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Alle Artikel kategorisiert unter »Idunnu Münch«

Vernachlässigte Schicksalsmusik – Ein Gedächtniskonzert zu Mieczyslaw Weinbergs 100.Geburtstag

12.12.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Dem Münchner Konzert- und Opernleben muss der Musikfreund immer noch ein Stück Geschichtsbewusstsein wünschen: nicht nur, dass die Schicksale Nazi-verfolgter und speziell jüdischer Musiker in der Stadt noch nicht umfassend und gründlich erforscht sind – sie werden auch wenig öffentlich aufgeführt. Das gilt auch für Mieczyslaw Weinberg, dessen fulminante Wiederentdeckung 2010 bei den Bregenzer Festspielen bislang weitgehend an München vorbeigeht – nur das Jewish Chamber Orchestra feierte soeben Weinbergs 100. Geburtstag.

Musikalisch neu gedeutet im aseptischen indischen Urwald – Händels „Poros“ an der Komischen Oper Berlin

17.03.19 (Peter P. Pachl) -
Nach 15 Jahren ist Harry Kupfer, der frühere Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, als Gast erstmals an dieses Haus zurückgekehrt und hat sich einen alten Wunsch erfüllt: Händels Oper „Poros“, mit welcher er in jungen Jahren als Assistent in Halle zu tun hatte, erklingt nun erstmals in der Komischen Oper – und das mit deren früherem Alleinstellungsmerkmal, der Aufführung in Landessprache sowie mit einer gegenüber dem Original schwerpunktmäßig umgetopften Besetzung. Peter P. Pachl hat sich das angesehen und angehört.

Kuss zum Tode – Benjamin Brittens „Death in Venice“ an der Oper Stuttgart

10.05.17 (Götz Thieme) -
Venedigs prächtigen Palazzi, der Lido, die Kanäle, das Grand Hotel des Bains sind in Stuttgart eine Sache der Imagination. Demis Volpis Inszenierung von Benjamin Brittens Oper „Death in Venice“ zeigt die Hauptfigur Gustav von Aschenbach wie durch ein Teleobjektiv herangezoomt, zeigt, wie sie im Sog der Gefühle durch ein Labyrinth von aufragenden Milchglaswänden taumelt. Grandios verkörpert ihn das Stuttgarter Ensemblemitglied Matthias Klink als einen von unbekannten erotischen Empfindungen Getriebenen. Der Dirigent Kirill Karabits schafft mit dem Staatsorchester dazu einen farbsatten Strom, der dem Helden einen lichten Tod bereitet, nachdem er überraschend nicht von dem geküsst wurde, den er bislang offenkundig mit seinem Blick begehrte.
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