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Alle Artikel kategorisiert unter »Pierre Audi«

Die höheren Künste des Recyclings – Das Festival in Aix-en-Provence 2019

08.07.19 (Frieder Reininghaus) -
Die erste Stunde gehörte einem seltenen Gast im sommerlichen Aix-en-Provence: Madame La Pluie ließ die Veranstalter und die vor den Absperrgittern wartenden zahlenden Gäste lange im Ungewissen. Doch dann wurden die Barockgeigen des Orchesters Pygmalion aus Bordeaux ausgepackt. Sie und die vielen prächtigen Kostüme, die unter kundiger Assistenz von Elisabeth de Sauverzac geschneidert worden waren, setzten sich dem Witterungs-Restrisiko aus. Gegen 23 Uhr begann eine Solostimme den zum Auditorium umgewidmeten Hof der Arvchevêché zu erfüllen. Sie intonierte, bald unterstützt vom Chor, ein mittelalterliches Graduale – als Einstimmung auf das Requiem von Wolfgang A. Mozart.

„Alles ist aus“ – György Kurtágs Oper „Fin de partie“ an der Mailänder Scala uraufgeführt

16.11.18 (Michael Ernst) -
Im Mutterland der Oper ticken die Uhren ein klein wenig anders. Wo einst Puccini und Verdi für ihre neuen Würfe gefeiert worden sind, hat es die Neue Musik heute deutlich schwerer. Das gilt insbesondere für das Teatro alla Scala, diesem so traditionsreichen Haus mitten in Mailand. Bevor Anfang Dezember die neue Spielzeit – wiederum mit Verdi – eingeläutet wird, gab es zur Krönung der laufenden Saison die Uraufführung von „Fin de partie“ nach dem gleichnamigen Drama von Samuel Beckett.

Eine ganze weite Welt – Louis Andriessens Spätwerk „Theatre of the World“ in Amsterdam

13.06.16 (Frieder Reininghaus) -
Mit „Theatre of the World“ hat sich Louis Andriessen, der seit 30 Jahren Arbeiten fürs Amsterdamer Musiktheater liefert, wieder einmal auf eine ‚Zeitreise’ begeben. Das ist, nach Bernhard Langs „Golem“ in Mannheim und Moritz Eggerts „Terra Nova“ in Linz, die dritte neue Oper, die in den letzten drei Monaten nach diesem Strickmuster angelegt wurde. Allerdings erwies sie sich als die vergleichsweise gelungenste.

In Reader’s Digest-Manier – Die Oper Bonn präsentiert Julian Andersons Oper „Thebans“

04.05.15 (Frieder Reininghaus) -
Dass wir uns mit den Griechen beschäftigen, steht auf der Tageordnung – mit oder ohne unsere höheren Absichten oder tieferen Beweggründe. Die Aufmerksamkeit muss einigen offensichtlich immer noch in philosophischer Ruhe über Grundsätzliches nachdenkenden heutigen Griechen gelten und ihren Ahnherren vor rund 2.500 Jahren. Denn ihr Einwirken auf das geschäftliche und kulturelle Leben nördlich der Alpen ist erheblich. Daher: Dank erst einmal Richtung Athen für die vielfältigen Beiträge zum Muntermachen und Frischhalten!

Freiheit für die Designer: Gioacchino Rossinis „Guillaume Tell“ mit Paolo Carignani an der Amsterdamer Oper

01.02.13 (Frieder Reininghaus) -
Dass sie nicht enden können, kolportierte der Philosoph Ernst Bloch im Reflex auf seinen Kollegen Hegel, das mache die großen Werke groß. „Guillaume Tell” bildet den nachdrücklichsten Auftakt zu jenem 19. Jahrhundert, das sich auf den Musiktheaterbühnen zum Monumentalen steigerte (aber nicht nur auf diesen).

Toll-skurriler Philosoph in handlungsarmem Gedankengebäude: Deutsche Erstaufführung von Wolfgang Rihms „Dionysos“ an der Staatsoper Berlin

09.07.12 (Peter P. Pachl) -
Wenige Tage vor seiner Einlieferung ins Baseler Irrenhaus hatte Friedrich Nietzsche seine Dionysos-Dithyramben verfasst und sie als intime Liebeserklärung an die leidenschaftlich geliebte Witwe Richard Wagners nach Bayreuth gesandt. Um diese Hymnen auf Dionysos kreist Wolfgang Rihms Opernphantasie, die in Flimms letztem Salzburg-Jahr ihre Uraufführung erlebt hatte und nun als letzte Staatsopern-Premiere vor dem Beginn der Wagner-Spielzeit in Berlin herauskam. Die Koproduktion mit Amsterdam und den Salzburger Festspielen des Jahres 2010, trat für die Deutsche Erstaufführung in veränderter Besetzung der Titelpartie an.

Herbstkräftig die gedämpfte Welt: „Gisela!“ von Hans Werner Henze bei der Ruhrtriennale uraufgeführt

27.09.10 (Georg Beck) -
Einen „Pollicino für Erwachsene“ bitte! So hatten es die Kulturhauptstadt-Auftraggeber erbeten. So hat Hans Werner Henze seine „Gisela! oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks“ konzipiert. Doch so war dem Herzstück der Henze-Werkschau bei ruhr.2010 nur schwer Theaterleben einzuhauchen. Die Vergangenheit eines großen Komponisten ist das eine – die große Vergangenheitsbeschwörung das andere. [Lesen Sie auch das Interview mit Hans Werner Henze in der Oktober-Ausgabe der nmz.]
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