Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Tilman Michael«

Ein „Niemand“ auf der Suche nach sich selbst: „Ulisse“ von Luigi Dallapiccola in Frankfurt

28.06.22 (Dieter David Scholz) -
Der Odysseus-Stoff gehört seit Homer zur Weltliteratur. Seit Claudio Monte­verdis Oper aus dem Jahre 1640 ist er immer wiederkehrendes Thema auch des Musiktheaters, man denke nur an Offenbachs „Schöne Helena“, Berlioz’ „Les Troyens“, Bruchs „Odyssee-Szenen“ oder Egks Odysseus-Oper „Circe“ von 1949. Eine der jüngsten Opern-Vertonungen des Stoffes stammt von dem italienischen Komponisten Luigi Dallapiccola, er hat das Stück in den 1960er Jahren komponiert.

„Naja“-Amüsement – Die Oper Frankfurt mit Carl Nielsens „Maskerade“

01.11.21 (Wolf-Dieter Peter) -
„Nicht-ich-selber-Sein“, sich zumindest äußerlich in eine*n andere*n zu verwandeln – das durchzieht die Menschheitsgeschichte. Wenn dadurch ein soziales Höher und Tiefer, ein Überwinden gesellschaftlicher Konventionen, Standesgrenzen und gar von Gesetzen möglich wird, dann kann es Revolution geben – oder eben Komödie. Die formte 1724 Ludvig Holberg in einem dänischen Schauspielerfolg. An den wollte 1906 Carl Nielsen mit seiner komischen Oper in Kopenhagen anknüpfen.

Frankfurts Oper zeigt Meyerbeers „Vasco da Gama“ als interstellares Kolonialismusdrama

01.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Das Schiff ist seit Monaten unterwegs; für die Mannschaft wird Kontakt zu ihren Frauen hergestellt: per Skype auf dem Riesenbildschirm der Kommandozentrale – denn das Raumschiff fliegt zu neuen Sternenwelten. Da spielt der von Tilman Michael einstudierte Chor amüsant menschliche Geschichtchen: einem Vater wird sein inzwischen geborenes Baby gezeigt; eine junge Mutter hält die für „Pappi“ gemalte Zeichnung ins Kameraauge; eine dritte lockt bei der Heimkehr mit neuer Reizwäsche…

Ein Scheiterhaufen als Appell –Honeggers „Jeanne d’Arc au bûcher“ an der Oper Frankfurt

16.06.17 (Michael Kube) -
Der Gegensatz konnte kaum größer sein, und doch erschien er am Ende in bedeut­samer Sinnfälligkeit: auf der einen Seite als himmlisches Vorspiel Claude Debu­ssys präimpressionistisches Poème lyrique „La Damoiselle élue“ (1893), auf der anderen das in dunkle, schmutzig-drohende Bilder getränkte Oratorium „Jeanne d’Arc au bûcher“ (1935) von Arthur Honegger. Eine direkt anfassende, ja aufrüt­telnde Doppelinszenierung durch Àlex Ollé und sein spanisch-katalanisches Kollektiv „La Fura dels Baus“.

Scheiternde Frauen in Umbruchszeiten – Frankfurts Oper mit „Les Troyens“ von Hector Berlioz

21.02.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Berlioz’ groß angelegte Adaption der Epen von Homer und Vergil, vom Fall Trojas, von Aeneas Flucht, vom Kurzen Liebesglück in Karthago: in moderne Zeiten verlegen? Oder gänzlich von ihnen „ins Menschliche“ abstrahieren? Oder gar Samuel Huntingtons wieder aktuellen „Kampf der Kulturen“ inszenieren? Oder…? Das ist die szenische Herausforderung. Die musikalische: eine Wagners „Ring“ vergleichbare Besetzung finden. Frankfurts Oper brillierte bis auf einen Gast mit einer Besetzung aus dem Hausensemble.

Rettung aus der Spieluhr – Die Oper Frankfurt wagt Flotows Spieloper „Martha“

17.10.16 (Wolf-Dieter Peter) -
„Ich wollte, ich wäre so ein Genie wie Herr von Flotow – schriebe Opern wie Martha und täte so, was – ich eben nicht kann!“ – schrieb Richard Wagner über seinen erfolgreichen Zeitgenossen. Dessen „Martha“ war schon zu Wagners Lebzeiten ein Welterfolg, den Caruso 1906 an der New Yorker Met und auf Schellackplatte noch zwei Jahrzehnte verlängerte. Doch der gut situierte Adelige Friedrich von Flotow floh – im krassen Gegensatz zu Wagner oder Lortzing – nicht nur 1830 und 1848 vor den Revolutionen aus Paris.

Von Mühseligen und Beladenen – Frankfurts Oper mit Händels „Messias“

30.03.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Mehr denn je passt Taminos Frage in der „Zauberflöte“ – O e’wge Nacht, wann wirst du weichen?“ in diese unsere finsteren Tage. So waren vorab hinter die Aufführung eines vom „Hallelujah“ geprägten Werkes wie Händels „Messias“ auch eher Fragezeichen zu machen. Doch die Neueinstudierung von David Freemans Kopenhagener Inszenierung von 2012 wurde zu einem Triumph künstlerischer Vision und glücklicher Planungsarbeit der Intendanz Loebe.

Verkleidetes Leiden an der Welt

03.02.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Verdis „Stiffelio“ an der Oper Frankfurt, eine lohenswerte Wiederentdeckung, meint unser Kritiker Wolf-Dieter Peter. Musikalisch großartig, in der Szene allerdings hektisch rotierend.

Russische Oper als Reizstoff – Verwirrtes Schweigen

27.10.15 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Oper Frankfurt aktualisiert Michail Glinkas „Iwan Sussanin“ in unbequemen Bildern von Harry Kupfer. Wolf-Dieter Peter war vor Ort und berichtet.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: