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Alle Artikel kategorisiert unter »Andreas Wolf«

Solokonzert für Koloratursopran und Politikverdrossenheit: „Der goldene Hahn“ in Weimar

06.11.22 (Roland H. Dippel) -
Ausgerechnet „Der goldene Hahn“ wurde im internationalen Ausland eine der meistgespielten Opern Nikolai Rimsky-Korsakows. Am Deutschen Nationaltheater Weimar verbinden sich Stephan Kimmigs poetische Dystopie, ein opulenter wie intelligenter Triumph der Staatskapelle unter Andreas Wolf und eine brillante Ensemble-Leistung.

Über sieben Täler fliegen – „Welcome to Paradise Lost“ von Falk Richter jetzt auch als Oper beim Kunstfest Weimar

05.09.22 (Joachim Lange) -
Eine Opernuraufführung als Koproduktion des Deutschen Nationaltheaters mit dem Kunstfest Weimar zum Spielzeitauftakt – das ist für sich genommen ein Statement! Mindestens ein „Wir sind wieder da!“ Das Stück von Falk Richter mit dem Titel „Welcome to Paradise Lost“ nach der 800 Jahre alten persischen Vorlage „Die Konferenz der Vögel“ von Farid-ud-Din Attar wurde schon letzten Juni in Kassel uraufgeführt. Der englische Titel zielt aufs Weltweite, und der Verweis aufs verlorene Paradies aufs bühnenüblich Dystopische. Die Übel dieser Welt, die hier verhandelt werden – Wachstumsgier, Flucht, Müll, Klima, Artensterben – sind nicht nur existenziell, sondern auch Teil des gesellschaftlichen Diskurses. Sie haben es längst zu einem permanenten Tagesthema gebracht.

„Welt-Ende“ im Gewandhaus zu Leipzig: Joachim Raffs Oratorium als Pfingstwunder

12.06.22 (Roland H. Dippel) -
Allmählich kommt das Gedenkjahr für Joachim Raff in Schwung. Calixto Bieto beginnt in Weimar mit den Proben zu „Samson“, Raff-Editor Volker Tosta stellt die Noten zu „Die Eifersüchtigen“, einer Produktion des Opernkollektivs Zürich zum 50-Jahre-Jubiläum der Joachim-Raff-Gesellschaft, fertig. Dem aus der Schweiz stammenden Komponisten, einem zu Lebzeiten offenbar etwas schwierigen Angehörigen des Weimarer Liszt-Kreises, gelten im September 2022 gleich zwei wichtige posthume Uraufführungen. Dieses lange Vergessen ist unverständlich, erst recht nach der Aufführung von Raffs monumentalem Oratorium „Welt-Ende – Gericht – Neue Welt“ op. 212 mit dem GewandhausChor am 26. Mai in der Pfarrkirche von Raffs Geburtsort Lachen und am Pfingstmontag in Leipzig.

Am Ende ist der Held ein Baum – Lullys Tragédie lyrique „Atys“ am Grand Théâtre de Genève

01.03.22 (Joachim Lange) -
Es hat per se den Reiz des Exklusiven, die französische Oper bis zu des Sonnenkönigs Starkompositeur Jean-Baptiste Lully (1632-1687) auf ihre Bühnentauglichkeit für heute auszuloten. Nun ist Genf nicht Frankreich, aber doch recht französisch. Und Intendant Aviel Cahn ist clever genug, sein quasi royales Opernprojekt „Atys“ als Koproduktion mit der Opéra royal de Versailles gleichsam durch den genius loci sekundieren zu lassen. Das verspricht eine Art Operntraum, der im günstigsten Falle einen silbern schimmernden Abglanz jenes goldenen Zeitalters aufscheinen lässt, in dem der König selbst so gerne eine Sonne tanzte. Um dann der Sonnenkönig zu sein, an dem sich auch Lully zumindest viele Jahre erwärmte.

