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Alle Artikel kategorisiert unter »John Osborn«

Packend – Giacomo Meyerbeers „Les Huguenots“ am Grand Théâtre de Genève

27.02.20 (Joachim Lange) -
Das Regieduo Jossi Wieler und Sergio Morabito nehmen den Kampf mit der weitschweifigen Grand Opéra Meyerbeers am Grand Théâtre de Genève nicht nur beherzt auf, sie begeben sich dabei gleichsam in einen Nahkampf. Das heißt nicht nur mit, sondern auch in jeder einzelnen Szene. Jede ist für sich genommen gründlich durchgearbeitet und lässt kaum Leere oder Statik aufkommen. Es ist packend zu sehen, wie da der Wahnsinn zur materiellen Gewalt wird. Die Kritik von Joachim Lange.

An der Oper Lyon macht Tobias Kratzer aus Gioachino Rossinis „Guillaume Tell“ ein Lehrstück

06.10.19 (Joachim Lange) -
Mit seinem „Guillaume Tell“ hat sich Gioachino Rossini den abrupten Wechsel vom Erfolgskomponisten zum Lebenskünstler mit 37 Jahren sozusagen redlich verdient. Denn mit dem macht er Ernst, da geht’s 1829 zur Sache. Rossini feiert mit revolutionärem Furor den exemplarischen Freiheitswillen der Schweizer im Format einer Grand Opera. Dabei analysiert er das bedrohlich Böse so glasklar, dass seinem Publikum keine Chance bleibt, als dem in eine Oper übersetzten Pathos Friedrich Schillers zu folgen. Joachim Lange sieht und hört eine große Oper.

Bürgerkrieg, Brüche und Belcanto – Bellinis „I Puritani“ an der Oper Frankfurt

04.12.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Kantilene ist Utopie“ sagte Hans Neuenfels in den Jahren seiner ersten Opernneudeutungen. In Vincenzo Bellinis letzter Oper lieben sich Menschen aus feindlichen Lagern, der Bräutigam rettet eine andere Frau unmittelbar vor der eigenen Hochzeit und seine Braut verfällt dem Wahnsinn. Doch als er nach drei Monaten zurückkehrt, ist sie sofort geheilt, Heirat samt allgemeine Amnestie… und all das drei Stunden lang in traumschönen „melodie lunghe, lunghe“ mit allem vokalen Prunk des klassischen Belcanto – kein Wunder, dass das Werk selten gespielt wird.

Gioacchino Rossinis „Guillaume Tell“ im Theater an der Wien

23.10.18 (Frieder Reininghaus) -
Zu Beginn und am tyrannentödlichen Höhepunkt der Oper wird Tells Geschoss jetzt in Wien im Nahkampf verabreicht. Von Hand in die Brust, auf freier Wildbahn. Der erstmals um 1550 von Aegidius Tschudis „Chronicon Helveticum“ kolportierten Legende zufolge war zwar eine Distanzwaffe im Einsatz. Schiller beschreibt minutiös den Hinterhalt, eine „hohle Gasse“ bei Küssnacht. Dort, nicht auf einer weiten verschneiten Fläche, soll der Anschlag des Wildschützen stattgefunden haben. Aber nun kommt alles ganz anders.

Wenn die Grachten Gondeln tragen – Offenbachs „Les contes d’Hoffmann“ in Amsterdam

05.06.18 (Joachim Lange) -
Weil „Les contes d’Hoffmann“ die ambitionierteste Oper des Operettenkönigs Jacques Offenbach ist, liegt für jeden Regisseur die Versuchung in der Luft, daraus eine große Show zu machen. Gerade bei der Barcarole, einer ihrer populärsten Nummern. In Paris ließ Robert Carsen dazu schon mal ganze Zuschauerreihen eines Theaters auf der Bühne schunkeln. Venedig, Gondeln, ein dramatisch eskalierender Ausflug ins Verruchte der Kurtisanen-Halbwelt; und dann hat auch noch der Teufel seine Finger im Spiel! Es ist schwer, da nicht vom Wege abzukommen und in einem Canale Grande voller Klischees zu landen.

Allzu abstrakte Allgemeingültigkeit – Münchner Opernfestspiele mit Halévys „La Juive“

27.06.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Wolf-Dieter Peter hat „La Juive“ von Jacques Fromental Halévy in der Inszenierung von Calixto Bieito bei den Münchner Opernfestspielen gesehen und hat manchen Zwiespalt mit nach Hause nehmen müssen. Da blieb manches „spannungslos banal“ und einiges „unerhellt“.

Freiheit für die Designer: Gioacchino Rossinis „Guillaume Tell“ mit Paolo Carignani an der Amsterdamer Oper

01.02.13 (Frieder Reininghaus) -
Dass sie nicht enden können, kolportierte der Philosoph Ernst Bloch im Reflex auf seinen Kollegen Hegel, das mache die großen Werke groß. „Guillaume Tell” bildet den nachdrücklichsten Auftakt zu jenem 19. Jahrhundert, das sich auf den Musiktheaterbühnen zum Monumentalen steigerte (aber nicht nur auf diesen).
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