalisch geerdet

05.05.09 (Verena Großkreutz) -
Drei Männer, drei Frauen: Sechs hohe Stimmen. So schön und exotisch kann eine Opera seria sein, wenn man heute die im Barock von Kastraten gesungenen Partien allesamt mit Countertenören besetzt. In der Stuttgarter Staatsoper wurde die bejubelte Premiere von Georg Friedrich Händels selten gespielter Oper "Teseo" zum echten musikalischen Highlight, das niemand verpassen sollte, der nach außergewöhnlichen Klangerlebnissen hungert.

Lust der Qual: Wolfgang Rihms „Proserpina“ in Schwetzingen uraufgeführt

05.05.09 (Frieder Reininghaus) -
Am Anfang der Gattung Oper entdeckte Claudio Monteverdi die Figur der Persephone (lat.: Proserpina) für das Musiktheater: die Klage der von Hades (Pluto) geraubten, vergewaltigten und zur Königin der Unterwelt erhobenen jungen Frau. Doch die Partitur ist verloren gegangen. Siegmund Freiherr von Seckendorfs Musik für Johann Wolfgang Goethes Anverwandlung des mythischen Sujets in einer „dramatischen Grille“ („Der Triumph der Empfindsamkeit“), eineinhalb Jahrhunderte später entstanden, möchte heutigen Ohren allzu milde frühklassisch vorkommen.

Musikalisch rehabilitiert, szenisch verschenkt: Donizettis „Dom Sébastien“ in Nürnberg

04.05.09 (Juan Martin Koch) -
Trotz mancher Erfolgsstücke hat es die französische „Grand Opéra“ in Deutschland traditionell schwer gehabt. Mit Wagner als Gewährsmann konnte man getrost an den Monumentalschinken eines Meyerbeer oder Halévy herumnörgeln. Entsprechend selten stehen sie bis heute auf den Spielplänen, was ein Überprüfen der ererbten Werturteile erschwert.

Uraufführung an der Staatsoper - Choreograf Jirí Kylián verabschiedet sich von der Bühne

04.05.09 (Ulrike Köppen - ddp) -
München - Mit einer Uraufführung des weltbekannten tschechischen Choreografen Jirí Kylián wird am Sonntag (3. Mai) an der Münchner Staatsoper die jährliche Ballettfestwoche eröffnet. Sie ist gleichzeitig Auftakt der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Bayerischen Staatsballetts. In einer engen Verschränkung von Tanz, Musik, bildender Kunst und Film soll die Inszenierung «Zugvögel» die Vergänglichkeit des Bühnenkunstwerks versinnbildlichen und ist außerdem der Abschied des 1947 geborenen Choreographen von der Bühne.

Begegnungen mit Haydn, Maria Malibran und Spiele-Sound-Lieferanten: BR-Musikfeatures im Mai

04.05.09 (nmz-red/Regensburg) -
Vielfältige Begegnungen verspricht das Mai-Programm des Bayerischen Rundfunks in Sachen Musikfeatures. Von dem rasant sich entwickelnden Genre Computerspiel-Musik über die Sängerdynastie Garciá-Malibran bis zum Jubilar und Streichquartett-Pionier Joseph Haydn reicht das Spektrum. Und Renate Richter greift mit dem Streit um das Musikverlagshaus C.F. Peters ein heißes Eisen der Musikwirtschaftshistorie und -gegenwart auf.

Männerfantasien: „La porta della legge“ – Sciarrino-Uraufführung in Wuppertal

03.05.09 (Georg Beck) -
Sciarrino wird sich immer ähnlicher. Und Wuppertal hilft nach Kräften. Jetzt ist im Barmer Opernhaus bereits das vierte Werk des Italieners in Szene gegangen. Nach „Luci mie traditrici“ (2002), „L’infinito nero“ (2004) und „Macbeth“ (2006) erstmals eine Uraufführung: „La porta della legge“ nach Kafkas Erzählung „Vor dem Gesetz“. Das ausweglos Vergebliche der Dichtung schockgefroren in schönster Sciarrino-Ästhetik.

Neu im nmz-Netz: das „Bad Blog Of Musick“ nimmt seinen Lauf

03.05.09 (jmk) -
„Der Bad Boy hat sich seine Frühjahrsmüdigkeit aus den Fingern geschüttelt und beginnt wieder zu schreiben.“ Mit diesen erfreulichen Zeilen hat Moritz Eggert eine neue Plattform im nmz-Netzangebot eröffnet: das „Bad Blog Of Musick“. Zusammen mit den Kollegen Patrick Hahn und Arno Lücker will Eggert dorthin vordringen, „wo (hoffentlich) noch nie ein Blog gewesen ist – nämlich ins Herz der Dunkelheit, die hinter der 'beredten Stille' zwischen den Tönen lauert, dorthin, wo die Frage auf uns wartet: Wohin geht die Neue Musik im 21. Jahrhundert?“

Es geht auch ohne nackte Haut: Alban Bergs komplette „Lulu“ in Wiesbaden

03.05.09 (Peter P. Pachl) -
Ein größerer Gegensatz zweier kurz aufeinander folgender „Lulu“-Inszenierungen, die teilweise sogar mit den selben Solisten besetzt sind, ist kaum denkbar, als zwischen der Inszenierung von Calixto Bieito in Basel und der Eröffnungsinszenierung der Maifestspiele Wiesbaden durch Konstanze Lauterbach.

Der 3. Bigbandleiter-Workshop des Deutschen Orchesterwettbewerbes ging in Jena zu Ende

Mit einem fulminanten Abschlusskonzert in der Musik- und Kunstschule Jena ist am letzten Sonntag der 3. Bigbandleiter-Workshop des Deutschen Orchesterwettbewerbes (DOW) unter der künstlerischen Leitung von Jiggs Whigham zu Ende gegangen. Unter dem Motto 'Go East' fand diese bundesweit erfolgreiche Fördermaßnahme für Bigband Dirigenten zum ersten Mal in den Neuen Bundesländern, an der Musik- und Kunstschule Jena, statt.

Im Doppelpack: Anders Eliassons Sinfonia per archi in zwei neuen Einspielungen

30.04.09 (Michael Kube) -
Es gehört sicherlich nicht zu den Alltäglichkeiten, dass ein Werk eines zeitgenössischen Komponisten nahezu gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Aufnahmen bei verschiedenen Labels auf CD erscheint. Für Anders Eliasson (geb. 1947) und seine Sinfonia per archi (2001) ist das tatsächlich ein außergewöhnlicher Glücksfall. Beide Einspielungen überzeugen auf höchstem Niveau – und bieten doch ganz unterschiedliche interpretatorische Ansätze.
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