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Alle Artikel kategorisiert unter »Romeo Castellucci«

Kindliches Mörderspiel – Alessandro Scarlattis Oratorium „Il Primo Omicidio“ als szenische Uraufführung an der Staatsoper Berlin

02.11.19 (Peter P. Pachl) -
„Der erste Mord“ – ein guter Krimititel und sicher auch gut für eine Oper, das dachte sich wohl die Intendanz der Staatsoper Unter den Linden, die durch die theatrale Aufbereitung eines Oratoriums von Alessandro Scarlatti eine weitere szenische Uraufführung bei den Barocktagen für sich verbuchen kann. Doch „Il Primo Omicidio ovvero Caino“, wie die 1707 entstandene und erst 1964 wiederentdeckte Partitur auf ein Libretto von Pietro Ottoboni im vollen Titel heißt, geriet zwiespältig, meint unser Kritiker Peter P. Pachl.

Die höheren Künste des Recyclings – Das Festival in Aix-en-Provence 2019

08.07.19 (Frieder Reininghaus) -
Die erste Stunde gehörte einem seltenen Gast im sommerlichen Aix-en-Provence: Madame La Pluie ließ die Veranstalter und die vor den Absperrgittern wartenden zahlenden Gäste lange im Ungewissen. Doch dann wurden die Barockgeigen des Orchesters Pygmalion aus Bordeaux ausgepackt. Sie und die vielen prächtigen Kostüme, die unter kundiger Assistenz von Elisabeth de Sauverzac geschneidert worden waren, setzten sich dem Witterungs-Restrisiko aus. Gegen 23 Uhr begann eine Solostimme den zum Auditorium umgewidmeten Hof der Arvchevêché zu erfüllen. Sie intonierte, bald unterstützt vom Chor, ein mittelalterliches Graduale – als Einstimmung auf das Requiem von Wolfgang A. Mozart.

Castellucci mit Scarlattis „Il primo omicidio“ in Paris

26.01.19 (Joachim Lange) -
Bei Alessandro Scarlatti (1660-1725) ist es so ähnlich wie beim etwas jüngeren Kollegen Händel – der hat irgendwann auch Opern in das Gewand von Oratorien gepackt. Oder doch zumindest mit Hinblick auf ihre dramatische Wirkung komponiert. So kann man sie heute getrost jenseits konzertanter Strenge durchaus als Bühnenereignis zelebrieren. Scarlattis 1707 in Venedig uraufgeführter „Il primo omicidio“ (Der erste Mord) ist dafür ein Beispiel.

Laue «Zauberflöte» bei den Salzburger Festspielen

30.07.18 (dpa, Georg Etscheit) -
Salzburg - Zum Auftakt ihres Opernprogramms präsentieren die Salzburger Festspiele Wolfgang Amadeus Mozarts «Zauberflöte» und «Salome» von Richard Strauss. Dabei hat «Salome» klar die Nase vor, vor allem musikalisch ist der Abend eine Sternstunde.

Seht her: ein Mensch! Hans Werner Henzes „Floß der Medusa“ in Amsterdam

15.03.18 (Joachim Lange) -
Es ist Zufall, aber bezeichnend: einen Tag vor der Amsterdamer Premiere von Hans-Werner Henzes Oratorium „Das Floß der Medusa“ haben sich im Pariser Louvre Umweltaktivisten der Gruppe "350.org" vor dem berühmten gleichnamigen Gemälde von Theodore Gericault auf den Boden gelegt. Sie wollten damit auf Opfer des französischen Ölriesen Total aufmerksam machen, der das Museum sponsert. Es ist die ungebrochene Magie dieses Gemäldes, bei dem exemplarisch ein für die meisten Betroffenen erfolgloser Überlebenskampf nach einer Katastrophe festgehalten ist. Im Augenblick des Erschreckens danach.

Ästhetizismus – Münchens neuer „Tannhäuser“ erstirbt in eitel schönen Bildern

22.05.17 (Wolf-Dieter Peter) -
GMD Kirill Petrenko dirigiert erstmals „Tannhäuser“; Klaus Florian Vogt debütiert in der Titelrolle; dazu die Münchner Lieblinge Anja Harteros als Elisabeth und Christian Gerhaher als Wolfram, eingebettet in weitere Sänger-Sahne – und dann noch dieser gehypte Romeo Castellucci für die gesamte Bühne… ist München nicht einfach einsame Spitze?

Kleinodien, Debatten, furchtlose Expeditionen

06.06.16 (Verena Fischer-Zernin) -
Vor zwei Jahren ging das Internationale Musikfest Hamburg mit dem markigen Ein-Wort-Motto „Verführung“ an den Start. Darunter quetschte man damals ein Angebot mit eher zufällig wirkenden Einsprengseln. Umso konsistenter war die Handschrift der zweiten Runde, die gerade zu Ende gegangen ist. Freilich konnte im Planungsstadium niemand ahnen, dass sich das Thema „Freiheit“ als künstlerische Stellungnahme von höchster politischer Aktualität lesen lassen würde.

In Hamburg überhebt sich Castellucci an Bachs Matthäus-Passion

23.04.16 (Joachim Lange) -
Wenn sich der Italiener Romeo Castellucci Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“ zuwendet, weckt das Erwartungen. Was religiös österliche Erbauung betrifft, sind die eher von düsterer oder bissig erhellender Art. Sein Stück „Über das Konzept des Angesichts bei Gottes Sohn“ bedurfte zumindest in Paris vor vier Jahren des polizeilichen Schutzes vor empörten Katholiken. In Berlin ging es dann ohne den Furor des Beleidigtseins über die Bühne.

Lichte göttliche Versuchungen, dunkle Flecken der Religionsgeschichte

22.10.15 (Frieder Reininghaus) -
Arnold Schönbergs „Moses und Aron“, durchgestaltet von Romeo Castellucci und Philippe Jordan an der Opéra Bastille. Frieder Reininghaus berichtet.

Dampf abgelassen – Romeo Castellucci zelebriert Becketts und Feldmans „Neither“ bei der Ruhrtriennale

08.09.14 (Frieder Reininghaus) -
„Neither“ gehört zu den Schlüsselstücken der Moderne, die sich wegen ihres „Rätselcharakters“ fortdauernder Beliebtheit erfreuen. Der Text des in Frankreich lebenden irischen Schriftstellers Samuel Beckett (1906–1989) umfasst 87 Worte – keine Mitteilung oder gar Botschaft, keine Aufforderung zu szenischer oder sonstiger Aktion. Es handelt sich um einen prägnant-diffusen, raunenden Text, der die Aura des Hintergründigen erheischt.
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