Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Andrea Stadel«

Der ‚böse Blick‘ auf das Leben – Aribert Reimanns „Die Gespenstersonate“ in Lübeck

25.05.21 (Arndt Voß) -
Man kann nicht umhin: Corona, dieses fiese kleine Ding, spielt mit, auf der Bühne, im Orchestergraben, auch bei der peniblen Prozedur für die, die ein personalisiertes Einlasszertifikat besitzen. Wenn dann alle Punkte der Checkliste für den „Theaterbesuch im Rahmen des Modellprojekts“ abgehakt sind und wenn sich herausstellt, dass der ehrwürdig alte Schmuckvorhang in Lübecks Jugendstilhaus delikat zum Stück passt, ist alles vergessen. Es zählt nur eins: man darf wieder Theaterluft schnuppern!

Tolomeo mit nassen Füßen – ein überzeugender Händel in Lübeck

14.10.20 (Arndt Voß) -
Georg Friedrich Händels „Tolomeo“ ist eine seltsame Opernschöpfung. In Teilen des Sujets, nicht in der Musik, wirkt sie wie ein Gegenstück zu Johann Chr. Pepuschs „The Beggar‘s Opera“, die drei Monate vorher mit ihrem Sensationserfolg bekanntlich der Barockoper den Garaus brachte. Händels Existenz war bedroht, und er versuchte, dem etwas entgegenzuhalten. Seine Strategie war wohl, auf die Vorliebe der Londoner für italienische Gesangskunst zu setzen.

Lübecks Antwort auf Corona mit Poulencs „Menschlicher Stimme“ und Menottis „Telefon“

02.09.20 (Arndt Voß) -
Nun doch: Die Theater öffnen sich, Kultur findet zaghaft zurück, durch die Pandemie atmosphärisch verkehrt, verändert. Der Auftritt des Zuschauers im Foyer zum Beispiel: das kleine Schwätzchen vor Beginn über das zu Erwartende verbieten Leitlinien und der verordnete Gänsemarsch in gebotenem Abstand. Oder: Dort, wo der spätere Besucher sich sonst Knie gegen Knie zum Platz zwängt, vermeiden Lücken in der Bestuhlung die körperliche Indiskretion, verhindern ebenso den Sieg im stillen Kampf um die Armlehnen.

Carl Heinrich Graun mit Heiner Müller verquirlt – Lübecks Rezept für den „Montezuma“

30.01.20 (Arndt Voß) -
Es ist nicht einfach, Altes lebendig zu machen. Das erwies sich einmal wieder am Theater Lübeck, das sich mit zweifelhaftem Mut einer spätbarocken Oper nähern wollte. Objekt war Carl Heinrich Grauns „Montezuma“, vor 265 Jahren in Berlins „Königlicher Oper“ uraufgeführt.

Lübeck sperrt „Don Giovanni“ ins Irrenhaus – Erste Regiearbeit von Martina Veh, umstritten

14.05.19 (Arndt Voß) -
Mozarts „Don Giovanni“ ist ein grandioses Werk, in sich geschlossen und konsequent im dramaturgischen Konzept. Wie herausfordernd dennoch (oder deswegen) jede Inszenierung ist, wird oftmals unterschätzt, wurde es auch bei dem jüngsten Versuch wieder, ihn im Theater Lübeck zu zeigen (10. Mai 2019).

Sturz in die Wolfsschlucht – Biganzoli inszeniert Webers „Freischütz“ in Lübeck

16.10.18 (Arndt Voß) -
Carl Maria von Webers hochromantischer „Freischütz“ war in Lübeck angekündigt, inszeniert von Jochen Biganzoli. Er hatte mit Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ (2016) und Schrekers „Der ferne Klang“ (2017) großen Erfolg gehabt, beides weithin anerkannte Theaterereignisse. Auch die jüngste Premiere am 12. Oktober 2018 wurde wieder ein Erfolg, aber ein heftig umstrittener.

Lübeck zeigt „Oliver!“ – ein Musical zwischen Kindertheater und professionellem Anspruch

21.11.17 (Arndt Voß) -
Um das leichtere Genre im Musiktheater zu bedienen, hat sich das Theater Lübeck in dieser Spielzeit Lionel Barts Musical „Oliver!“ vorgenommen, verfasst nach Charles Dickens‘ allbekanntem zeit- und sozialkritischem Roman. 1960 uraufgeführt, wurde es in Londons West-End ungewöhnlich lange gespielt, übertroffen nur von „Jesus Christ Superstar“. Knapp drei Jahre später wiederholte sich der Erfolg am Broadway. Erst 1985 wurde eine deutschsprachige Version in Salzburg vorgestellt, dennoch blieb das Werk in Deutschland nahezu unbekannt.

Händels „Ariodante“ als barockes Psychodrama am Theater Lübeck

03.05.17 (Arndt Voß) -
Dem Theater Lübeck ist mit Georg Friedrich Händels „Ariodante“ eine packende Inszenierung gelungen, beachtlich für ein Theater, das finanziell zu kämpfen hat und dennoch sein Publikum außergewöhnlich begeistert. Es ist ein Haus, das sich nicht leisten kann, nur die historische Aufführungspraxis zu bedienen. Es muss seine Zuschauer auf breiterer Basis locken.

Im Labyrinth der Sünde –Dmitri Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ in Lübeck

06.03.16 (Joachim Lange) -
Es gibt nur wenige Opern des zwanzigsten Jahrhunderts, bei denen die Aufführungsgeschichte den Plot und die Musik an Spannung und Potenzial für die Zeitdiagnose so übertrifft, wie es bei Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ der Fall ist.

Üppig inszenierter Weltenbummel – Purcells „The Fairy Queen“ im Theater Lübeck

02.03.15 (Arndt Voß) -
Schon Shakespeares „Sommernachtstraum“, uraufgeführt 1595, ist ein poetisches Verwirrstück. Geister treten auf und Menschen aus verschiedenen Schichten, vom Herzog bis zum Kleinverdiener. Henry Purcells Adaptation des Stoffes in „The Fairy Queen“, knapp einhundert Jahre später, fügt noch Musik und Tanz hinzu, erweitert die Bühnenwelten mit antik allegorischen Figuren. Das Theater Lübeck splittet noch weiter auf. Ein Hier und Jetzt in einem Museum, in dem zwei vertrottelte Wärter ihr Spiel treiben, führt zu einem rasanten Weltenbummel. So finden sich Zuschauer wie Protagonisten mal in dieser mal in jener Zeitsituation wieder.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: