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Weitere Umbesetzung in Bayreuth
Bayreuther Festspielhaus. Foto: Juan Martin Koch
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1.7.2023: Veranstaltungen aktuell +++ Veranstaltungen

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Aktuelle Nachrichten: Umbesetzung von drei wichtigen Partien in Bayreuth +++ Yiddish Summer in Weimar +++ 150 Jahre Liederfest in Lettland +++ Forsythe-Schau im ZKM +++ Bob Dylan beim 57. Montreux Jazz Festival +++

 

Tristan, Tannhäuser, Siegfried: Stephen Gould muss Bayreuth absagen

Bayreuth - Wenige Wochen vor dem Start haben die Bayreuther Festspiele drei wichtige Partien neu besetzen müssen: Stephen Gould kann aus gesundheitlichen Gründen nicht bei dem weltberühmten Festival auftreten, wie die Festspiele auf ihrer Internetseite mitteilten. Gould wäre - wie schon im Vorjahr - für die Titelpartien in «Tannhäuser» und «Tristan und Isolde» sowie als Siegfried in «Götterdämmerung» vorgesehen gewesen.

Festspielleiterin Katharina Wagner bedanke sich bei den drei Künstlern, die nun übernehmen, hieß es am Samstag weiter: Andreas Schager springt als Siegfried ein, Klaus-Florian Vogt singt den Tannhäuser und Clay Hilley übernimmt die «Tristan»-Partie.

Die Bayreuther Festspiele beginnen am 25. Juli - mit einer Neuinszenierung der Richard-Wagner-Werks «Parsifal». Eine Umbesetzung nur kurz vor dem Start in drei Produktionen in derlei wichtigen Partien dürfte als heikel und als Herausforderung für die Regie gelten.

Gould habe auf dringenden ärztlichen Rat hin seine Bayreuth-Teilnahme abgesagt, teilten die Festival-Verantwortlichen mit. Gould debütierte bereits 2004 in Bayreuth als «Tannhäuser». Im vergangenen Jahr hatte er nicht nur gefeierte Auftritte in den drei Produktionen im Festspielhaus, sondern auch als Sänger beim Festspiel-Open-Air unter freiem Himmel im Festspielpark.

 

Jiddisch, griechisch, türkisch - «Yiddish Summer» auf Spurensuche

Weimar (dpa/th) - Berührungspunkte und gegenseitige Einflüsse von osteuropäisch-jüdischen, griechischen und türkischen Musikkulturen prägen erneut das Festival «Yiddish Summer Weimar». Damit will das Festival auch den inzwischen wieder verstärkt wahrzunehmenden «Mythen von Kulturnationalismus» entgegentreten, wie Festivalleiter Alan Bern am Freitag mitteilte. «Anstatt Angst vor Vielfalt zu haben, wollen wir Freude an Vielfalt erleben.» Im vergangenen Jahr hatte sich das Sommerfestival erstmals den vielfältigen Musikkulturen im einstigen Osmanischen Reich gewidmet.

Das Festival findet in diesem Jahr vom 13. Juli bis zum 19. August statt. Es hat seine Wurzeln und Hauptspielstätten in Weimar, Auftritte von Künstlern sind aber auch in anderen Thüringer Orten sowie in Leipzig geplant. Das detaillierte Programm mit 60 Veranstaltungen wollen die Organisatoren am kommenden Donnerstag vorstellen. Im vergangenen Jahr waren rund 9000 Besucher zum «Yiddish Summer» gekommen.

 

Unesco-Kulturerbe: Lettland feiert 150 Jahre Liederfest

Riga (dpa) - Mit einem Fahnenumzug hat in Lettland am Freitag das traditionelle Lieder- und Tanzfest begonnen. Das zehntägige Festival steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 150. Jubiläums des kulturellen Großereignisses. Zehntausende Letten kommen dazu in Riga zusammen, bevölkern in bunten Trachten tagelang die Hauptstadt des baltischen EU-Landes, singen fast immer und überall Volkslieder oder tanzen. Erwartet werden nach Angaben der Organisatoren zu mehr als 60 Veranstaltungen über 1600 Chöre und Tanzgruppen aus ganz Lettland und dem Ausland. Als Höhepunkt gilt das mehrstündige und live im Fernsehen übertragene Abschlusskonzert, das am 9. Juli auf einer riesigen Freilichtbühne im Rigaer Stadtwald stattfinden wird. Dazu werden 60 000 Menschen erwartet.

Begründet wurde die Tradition 1873. Damals fand das erste gesamtlettische Liederfest statt. Erstmals erklang dabei auch das vom Komponisten Karlis Baumanis komponierte Werk «Dievs, sveti Latviju» (Gott, segne Lettland) - die spätere Nationalhymne des 1,9 Millionen Einwohner zählenden Ostseestaats im Nordosten Europas.

Für viele Letten sind die alle fünf Jahre veranstalteten Lieder- und Tanzfeste viel mehr als eine reine Gesangsveranstaltung: In der wechselvollen Geschichte Lettlands waren sie ein Mittel, um die nationale und kulturelle Identität über Jahrhunderte hinweg zu bewahren. Mit dem gemeinsamen Gesang demonstrierten die Letten in der Zeit des nationalen Erwachens im 19. Jahrhundert, aber vor allem im Freiheitskampf Ende der 1980er Jahre ihren Selbstbehauptungswillen. Er galt als Ausdruck der Heimatliebe und Akt des Widerstands gegen die Sowjetunion, der das an Russland und Belarus grenzende Lettland nach dem Zweiten Weltkrieg gegen seinen Willen angehörte.

Gleiches gilt für die Nachbarländer Estland und Litauen, die ähnliche Gesangstraditionen aufweisen und sich auch regelmäßig zu Liederfesten treffen. Die Unesco hat die Feste 2003 als Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

 

William Forsythe und die Geometrie des Tanzes - Schau im ZKM

Karlsruhe (dpa/lsw) - Tanz ist fließende Bewegung, aber auch Geometrie: Eine Ausstellung im Medienkunstzentrum ZKM ist den faszinierenden Bewegungsabläufen bei William Forsythe auf der Spur. Anlässlich der Fertigstellung des ersten gemeinsamen Archivprojekts mit dem renommierten Choreographen, der Website «Improvisation Technologies - The Lectures», gibt das Karlsruher ZKM Einblick in sein Schaffen.

Die Bewegungsstudien hatte Forsythe vor über 20 Jahren mit dem ZKM als CD-ROM herausgebracht, um Tänzern Abläufe zu veranschaulichen. Nun sind diese Studien weltweit frei zugänglich.

Im Mittelpunkt der Schau «Nowhere and Everywhere at the Same Time» steht neben der Bewegungsstudie eine Installation mit hunderten von Pendeln, die die Entstehung einer Choreographie veranschaulichen und zugleich den Besucher selbst in Bewegung bringen soll. Es gehe im Grunde um Alltagserfahrungen, um Ausweichen und Entwischen auch im übertragenen Sinn, erläuterte Forsythe. Die Ausstellung ist von diesem Samstag an bis zum 6. August zu erleben.

Der vielfach ausgezeichnete US-Ausnahmekünstler hat sein Archiv im Februar dem ZKM geschenkt. Das Medienkunstzentrum soll den digitalen Schatz - darunter rund 5000 Video-Tapes - erhalten und zugleich für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Der jetzigen Schau sollen weitere Projekte folgen. Forsythe sieht das ZKM für sich als neuen Produktionsort. Er habe hier zwar keine Tänzer. «Aber ich werde hier Programme entwickeln», kündigte der 73-Jährige am Freitag in Karlsruhe bei einer Pressekonferenz an. «Es wird sehr schön werden.»

Forsythe zählt zu den renommiertesten und kreativsten Choreographen des zeitgenössischen Balletts. Als Tänzer und Choreograph hat er das moderne Ballett quasi in seine Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt.



Bob Dylan und «Legenden von morgen» beim Montreux Jazz Festival

Montreux (dpa) - Das 57. Montreux Jazz Festival startet mit einem Superhighlight am Eröffnungswochenende: Am Samstag steht Bob Dylan auf der Bühne am Genfersee. Der 82-Jährige macht auf seiner Welttournee Station in der Schweiz und stellt Musik aus seinem Album «Rough and Rowdy Ways» mit Folk und Blues von 2020 vor.

Auf Wunsch von Dylan sei der Konzertsaal, das Auditorium Stravinski, ausschließlich mit Stühlen bestückt, um eine intimere Atmosphäre zu schaffen, teilten die Veranstalter mit. Dylan wurde 2016 wegen seiner lyrischen Texte mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt. Zum Auftakt des Festivals standen für Freitagabend der britische Sänger Tom Odell und die Band Simply Red auf dem Programm.

Bis 15. Juli geben sich auch Lionel Richie, Iggy Pop, Norah Jones, Chris Isaak und viele andere die Ehre. Soul- und Gospel-Legende Mavis Staples tritt dort an ihrem 84. Geburtstag am 10. Juli auf. Die Veranstalter versprechen «zentrale Figuren der Musikgeschichte, die in intimen Settings auftreten, aber auch aktuelle Stars und, allen voran, die Legenden von morgen».

Das Jazz-Festival wurde 1967 gegründet. Ein Auftritt in dem mondänen Örtchen direkt am Seeufer - auch Schweizer Riviera genannt - gehört für viele Weltstars fast zum Pflichtprogramm des europäischen Musikfestival-Sommers. Neben Jazz werden auch Pop, Rock und andere Musik gespielt. Viele Musik-Legenden kamen Jahr für Jahr nach Montreux, darunter Ella Fitzgerald, Aretha Franklin, Nina Simone oder Herbie Hancock. Viele Auftritte wurden auf Tonträgern veröffentlicht.

Besonders mit Montreux verbunden waren Freddie Mercury und die Band Queen. Sie kauften dort nach einem begeisterten Auftritt Ende der 70er Jahre die Mountain-Studios, in denen sie zahlreiche Studioaufnahmen produzierten. Legendär wurde Anfang der 80er Jahre auch eine Aufnahme von Queen mit David Bowie, die dort bei einer Jam-Session entstand: «Under Pressure».

 

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