In der Falle der Freiheit: Detlev Glanerts „Caligula“ am Nationaltheater Weimar

13.02.22 (Joachim Lange) -
Zu einem Aufschrei gibt es im Moment allerhand Gründe. Da könnte auch das auf Lücke platzierte Opernpublikum im Deutschen Nationaltheater seinen Teil beisteuern. In Weimar kommt ein abgrundtiefer Schrei gleich zum Auftakt der jüngsten Premiere von der Bühne.

Von Lübeck nach Weimar: Andreas Wolf wird Kapellmeister am DNT

23.06.21 (dpa) -
Weimar - Der Dirigent Andreas Wolf wird neuer Kapellmeister in Weimar. Wie das Deutsche Nationaltheater (DNT) am Mittwoch mitteilte, wechselt der gebürtige Regensburger zur Spielzeit 2021/22 als erster Kapellmeister an das Haus in Thüringen. Wolf hatte nach Stationen in Wuppertal und Münster, Kassel, Hannover und Saarbrücken zuletzt von 2013 bis 2021 am Theater Lübeck den Ton angegeben.

Der ‚böse Blick‘ auf das Leben – Aribert Reimanns „Die Gespenstersonate“ in Lübeck

25.05.21 (Arndt Voß) -
Man kann nicht umhin: Corona, dieses fiese kleine Ding, spielt mit, auf der Bühne, im Orchestergraben, auch bei der peniblen Prozedur für die, die ein personalisiertes Einlasszertifikat besitzen. Wenn dann alle Punkte der Checkliste für den „Theaterbesuch im Rahmen des Modellprojekts“ abgehakt sind und wenn sich herausstellt, dass der ehrwürdig alte Schmuckvorhang in Lübecks Jugendstilhaus delikat zum Stück passt, ist alles vergessen. Es zählt nur eins: man darf wieder Theaterluft schnuppern!

Europas Geheimnisse auf Müllhalden in Afrika – Richard van Schoors „L'Européenne“ in Lübeck uraufgeführt

16.03.20 (Arndt Voß) -
Die Theater Lübeck und Halle haben sich in einem großen Opernprojekt zusammengetan, das durch den Fonds ‚Doppelpass‘ der Kulturstiftung des Bundes möglich wurde. Halle begann. Dort wurde 2018 Giacomo Meyerbeers „L‘Africaine“ experimentell mit Richard van Schoors zeitgenössischer Musik verfremdet. „Eine mutige und ehrgeizige Exkursion ins Unbekannte“ nannte Joachim Lange das Ergebnis, über das er am 30.09.2018 in NMZ-online berichtete. Mit einer Uraufführung zog Lübeck am 6. März 2020 nach und setzte mit van Schoors „L'Européenne“ einen aufregenden Kontrapunkt. Sie war als „Film-Oper“ plakatiert, mit dem Libretto von Thomas Goerge.

Theater Lübeck: Milhauds „Christophe Colomb“ im Assoziations- und Tongewitter

16.10.19 (Arndt Voß) -
Am Theater Lübeck wird gern ausgegraben. Man sucht das Rare, das Besondere, in dieser Saison allein dreimal in Süd- oder Mittelamerika. Man fand für einen effektvollen Spielzeitauftakt Astor Piazzollas „Maria de Buenos Aires“. Im Januar 2020 wird Carl Heinrich Grauns „Montezuma“ folgen, quasi eine Fortsetzung des Geschehens um Kolumbus. Der Entdecker selbst stand jetzt im Rampenlicht, bei dem Versuch, Darius Milhauds „Christophe Colomb“ aufführbar zu machen (Premiere: 12. Oktober 2019).

Lübeck sperrt „Don Giovanni“ ins Irrenhaus – Erste Regiearbeit von Martina Veh, umstritten

14.05.19 (Arndt Voß) -
Mozarts „Don Giovanni“ ist ein grandioses Werk, in sich geschlossen und konsequent im dramaturgischen Konzept. Wie herausfordernd dennoch (oder deswegen) jede Inszenierung ist, wird oftmals unterschätzt, wurde es auch bei dem jüngsten Versuch wieder, ihn im Theater Lübeck zu zeigen (10. Mai 2019).
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